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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Vierteljahrs-Wetter-Rundschau  der  Deutschen  Seewarte,  Sommer  1886.

Osten  rasch  verflachende  Tiefdruckgebiet  keine  stürmischen  Winde,  obwohl  auch
sie  am  16.  August  die  Wirkungen  desselben  merkten.  Da  auch  im  ferneren
Verlaufe  dor  Reisen  die  Bahnen  der  auf  Karten  XXIX  und  XXX  angegebenen
Tiefdruckgebiete  nördlich  von  den  Schilfen  verliefen,  verliefs  der  Wind  bis  zum
Ende  des  August  nur  selten  den  westlichen  Halbkreis.  Nur  dem  Umstande,
dafs  die  Windrichtung  sich  häufig  von  der  hoch  südlichen  nach  einer  hoch
nördlichen  veränderte,  war  es  zu  verdanken,  dafs  ein  noch  einigermafson  befriedigender ­
  Fortschritt  erzielt  werden  konnte.  Eine  Besserung  dieser  Verhältnisse ­
  erfolgte  erst  zu  Anfang  des  Monats  September.  Alle  Schiffe  wurden  dann
durch  längere  Zeit  anhaltenden  Ostwiud  begünstigt,  bei  dom  der  letzte  Reiseabschnitt ­
  in  rascher  Fahrt  zurückgelegt  werden  konnte.  Durch  diesen  Wind
wurde  es  auch  verursacht,  dafs  alle  Mitsegler,  nur  mit  Ausnahme  von  „Friederike“,
fast  gleichzeitig  70°  W-Lg  überschritten.  Dieses  letztere  Schiff  erreichte  New-York
  am  8.  September,  und  „Dora“  that  dasselbe  am  17.  September.  Drei  Tage
später  als  „Dora“  gelangte  „Caroline“  zur  Mündung  des  Delaware,  und  am
21.  September  endlich  passirte  „Dakota“  das  Kap  Henry  und  ankerte  „Maryland“ ­
  im  Hafen  von  New-York.
2.  Reisen  von  West  nach  Ost.
Von  den  24  für  die  Seewarto  arbeitenden  Schiffen,  welche  während  des
vorliegenden  Vierteljahres  den  Nordatlautik  in  west—östlicher  Richtung  überschritten, ­
  verliefsen  16  nördliche  Häfen  der  Union  mit  der  Bestimmung  für  den
Kanal.  Je  zwei  von  denselben  Plätzen  herkommende  segelten  nach  der  Nordspitze ­
  Schottlands  oder  nach  Gibraltar,  und  vier  andere  endlich  verliefsen  am
Golf  vou  Mexiko  gelegene  Häfen  oder  eine  der  Antillen.  Die  mittlere  Reisedauer ­
  war  28,4  Tage.  Die  kürzeste  wurde  von  „Shakspere“  iu  21  Tagen  ausgeführt,
  während  „Repvbüc“  für  eine  der  nördlichen  Reisen  mit  29  Tagen  die
läugste  Zeit  in  Anspruch  nahm.
Die  ersten  drei  Schiffe,  welche  die  Liste  eröffnen,  „Cleopatra“,  „Dakota“
und  „Caroline“,  traten  ihre  Reisen  noch  in  der  letzten  Hälfte  des  Mai  an.  Von
ihnen  fand  das  erstere  Schiff  die  ungünstigsten  Verhältnisse.  Im  Mai  wurde  es
noch  an  mehreren  Tagen  durch  Ostwinde  zurückgehalten,  und  als  dasselbe  am
1.  Juni  nach  43°  N-ßr  in  34°  W-Lg  vorgerückt  war,  stellten  sich  dort  abermals
längere  Zeit  anhaltende  leichte  Nordostwinde  ein.  Dieselben  wurden  hervorgerulen
  durch  das  auf  Karte  XXI  dargestellte  grofse  Hochdruckgebiet,  nahe
dessen  östlichem  Rande  sich  „Cleopatra“  befand.  „Dakota“  und  „Caroline“
beobachteten  diesen  Wind  nicht;  dieselben  konnten  im  Gegentheil  die  letzte
Hälfte  ihrer  Reisen  bei  fast  nur  aus  günstiger  Richtung  wehenden  Winden
zurücklegen.  Durch  Sturm  wurde  keine  dieser  Fahrten  beunruhigt.  Die  in  der
Tabelle  folgende  „Hedwig“  ist  das  erste  von  den  beiden  der  zum  Mittelmeere
bestimmten  Schiffe.  Sie  war  gleichzeitig  mit  der  vorerwähnten  „Caroline“  vom
Delaware  aus  in  See  gegangen  und  fand  bis  nach  30°  W-Lg  hin  auch  ganz
ähnliche  Verhältnisse,  wie  dieser  Mitsegler  sie  beobachtet  hatle.  Nachdem
„Hedwig“  aber  bis  zum  12.  Juni  nach  40°  N-Br  in  25°  W-Lg  vorgerückt  war,
begann  für  sie  eine  lange  Periode  schwacher,  von  häufiger  Stille  unterbrochener
Winde,  bei  denen  der  Fortgang  nur  ein  sehr  langsamer  sein  konnte.  Dieser
Zustand  wurde  verursacht  durch  die  Wetterlage,  wie  sie  die  Karten  XXII  und
XXIII,  als  damals  für  den  mittleren  und  östlichen  Theil  des  Atlantik  geltend,
zeigen.  Im  östlichen  Theile  des  Hochdruckgebietes  des  ersteren  und  südöstlich
vom  kleineren  Hochdruckgebiete  der  Karte  XXIII  konnten  nur  nördliche  und
nordöstliche  Winde  auftreten.  Infolge  dessen  nahm  die  Reise  durch  diesen
Meerestheil  nur  einen  sehr  langsamen  Verlauf.  Erst  am  28.  Juni  konnte
„Hedwig“  bei  ganz  schwachem  Westwinde  die  Strafse  von  Gibraltar  durchsegeln.
Als  nächste  Gruppe  von  Schiffen  sind  „Heinrich  fy  Tonio“,  „J.  W.  Wendl“,
„Mozart“  und  „  l^ictoria“  zusammenzufassen.  Diese  Mitsegler,  welche  den  Hafen
im  zweiten  Drittel  des  Juni  verliefsen,  waren  alle,  mit  Ausnahme  des  zum
Mittelmeere  segelnden  „J.  W.  Wendt“,  zum  Kanal  bestimmt.  Als  besonders
kurz  zeichnet  sich  unter  ihren  Fahrten  die  des  „J.  IU.  Wendt“  aus,  welcher  die
Strafse  von  Gibraltar  24  Tage  nach  der  Abreise  erreichte.  Die  Raschheit
dieser  Reise  macht  sich  besonders  gegen  die  8  Tage  längere  des  zum  Kanal
bestimmten  „Heinrich  Sf  Tonio“  geltend.  Infolge  der  verschiedenen  Stellung
            
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