accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

52 
Aus dem Reiseberichte des deutschen Schoners „Sagterland“. 
Barre berührte das Schiff einmal den Grund, als es gegen die ziemlich hohe 
Dünung anluven raufste und dabei zu stampfen begann. 
Auf der von mir benutzten Karte der britischen Admiralität, No. 528, 
„Maranham to Pernambuco“, liegt die Mündung des Fahrwassers auf der Barre 
von Macdu auf 5° 4,5' S-Br und 36° 41,5' W-Lg. Soweit ich nach dieser Karte 
navigirte, habe ich dieselbe als ziemlich zuverlässig befunden. 
IV. Reise von Macäu nach Rio Grande do Snl und Porto Alegre. 
Die starke Seebriese, welche während meines Aufenthalts in Macdu fast 
immer stürmisch war und am Tage meines Reiseantritts, am 17. Dezember 1887, 
gleichfalls mit grofser Kraft einsetzte, liefs es mir nicht rathsam erscheinen, 
nahe der Küste und innerhalb der vorlagernden Bänke aufzuarbeiten. Ich 
entschlofs mich vielmehr, vom Lande abzustehen, in der Erwartung, dort 
besseres Wetter vorzufinden. Allein auch hier wehte der Wind so frisch, dafs 
bei dem starken Seegang die leichten Segel nicht geführt und nicht aufgekreuzt 
werden konnte. Dazu setzte die Strömung, obgleich sie unregelmäfsig in Stärke und 
Richtung war, immer westwärts. Am sechsten Tage der Reise war unser Schiffsort 
auf 2° S-Br und 34° 50' W-Lg, und wir hatten somit während der Zeit etwa 220 Sm 
nach NOzN zurückgelegt. Nachdem ich eingesehen hatte, dafs auf diese Weise 
nicht vorwärts zu kommen sei, entschlofs ich mich, wieder nach der Küste zu 
wenden, die wir denn auch, nachdem wir 9 Tage in See gewesen, an derselben 
Stelle, wo wir sie verlassen hatten, wieder anliefen. Zunächst kreuzten wir 
nun mit kleinen Segeln unter der Küste und der Lavandeira-Badk auf, wobei 
wir uns am Tage sehr nahe, während der Nacht entfernter hielten. Das Wetter 
war hier reichlich so gut, als in einem weiteren Abstande von der Küste, und 
vor allen Dingen die See viel ruhiger, sobald man Deckung hinter einem Riff 
oder einer Bank hatte. 
Natürlich mufs man beim Aufkreuzen hier unter Land scharf auf das 
Loth und die Farbe der Meeresoberfläche achten und aufserdem eine möglichst 
genaue Loggerechnung führen. Die Klippen „Cabefo do Oliveira“ ragen einige 
Meter aus dem Wasser hervor, sind daher weit genug zu sehen und auch des 
halb leicht zu vermeiden, weil sie an allen Seiten passirt werden können. Die 
übrigen Untiefen machen sich durch die hellgrüne Farbe des Wassers und die 
Biandung erkennbar. Man darf sich denselben daher am Tage bis auf einen 
kleinen Abstand nähern; aber in der Nacht ist grofse Vorsicht geboten, weil 
sie nicht angelothet werden können. Einige Kabellängen von den Riffen ent 
fernt, fand ich in einzelnen Fällen noch Tiefen von 3272 m (18 Faden) und auf 
Tiefen von 16 bis 18 m (9 bis 10 Faden) noch dunkelgrünes Wasser, nicht 
hellgrün, wie auf geringeren Tiefen. Die westliche Strömung war innerhalb 
der Riffe nur gering, erreichte dagegen aufserhalb derselben eine Geschwindig 
keit von 72 bis */* Knoten. Nach Verlauf von zwei Tagen standen wir östlich 
von den Riffen Lavandeira und Urea da Cotia, auf welch letzterem eine schwere 
Brandung lief. Von hier ab steuerten wir wieder nach der Küste, die ganz 
rein ist und unter der wir, uns auf flachem Wasser haltend, recht gut auf 
arbeiten konnten, so dafs der Schiffsort am folgenden Mittag schon im Osten 
von Sioia-Riff war*. 
Zwischen Lavandeira und Kap Calcanhar darf man sich dem Lande ruhig 
bis auf Vs Sm Abstand nähern, wo man eine Wassertiefe von 9 m (5 Faden) 
hat. Die sandige, hügelige Küste ist etwa 12 Sm weit sichtbar. Eine sehr 
gute Landmarke ist Ilha da Cima, auf 5° 5' S-Br und 35° 45' W-Lg, ein 
schwarzer, abgestumpfter Kegel von 6 bis 7 m Höhe und 4 bis 5 m Durch 
messer, nebst den rechts (westlich) davon auf dem weifsen Küstensande in 
einer Linie stehenden drei Palmen. 6 Sm weiter südostwärts befindet sich bei 
<St. Christo nahe am Strande eine gröfsere Gruppe von Bäumen, während etwas 
westlich davon solche nur vereinzelt Vorkommen. Der am weitesten und am 
besten sichtbare Punkt der Küste ist indefs Cajuciros oder Morro Branco, ein 
Berg auf 5° 8'S-Br und 35° 34'W-Lg, dessen vorwiegend dunkele Oberfläche 
von gelben Feldern unterbrochen wird und der daher schon in einer Entfernung 
von 17 bis 18 Sm gut zu erkennen ist. Das etwas weiter nach SO, auf 5° 10' 
S-Br und 35° 30' W-Lg belegene Kap Calcanhar ist eine abfallende, niedrige
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.