accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

514 
Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Sommer 1886. 
und 68° W-Lg sogar heftig stürmten. Dieselben wurden verursacht durch 
jenes Tiefdruckgebiet der Karte XXIV, dessen Mittelpunkt am 26. Juni in 
Kanada zu liegen schien. Am 29. Juni ankerte „Aequate»'“ im Hafen von Boston. 
Eine in der Liste zunächst folgende Gruppe wird aus den neun Mit 
seglern: „Fortuna“, „Indra“, „Kaie“, „Louise“, „Industrie“, „J. W. Gildemeister“, 
„G. R. Bishop“, „Spéculant“ und „Martha“ gebildet. Von denselben segelte 
„Kaie“ nach New-York, die übrigen alle zum Kanal. Alle wurden, im Gegen 
sätze zu den Schiffen der vorerwähnten Gruppe, vom Südostpassat bis in nörd 
liche Breiten begleitet. Nachdem derselbe geendet, wurden auch fast alle 
mehrere Tage durch das Ueberschreiten des Stillengürtels aufgehalten, nur bei 
„Indra“ und „Kaie“ und besonders bei „Louise“ war dieses letztere in geringerem 
Mafse der Fall. Veihältnifsmäfsig lange gebrauchten die Schiffe, um die zwischen 
10° und 30° N-Br liegende Strecke zurückzulegeu. 
Zum Theil infolge des Auftretens jenes flachen Tiefdruckgebietes der 
Karte XXIV, welches am 22. Juni inmitten des Hochdruckgebietes erschien, 
wurden die an dessen Westseite stehenden Schiffe durch nördliche Winde 
zurückgehalten, und fand der Passat ein vorzeitiges Ende. Die polare Grenze 
desselben wurde angetroffen: von „Fortuna“ in 22,6° N-Br und 38,2° W-Lg, 
wie von „Indra“ in 24° N-Br und 39,8° W-Lg und „Louise“ in 23° N-ßr und 
40° W-Lg am 20. Juni. Bei diesen drei Mitseglern stellte sich, verursacht 
durch jenes zuletzt erwähnte flache Tiefdruckgebiet, nach dem Aufhören des 
Passats bald Westwind ein, der fast ununterbrochen bis zum Kanal anhielt. 
Die folgenden Schiffe dieser Gruppe wurden länger vom Passat begleitet. Es 
endete derselbe: bei „Industrie“ in 29,1° N-Br und 39° W-Lg, wie boi 
„J. W. Gildemeister“ in 30,3° N-Br und 37° W-Lg und „C. R. Bishop“ in 
30° N-Br und 37° W-Lg am 28. Juni, bei „Spéculant“ in 31° N-Br und 41,3° 
W-Lg am 30. Juni und bei „Martha“ in 33° N-Br und 38,7° W-Lg am 2. Juli. 
Nördlich von diesen Punkten wurden noch für längere Zeit leichte unbeständige 
Ostwinde angetroffen, die langsam südlicher holten und endlich unweit von 
40° N-Br durch Süd nach Südwest drehten. Der letzte Reisoabschnitt nahm 
infolge dessen bei allen Schiffen einen befriedigend raschen Verlauf. „Kaie“, 
welcher bis nach 18° N-Br hin von sehr kräftigem Passat begüustigt worden 
war, verlor denselben schon, als er sich am 20. Juni iu der Nähe von 23° N-Br 
und 58° W-Lg befand. Nachdem der Wind daun eine langsame Drehung nach 
rechts ausgeführt hatte, wehte er noch wieder für einige Zeit aus östlicher 
Richtung. Nördlich von 30° N-Br waren Westwinde vorherrschend. Ein frischer 
Südsüdwestwind führte das Schiff am 6. Juli zum Hafen von New-York. Die 
ebenfalls nach New-York bestimmte Bark „Godefroy“, welche am 16. Juni iu 
39° W-Lg von südlicher in nördliche Breite übergegangen war, verlor mehrere 
Tage beim Ueberschreiten des Stillengürtels. Nachdem der Passat am 23. Juni 
in der Nähe von 7,4° N-Br und 43,5° W-Lg eingesetzt hatte, wehte er für 
längere Zeit kräftig und beständig. Die polare Passatgrenze lag am 3. Juli 
unweit von 28° N-Br in 64,5° W-Lg. Auf dem letzten Reiseabschnitte 
herrschten westliche und nordöstliche Winde vor. Am 13. Juli erreichte 
„Godeffroy“ New-York. 
Die drei Mitsegler „Hugo“, „George“ und „Gustav Adolph“, welche iu 
der zweiten Hälfte de3 Juni von südlicher in nördliche Breite übergegaDgen 
waren, verloren zunächst längere Zeit, bevor es gelang, den Nordostpassat zu 
erreichen. Bei „Hugo“ war dies nicht eher der Fall, als bis derselbe am 
27. Juni nach 10,8° N-Br in 26,5° W-Lg gelangt war. „George“ fand den 
Passat, als er am 24. Juni nach 9,5° N-Br in 28,3° W-Lg vorgerückt war, und 
bei „Gustav Adolph“ kam dieser Wind am 29. Juni in 9° N-Br und 29° W-Lg 
durch. Der nicht sehr frische Passat begleitete die Schiffe bis in verhältnifs- 
mäfsig hohe Breiten. Als derselbe bei „Hugo“ am 11. Juli unweit von 36° N-Br 
in 36,5° W-Lg endete, geschah dasselbe gleichzeitig auch bei dem in 35,7° N-Br 
und 36° W-Lg stehenden „Gustav Adolph“. „George“ hatte denselben am 
7. Juli in der Nähe von 36,8° N-Br und 38,8° W-Lg verloren. Die ersteren 
beiden Mitsegler standen damals nahe bei einander, obgleich ihre Schnittpunkte 
der Linie sechs Grad in Länge von einander entfernt gewesen waren. Nördlich 
vom Passatgebiet wurden diese Mitsegler noch für mehrere Tage durch leisen 
östlichen Zug aufgehalten. Erst in der Nähe von 40° N-Br stellte sich ein
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.