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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Vierteljiihi's-Wetter-Rundsibau der Deutschen Seewarte, Sommer 1886. 
Von den drei Mitseglern „Richard Wagner“, „Caura“ und „Lorenz Bansen“ 
schnitten, infolge der Lage ihres Abfahrtshafens, der erstere und letztere den 
Parallel von 50° N-Br in 13° W-Lg. Diese Schiffe waren daher im Stande, 
den dort wehenden frischen Westwind besser auszunutzen, als „Caura“ dies 
vom Kanal aus thun konnte. Die Schiffe befanden sich hier an der Nordost 
seite des Hochdruckgebietes der Karte XXII. Als sie weiter nach Süden vor 
gerückt und zur Ostseite des Maximums gelangt waren, drehte der Wind durch 
Nord nach Ost, frischte auf und gewährte den Schiffen eine erwünschte Gelegen 
heit zur Förderung ihrer Reisen. Der „Richard Wagner“, ein grofses viermastiges 
Schiff, wurde durch diesen Wind am meisten begünstigt. Nachdem derselbe 
geendet und flauer, unbeständiger Zug an seine Stelle getreten war, befand sich 
das Schiff am 20. Juni Mittags in 25° N-Br und 20° W-Lg, „Caura“ gleichzeitig 
bei 38° N-Br und 16,5° W-Lg und „Lorenz Hansen“ in 38° N-Br und 17° W-Lg. 
Die beiden letzteren Mitsegler waren bis dahin gegen den ersteren zurück 
geblieben. Durch das nach einiger Zeit stattfindende, bei ihnen früher erfolgende 
Einsetzen des Nordostpassats wurden sie jedoch begünstigt. Es erfolgte dies 
bei „Richard Wagner“ in 25,5° N-Br und 20° W-Lg am 21. Juni, bei „Caura“ 
in 31,7° N-Br und 18,8° W-Lg, wie bei „Lorenz Hansen“ in 32,6° N-Br uud 
19,5° W-Lg am 25. Juni. Die beiden letzten Schiffe wurden später auch für 
längere Zeit von frischem beständigen Passat begünstigt, als dies bei dem sich 
östlich von den Kap Verden haltenden „Richard Wagner“ der Fall war. Zur 
südlichen Passatgrenze gelangte dies letztere Schiff in 11,5° N-Br und 20,5° W-Lg 
am 26. Juni, „Caura“ in 11,1° N-Br und 24,3° W-Lg, wie „Lorenz Hansen“ in 
11,5° N-Br und 27° W-Lg am 4. Juli. Im schwierig zu überwindenden Stillen 
gürtel, in welchem von „Caura“ und „Lorenz Hansen“ kein südwestlicher Wind 
beobachtet wurde, verbrachten diese beiden Schiffe je sechs und sieben Tage. 
Nachdem „Richard Wagner“ fünf Tage durch Stille und Mallung zurückgehalten 
worden war, stellte sich bei ihm am 1. Juli unweit von 7,5° N-Br in 18,5° W-Lg 
ein frischer Südwestmonsun ein, bei welchem mit St-B.-Halsen bis nach 6,8° N-Br 
in 16,3° W-Lg gesegelt wurde. Hier wurde am Mittage des 2. Juli gewendet 
und bei allmählich in den Südostpassat übergehendem Winde bis zum 6. Juli 
die Strecke zu der in 24,3° W-Lg überschrittenen Linie zuiückgelegt. Bei 
„Caura“ stellte sich der Südostpassat am 11. Juli in der Nähe von 6,9° N-Br 
und 21,7° W-Lg und bei „Lorenz Hansen“ in etwa 6° N-Br und 26,8° W-Lg 
am 12. Juli ein. Um von 30° N-Br ab den Aequator zu erreichen, waren für 
den die östliche Route befolgenden „Richard Wagner“ 18 Tage 14 Stunden, für 
„Caura“ 19 Tage 8 Stunden und für „Lorenz Hansen“ 19 Tage erforderlich 
gewesen. Dies letztere Schiff, welches die Linie in dem für die betreffende 
Jahreszeit zu weit westlich gelegenen Punkte von 32° W-Lg geschnitten hatte, 
konnte später ober die brasilianische Küste nicht klaren und verlor daher dort 
eine lange Zeit. Die Folge davon war, dafs, al3 „Caura“ am 30. Juli nach 
22,8° S-Br und 34,3° W-Lg gelangt war, „Lorenz Hansen“ sich noch in 8,6° S-Br 
uud 33,8° W-Lg befand. 
Die nächste zu besprechende Gruppe von Schiffen umfafst die drei Mit 
segler „Rajah“, „Dione“ und „Capella“. Von denselben war das erstere von 
New-York abgesegelt, und kann deshalb nur der letzte Theil seiner Reise zur 
Vergleichung mit den beiden Mitseglern heraugezogen werden. Die Fahrten 
der anderen, wohl gleich rasch segelnden Schiffe, von denen das eine die Kap 
Verden an ihrer Ostsoite, das andere an deren Westseite passirte, hatten die 
gleiche Dauer. Als „Dione“ und „Capella“ den Kanal verliefsen, wehten vor 
dessen Mündung nordwestliche Winde, die unter dem Einflufs des flachen Tief 
druckgebietes standen, welches eich damals auf ganz ungewöhnlicher Bahn über 
Nordwestdeutschland bewegte. (Siehe Karte XXIII.) Als die dabei guten 
Fortschritt nach Südwesten erzielenden Mitsegler mehr in den Bereich des 
kleineren Hochdruckgebietes derselben Karte gelangten, veränderte sieh der 
Wind nach Nordost. Nach einigen Tagen, bei der Annäherung an die nord 
östliche Seite des grofsen Hochdruckgebietes der Karte XXIII, drehte derselbe 
aber zurück nack Nordwest. Die Windrichtung blieb also eine günstige, doch 
war die Windstärke eine wenig befriedigende. Indem die Schiffe dabei weiter 
nach Süden vorrückten und in den Bereich des Hochdruckgebietes der KarteXXIV 
gelangten, entstand schliefslich durch Veränderung des Windes von Nordwest
	        
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