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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Emma Römer“. 
bis südsüdöstliche Richtung annahm. Von 8 Uhr Abends den 10. Januar, als 
wir uns bei der Insel Hastings befanden, bis 9 Uhr Abends den 11. Januar, 
der Zeit unserer Ankunft auf der Aufsenrhede von Makassar, hatten wir über 
den Grund 216 Sm, nach der Logge aber nur 180 Sm zurückgelegt. Wegen 
des Mangels an Leuchtfeuern kann durch solche Stromversetzung sehr leicht 
eine Versegelung entstehen. Was die Wahl der Route anbetrifft, so läfst sich 
meiner Ansicht nach Makassar zur Zeit des NW-Monsuns selbst noch von der 
Lom&ocfc-Strafse ohne grofse Schwierigkeit erreichen; von der RaK-Strafse aus 
gewifs. Freilich mufs man sein Luv halten, und die Insel Tonga (Bankuluan) 
mufs unbedingt angeholt werden. Mit Rücksicht auf den östlichen Strom 
steuerten wir stets einen bis anderthalb Striche höher als den abgesetzten Kurs. 
Das auf dem Südwestende der Untiefe Brill oder Taka Ramata errichtete 
Feuer — nach den neuesten Beobachtungen auf 6° 7'S-Br und 118°56'0-Lg— 
hat einem grofsen Bedürfnifs abgeholfen. Es ist ein festes Feuer mit Blinken 
und auf einem eisernen Thurrne angebracht. Es zeigt für 20 Sek. ein „festes 
Feuer“, darauf folgt während M/i Sek. Verdunkelung, dann für 3 Sek. ein 
heller Blink, darauf wieder M/t Sek. Verdunkelung und dann wieder das feste 
Feuer. Die Nothwendigkeit dieses Feuers beweist der Umstand, dafs sich auf 
dem genannten Riff eine Unmasse von Wrackstücken und verloren gegangener 
Anker und Ketten vorfinden soll. Leider fehlen in diesem Meerestheil, wo die 
Besteckführung wegen der starken Strömungen so unsicher ist, noch eine Anzahl 
sehr wichtiger Feuer. Schon durch die Errichtung von Bakeu auf den gefähr 
lichen Stellen liefse sich Vieles erreichen; nur wäre zu befürchten, dafs diese 
Baken von den Eingeborenen wieder entfernt werden würden. Wäre die Bake 
auf der Südspitze der Untiefe Grofs Leiley (Lelij) aufserhalb der Rhede von 
Makassar gröfser und besser sichtbar, so würde wahrscheinlich das grofse, 
schöne, dreiviertel mit Kaffee beladene Schiff „./. v. Haffden“ nicht, wie kürzlich 
geschehen, hier bei hellem Tageslicht, Nachmittags um 6 Uhr, aufgelaufen sein. 
Der Kapitän sah nur die im Wasser stehende Bake von Klein Leiley, während 
diejenige auf der Südspitze von Grofs Leiley nicht entdeckt werden konnte. 
Es war gerade zur Zeit des Hochwassers und daher wohl nur das Dreieck auf 
der Bake eben über Wasser, welches noch dazu durchbrochen und weifs an- 
gestrichen und schon aus diesem Grunde schlecht sichtbar ist. Aufserdetn 
macht die Insel Grofs Leiley, von Westen gesehen, den Eindruck, als ob sie 
der Strand von Makassar wäre. Immerhin hätte eine Peilung des Feuerthurms 
den Kapitän über seinen Irrthum aufklären müssen. 
Während unseres Aufenthaltes in Makassar, vom 12. Januar bis 10. März 
1888, hatten wir sehr viel schlechtes Wetter, besonders harte Regenböen, oftmals 
auch zwei bis drei Tage anhaltenden strömenden Regen. In den letzten Tagen 
vor unserer Ankunft, vom 24. Dezember bis 12. Januar, soll das Wetter noch 
bedeutend schlechter und manchmal sehr stürmisch gewesen sein. Der härteste 
Wind kommt im Allgemeinen aus SW bis W, doch hat man zuweilen auch sehr 
starke Böen von NW, während die nördlichen Winde durchweg weniger heftig 
auftreten. Für gewöhnlich dauert die unruhige Witterung von Mitte Dezember 
bis Mitte März, doch kommen in dieser Zeit auch einzelne gute Tage vor. Ein 
solch anhaltend stürmisches und regnerisches Wetter wie iu diesem Jahre soll 
hier nur selten sein. Auch von den Molukken und von Java lauteten die 
Witterungsberichte sehr ungünstig; auf den ersteren Inseln sollen infolge des 
Wetters ganze Plantagen von Muskatbäumen zerstört sein, auf Java die Kaffee 
plantagen und Zuckerfelder sehr gelitten haben. 
Sobald in Makassar der Wind steif von W weht, entsteht auf der Rhede 
eine kurze See, die sich jedoch sofort mit dem Winde wieder legt. Gelöscht 
und geladen kann bei steifen westlichen Winden natürlich nicht werden; doch 
wird dieses schon unterbrochen, wenn nur die Luft ein mit Regen drohendes 
Aussehen annimmt. Aus diesem Grunde nimmt die Abfertigung eines Schiffes 
im NW-Monsun gewöhnlich eine lange Zeit in Anspruch. Zur Zeit des SE- 
Monsuns ist Makassar ein schöner und vollständig geschützter Hafen.
	        
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