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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Viertcljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Sommer 1886. 
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nach Nordost der Passat. Es erreichten denselben: „Dione“ in 33,4° N-Br 
und 17,4° W-Lg am 29. Juni und „Capella“ in 33,2° N-Br und 17,5° W-Lg am 
1. Juli. Von diesen Punkten aus steuerten die beiden Mitsegler der eine östlich, 
der andere westlich von den Kap Verden nach Süden. Der Passat begleitete 
„Dione“ bis zum 6. Juli nach 14,7° N-Br in 20,7° W-Lg, die sich westlich 
haltende „Capella“ bis zum 11. Juli nach 9,2° N-Br in 26° W-Lg. Dies letztere 
Schiff, welches bis dahin gegen den Mitsegler verloren hatte, wurde nun dadurch 
begünstigt, dafs cs kürzere Zeit, als es bei „Dione“ der Fall war, von leichter 
Mallung zurückgehalten wurde, bevor es gelang, den später bei beiden Schiffen 
nur schwach auftretenden Südwestmonsun zu erreichen. Als östlichsten Punkt 
berührte „Dione“ 5,6° N-Br in 17,5° W-Lg am 16. Juli und „Capella“ 5,5° N-Br 
in 20,5° W-Lg am 18. Juli. Um von 30° N-Br ab den Aequator zu erreichen, 
waren für jenes Schiff 20 Tage 12 Stunden, für dieses 20 Tage erforderlich 
gewesen. Verhältnifsmäfsig ungünstiger, besonders auf dem letzten Reise 
abschnitte, verlief die Fahrt des von New-York her zur Linie segelnden „Rajah“. 
Die Reise dieses am 18. Juni in See gegangenen Schiffes nahm Anfangs einen 
recht befriedigenden Verlauf. Das auf Karte XXIII angegebene Tiefdruck 
gebiet, welches sieh vom 19. bis zum 22. Juni im westlichen Theile des Atlantik 
nach Nordosten bewegte, verursachte kräftige Nordwinde, bei denen ein be 
deutender Theil der Reise in rascher Fahrt zurückgelegt werden konnte. Bei 
den später angetroffenen, im nördlichen Theile des Hochdruckgebietes der 
Karte XXIV vorherrschenden schwachen Westwinden war der Fortgang ein 
bedeutend langsamerer. Unweit von 30° N-Br in 43° W-Lg stellte sich am 
2. Juli der zwischen 22° und 11° N-Br seine gröfste Stärke entwickelnde, aber 
aus Bchralor Richtung wehende Passat ein, dessen Gebiet sich bis nach 9,6° N-Br 
in 38,3° W-Lg ausdehnte. Als „Rajah“ sich am 11. Juli unweit dos letzteren 
Punktes befaud, stand das Schiff mit Rücksicht auf das Schneiden der Linie 
viel zu westlich, und es mufste auf das Antreffen südwestlichen Monsuns ge 
rechnet werden, um damit nach Osten zu segeln. Diese Hoffnung wurde auch 
nicht getäuscht. In der Nähe von 6,7° N-Br und 36° W-Lg stellte sich der 
Südwestmonsun ein, der das Schiff bis zum 22. Juli nach 3° N-Br in 24° W-Lg 
führte. Einen Tag später ging „Rajah“ in 28° W-Lg von nördlicher in südliche 
Breite über. 
Während der ersten Woche des Juli verliefs eine aus den vier Schiffen: 
„Emil Julius“, „Johanna“, „Albatro/s“ und „Ingo“ zusammengesetzte Gruppe 
den Kanal, um zur Linie zu segeln. Der Anfang ihrer Reisen verlief bei 
schwachen nordwestlichen und nordöstlichen Winden, welche eine Folge der 
ungewöhnlichen Form des östlichen, sich über Westeuropa ausdehnenden Theils 
des Hochdruckgebietes der Karton XXIV und XXV waren. Als die Schiffe 
südlich von demselben gekommen waren, hielt sich der Wind dauernd im nord 
östlichen Viertel und wurde später zum Passat, ohne dafs irgend eine Störung 
vorher beobachtet wurde. Die drei ersten dieser Schiffe schlugen bei demselben 
oiuen Ost von den Kap Verden nach Süden führenden Kurs eiu, während „Ingo“ 
der westlichen Route folgte. Das Gebiet des Passats dehnte sich aus für: 
„Emil Julius“ am 17. Juli bis nach 15,2° N-Br in 21° W-Lg, für dio nach dem 
Passiren der Kap Verden einen sehr westlichen Kurs einschlagende „Johanna“ 
am 22. Juli bis nach 9,5° N-Br in 25° W-Lg, für „Albatrofs“ am 23. Juli bis 
nach 12,3° N-Br in 22,8° W-Lg und für „Ingo“ am 23. Juli bis nach 11,3° N-Br 
in 26,4° W-Lg. Südlich von diesen Punkten wurden alle vier Mitsegler nur 
für kurze Zeit durch Mallung aufgehalten. Es stellte sich bald der südwestliche 
Monsun ein, der bei allen, nur nicht beim „Emil Julius“, frisch wehte und bei 
dem mit St-B.-Halsen gesegelt wurde. Dabei erreichten als Östlichsten Punkt: 
dies letztere Schiff 6° N-Br in 18,4° W-Lg am 25. Juli, „Johanna“ 5,9° N-Br in 
16,7° W-Lg am 26. Juli, „Albatrofs“ 4,8° N-Br in 14,5° W-Lg am 3. August 
und „Ingo“ 5,7° N-Br in 19,4° W-Lg am 28. Juli. Den Aequator überschritten 
„Emil Julius“ und „Johanna“ am 30. Juli, „Albatrofs“ am 7. August uud „Ingo“ 
am 1. August. Das Resultat dieser letzteren, auf westlicher Route ausgeführten 
Reise war das günstigste. Denn w r enn die Reise des „Albatrofs“ auch wahr 
scheinlich durch wiederholtes Wenden im Gebiete des Südwestmonsuns und 
reichlich weites Vorrücken nach Osten unnöthiger Weise verlängert wurde, so 
waren andererseits der „Emil Julius“ und die „Johanna“ dem „Ingo“ an
	        
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