Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Sommer 1886.
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in 28,2° N-Br und 32,8° W-Lg am 1. September und von „Albert Reimann“ in
25,3° N-Br und 36,3° W-Lg am 3. September erreicht. Im weiteren Verlaufe
ihrer Fahrten wurden beide Schiffe noch sehr lange durch Stille und schwache
Gegenwinde aufgehalteu, so dafs sie erst nach verhältnifsmäfsig langer Reise
ihr Ziel erreichen konnten.
Die meteorologischen Verhältnisse in Barca Quebrada und Puerto
Viejo am Golf von Papagayo an der Küste von Costa Rica.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
Kapt. W. Wieting von der deutschen Bark „J. H. Ramien“ hat vom
25. März bis zum 25. April in Barca Quebrada, auf 10° 18' N-Br und 85° 52' W-Lg,
und in dem nahe belegenen Puerto Viejo vom 26. April bis zum 16. Mai 1888
täglich um 8 h a. m., 2 h p. m. und 8 h p. m. regelmäfsige meteorologische Beob
achtungen angestellt, deren Resultat im Nachstehenden wiedergegeben wird.
Die benutzten Instrumente sind dem Kapt. Wieting von der Seewarte geliehen
und die Korrektionen derselben vor dem Antritt und nach der Beendigung der
Reise auf diesem Institut bestimmt worden. Die Ablesungen der Instrumente
sind für die Korrektionen der Letzteren verbessert, und der Luftdruck ist auf
0° Temperatur reducirt. Da die Entfernung der beiden Beobachtungsorte von
einander nur sehr gering ist (die genaue Lage von Puerto Viejo ist nicht an
gegeben), so wird augeuommen, dafs die sämmtlichen Beobachtungen an einem
und demselben Orte angestellt wären, und werden dieselben daher in der
Bearbeitung in diesem Sinne behandelt.
Nach der angefügten Tabelle war der Wind bei Weitem von NB bis E
vorherrschend; die Seebriese aus westlicher Richtung drang nur vereinzelt durch.
Während der 53 tägigen Beobachtuugszeit geschah dieses 14 Mal. Die Seebriese
setzte gewöhnlich zwischen ll h und 12 b a. m. ein, zuweilen schon um 10 h a. m.
und in einzelnen Fällen erst zwischen 2 h und 3 h p. m. und dauerte in der Regel
bis 6 h —8 h p. m. In der Nacht wechselten meistens veränderliche Winde und
Windstillen mit einander ab. Die Stärke des östlichen Windes war durch
schnittlich eine bedeutende, am 5. und 6. April wehte es stürmisch, und am
Morgen des letztgenannten Tages erreichte der Wind auf kurze Zeit sogar die
Stärke 10. Feiner trat der Wind am Nachmittage des 13. und des 14. April
stürmisch auf. Die westlichen Winde waren dagegen stets schwach, so dafs
die mittlere Stärke aller Winde nur 3,5 betrug. Durchschnittlich am frischesten
trat der Wind um 2 h p. m. auf. Windstillen wurden an den Beobachtungsstunden
am häufigsten um 8 h a. m. beobachtet. Die heftigen, stofsweise wehenden Laud-
winde — Papagayos — traten vornehmlich in der ersten Zeit des Aufenthalts
auf; vom 29. März bis zum 15. April wehte es fast ununterbrochen mit einer
Stärke über 6 aus NE bis NEzE. Nach dem 23. April wurde der Wind flau
und veränderlich und kam häufiger aus See.
Der mittlere Luftdruck hatte die Höhe von 758,0 mm; am höchsten war
derselbe um 8 h a. m., am niedrigsten um 2 h p. m. Die durchschnittliche tägliche
Schwankung betrug 2,3 mm. Die absolute Schwankung des Luftdrucks während
der ganzen Beobachtungszeit bewegte sich zwischen dem Maximum von 761,2 mm
und dem Minimum von 755,2 mm. Das Erstere trat ein am 30. März um 8 h a. m.
bei frischem NE-Winde und leicht bewölktem Himmel, Letzteres ereignete sich
am 14. und 16. April um 2 h p. m. bei beziehungsweise ENE 7—10 und schwach
bewölktem Himmel und ENE 4, wolkig.
Die mittlere Temperatur der Luft hatte den Werth von 29,6° C. Die
selbe stieg von 27,6° um 8 h a. m. auf 31,6° um 2 h p. m. uud fiel dann gegen
8 h p. m. auf 29,5°, so dafs der Unterschied zwischen der gröfsten und der
kleinsten Mitteltemperatur der drei Beobachtungstermine 4,0° betrug. Das
Maximum der ganzen Beobachtungsreihe von 33,3° fiel auf den 10. und 20. April
2 h p. m., als ein mäfsiger bis frischer ENE-Wind wehte und der Himmel leicht