Kleine Notizen.
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b) Ausgesetzt von der deutschen Bark „Amelia“, Kapt. F. Warnecke,
auf der Reise von Montevideo nach New-Castle N.S.W. am 2. Mai 1888 auf
38° 30' S-Br und 150° 30' O-Lg und gefunden von dem Leuchtthurmwärter
Thomas Christmas am 22. März 1890 am Strande der Insel Double, auf
26° 3' S-Br und 153° 9' O-Lg.
Der Ort, an dem die Flasche nach Verlauf von 1 Jahr, 10 Monaten und
20 Tagen wieder aufgefunden wurde, liegt in der Luftlinie, die ungefähr der
Südostküste von Australien folgt, 760 Stn nach N 7 /sO von demjenigen entfernt,
an welchem sie über Bord geworfen wurde. Es liegt indefs die Vermuthung
nahe, dafs die Flasche zunächst mit der Trift der westlichen Winde etwa bis
in die Nähe der Nordwestspitze von Neuseeland und von dort mit der Passat
trift nach ihrem Fundorte getrieben ist.
Eingesandt von dem Hafenmeister in Brisbane, Herrn Kapt. Heath,
durch Vermittelung des dortigen deutschen Konsulats.
c) Ausgesetzt von dem deutschen Dampfer „Berlin“ auf der Reise von
Rio de Janeiro nach Montevideo am 26. Mäi*z 1890 auf 32° 32' S-Br und
51° 10' W-Lg. Gefunden von den Herren Heinrich Braun, Lootse in Rio
Grande do Sul, Adolpho Espirito-Santo, Zollbeamter, und Luis Silverio
dos Santos am 7. April 1890 bei Estreito, an der Küste von Brasilien, im
Staate Rio Grande do Sul, auf ungefähr 31° 50' S-Br und 51° 32' W-Lg.
Trift der Flasche unter den bekannten Voraussetzungen in 12 Tagen
46 Sm nach NNWVsW.
Eingesandt durch den Erstgenannten der drei Finder.
d) Ausgesetzt von dem deutschen Dampfer „Petropolis“, Kapt. Th. Albert,
am 25. Januar 1890 auf der Reise von Montevideo nach St. Vincent auf 23° 26' S-Br
und 41° 58' W-Lg. Gefunden von dem Herrn Camelio Augustinho Leal
am 8. April 1890 an der Ostküste von Brasilien, in der Nähe von Torres, auf
29° 20' S-Br und 49° 43' W-Lg, am Strande.
Trift der Flasche unter den bekannten Voraussetzungen in 73 Tagen
547 Sm nach SW 3 /sW.
Eingesandt durch das Kaiserlich deutsche Konsulat in Porto Alegre.
e) Ausgesetzt von dem deutschen Dampfer „Belgrano“, Kapt. J. Riedel,
auf der Reise von Rio de Janeiro nach Teneriffa am 14. März 1890 auf 6° 15'
S-Br und 29° 45' W-Lg. Gefunden von Manuel Francisco do Nassimento
am 19. April 1890 an der Nordküste von Brasilien, 10 Sm nordwestlich der
Mündung des Rio Mossoro, auf etwa 4° 50' S-ßr und 37° 15' W-Lg.
Trift der Flasche unter den bekannten Voraussetzungen in 36 Tagen
ungefähr 460 Sm nach WzN.
Eingesandt durch das Kaiserlich deutsche Konsulat in Pernambuco.
f) Ausgesetzt von dem deutschen Dampfer „Corrientes“, Kapt. W. Jösting,
auf der Reise von St. Vincent nach Montevideo am 30. Mai 1889 auf 2° 36'S-Br
und 31° 54' W-Lg. Gefunden von dem Herrn Andrew Rasmussen, Vor
steher der Station zur Rettung Schiffbrüchiger in Saluria an der Küste von
Texas, am 10. März 1890 an der Insel Matagorda, auf 28° 5' N-Br und
96° 45' W-Lg.
Trift der Flasche unter den bekannten Voraussetzungen in gerader Linie
in 284 Tagen 4218 Sm nach NWzW 3 /4W. Vielleicht ist die Flasche, nachdem
sie die Strafse von Yucatan verlassen hatte, der Bucht des Golfs von Mexiko
folgend, weiter getrieben und würde dann 300 bis 400 Sm mehr zurückgelegt
haben.
Eingesandt durch Vermittelung des Kaiserlich deutschen Konsulats in
New-York von dem Vorstande des Vereinigte Staaten-Lebensrettungs-Dienstes
in Washington.
g) Ausgesetzt von dem deutschen Dampfer „Frankfurt“, Kapt. C. Steen -
ken, auf der Reise von St. Vincent (Kap Verden) nach Vigo am 30. April 1889
auf 24° 26' N-Br und 20° 44' W-Lg und gefunden von dem Herrn L. H. Hein
am 22. Februar 1890 an der Küste der Insel Columbas (Ostküste von Costa-
Rica) auf 9° 26' N-Br und 82° 17' W-Lg, nachdem die Flasche kurz zuvor an
getrieben war.
Trift der Flasche unter den bekannten Voraussetzungen, wahrscheinlich
1000 Sm in südwestlicher, 2700 Sm in nahezu westlicher und 300 Sm in südsüd-
Ann. (1. Hydr. etc., 1889, Heft XII. g