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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Emma Römer“. 
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Bericht des Kapt. P. Albrand von der deutschen Bark „Emma Römer“ 
über seine Reise vom Indischen Ocean durch die Bali-Strafse nach 
Makassar. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Da das Ende unserer Reise von Amsterdam nach Makassar in die Zeit 
des Nordwest-Monsuns fiel, hatte ich mir vorgenommen, den Weg durch die 
Swnda-Strafse zu nehmen, und wurde dementsprechend am 2. Januar 1888 nach 
101 tägiger Fahrt die Küste von Java in Sicht gelaufen. In den nächsten 
Tagen mufsten wir jedoch die Erfahrung machen, dafs es von unserem Schiffs 
orte aus sehr schwierig sein würde, in die Strafse hinein zu gelangen. Bei 
den herrschenden nordwestlichen Winden und der östlichen Strömung trieb das 
Schiff, anstatt aufzukreuzen, immer weiter östlich, der Art dafs wir den Leucht 
thurm auf Java Head, der am 2. Januar um 4 Uhr Nachmittags O'/sS peilte, 
um 8 Uhr Abends am 3. Januar schon 20 Sm eutfernt in N hatten. Da auch 
am nächsten Tage keine Aenderung eintrat, und ich einsah, dafs ich mein Vor 
haben nur ausführen konnte, indem ich wieder in den Südost-Passat zurückging 
und dort genügend West machte, entschlofs ich mich, nach der ßafo'-Strafse 
abzuhalten. Vielleicht wäre es am Abend des 2. Januar möglich gewesen, 
Anger zu erreichen, wenn nicht das Fehlen eines Feuers auf Prinzen-Insel und 
die dunkle Gewitterluft, die ein Insichthalten des Landes und eine Kontrolirung 
der Stromversetzung unmöglich machte, uns genöthigt hätte, für die Nacht vom 
Lande abzustehen. Jedenfalls ergiebt sich aus unserer Erfahrung als rathsam, 
bei der Ansegelung der Swida-Strafse im Nordwest-Monsun 10° S-Br in 100° O-Lg 
oder vielleicht noch 1 bis 2° westlicher zu schneiden und dann den Kurs auf 
die Südspitze von Sumatra — Vlakke Huk — zu setzen. 
Um 12 Uhr Mittags den 7. Januar war das Besteck 8° 55' S-Br und 
113° 57'O-Lg. Von hier steuerten wir zunächst auf Gradjagang-B&\ an der 
Südostecke von Java, um dort die gebrochene Obermarsraa zu repariren. Um 
4 Uhr Nachmittags ankerte „Emma Römer“ in der genannten Bai auf einer 
Wassertiefe von 13 m (7 Fad.), über hartem Sandgrund in der Nordwestecke der 
Bucht, 1 Sm vom Lande entfernt, in der Peilung: Tampas-Spitze mw. SOV2S 
und Merapi-Spitze NNW. Die Gradjagang-Bai eignet sich im Nordwest-Monsun 
ganz besonders zum Ankern, um ein etwaiges Vorübertreiben bei der Bali- 
Strafse zu vermeiden. Das Schiff liegt dort ganz geschützt; der Ankergrund 
hält gut, ist ganz rein und flacht allmählich dem Lande zu ab. Die auftretenden 
häufigen und heftigen Windstöfse, die von dem westlichen Vorgebirge herunter 
fallen, sind zwar eine unangenehme Beigabe, aber doch ungefährlich. 
Nachdem am 8. Januar die Marsraa reparirt worden war, wurde am 
9. um 3 Uhr Morgens der Anker wieder gelichtet und mit frischer westlicher 
Briese nach der RaK-Strafse gesteuert, welche dann im Laufe des Tages mit 
der von 10 h a. m. an nach N setzenden Fluth in etwa 8 Stunden durchsegelt 
wurde. Auf dieser Fahrt wurde die Spitze Sloko in einem Abstande von 2 Sm 
um 7 h a. m. und, nachdem der Wind von NW auf S geholt hatte, ferner Banjoe- 
wangi um 2 i /P p. m., Kap Passier um 3 ‘/s* 1 p. m. und die Tawiiw-Insel um 4 h p. m. 
passirt. Von 4‘/2 h p. m. an nahm der mit einer mittleren Geschwindigkeit von 
1 1 /-2 Kn nach NNO setzende Strom ab. Um 8 h p. m. peilte das Feuer der Tauben- 
Insel SW72W und das Sec?a«o-Gebirge NWzW x /4W. Am 11. Januar um 9 Uhr 
Abends ankerte „Emma Römer“ auf der Aufsenrhede von Makassar. Die Reise 
dauer von Ymuiden bis hierher betrug 115 Tage, von denen 2 bis 3 Tage 
durch den Aufenthalt vor der iSwnda-Strufse verloren gegangen waren. 
Auf der Strecke von der Sunda- nach der Bali-Strafse herrschten sehr 
steife, oft stürmische W- und WNW-Winde. begleitet von harten und an 
haltenden Regenböen, die jedoch mit dem Fortschreiten nach Osten seltener 
und kürzer wurden. Die Strömung setzte östlich, mit einer Geschwindigkeit 
von 1 bis l 1 /« Sm die Stunde. Vom Ausgange der Bali-Strafse bis Makassar 
waren ebenfalls frische bis steife WNW- und NW-Winde vorherrschend, bei einer 
Strömung von 17i Kn nach OSO, die in der Nähe von Makassar eine mehr südliche
	        
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