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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Die Witterung an der deutschen Küste im Februar 1901. 
während die kleinste Schwankung in Borkum 11,5° und die gröfste in Neufahr- 
wasser 25,0° betrug; Die Nordsee-Inseln hatten 21 bis 22, die übrigen Stationen 
25 bis 27 Frosttage, an denen die niedrigste Temperatur der Nacht unter Null 
lag; von Eistagen, an denen die höchste Temperatur unter Null blieb, hatte 
Keitum 5, Borkum 8, während die übrigen Stationen ostwärts bis zur Oder 11 
bis 13, der Osten an 14 bis 16 zu verzeichnen hatten. Die Reihe der oben 
definirten Frosttage reichte vom 29. Januar fast ununterbrochen bis zum 
26. Februar an. der Nordsee und 27, Februar an der Ostsee; nächtliche Minimum- 
temperaturen über Null wurden während dieser Zeit nur am 9. überall mit Aus- 
nahme von Memel, sowie auf den Nordsee-Inseln am 8.;, 10., 23. und 24. beob- 
achtet. Die interdiurne Veränderlichkeit der Temperatur, die als Mittel der 
unabhängig vom Vorzeichen zusammengefafsten Aenderungen von Tag zu Tag 
für die drei Beobachtungstermine berechnet wurde, schwankte mit ihren gröfsten 
Werthen zwischen 1,9° und 4,0° und hatte mit Ausnahme von Borkum ihre 
größten Beträge am Morgen, ihre kleinsten am Nachmittage, der Jahreszeit 
entsprechend. $ 
Die Niederschlagsmengen des Monats betrugen vielfach weniger als 20 mm 
und überstiegen nur vereinzelt 30 mın, 40 mm nur in Nenfahrwasser und Memel; 
den wenigsten Niederschlag hatte Keitum mit 3, den meisten Memel mit 57 mm. 
Läfst man den Niederschlagstag um 8° a Ortszeit des gleichnamigen Kalender- 
tages beginnen und sieht man von geringfügigen und vereinzelten Niederschlägen 
ab, so fielen diese über gröfserem Gebiete am I. an der ganzen Küste, am %, 
und 3, an der preufsischen Küste, am 4. von Mecklenburg bis zur Oder, am 5. 
an: der Ostsee-Küste, am 6. an der mittleren und östlichen Ostsee-Küste, am 7. 
von Mecklenburg bis Pommern, am 8. bis 10. an der ganzen Küste, am Il. westlich 
der Weser und ostwärts der Oder, am 12, bis 15. an der. ganzen Küste, am 16. 
ostwärts: bis Mecklenburg, am 17, an der ganzen Küste, am 18. und 19. ostwärts 
bis Rügen, am 20, von der schleswig-holsteinschen Küste bis Rügen, am 21. bis 
24. an der ganzen Küste, am 25, und 26, westlich der Elhe und am 27, und 28, 
an;der ganzen Küste. Schr ergiebige, in 24 Stunden 20,0 mm überschreitende 
Niederschläge und Gewitter wurden nicht beobachtet. Nebel trat in gröfserer 
Verbreitung auf am 2, bis 5. ostwärts bis Mecklenburg, am 8. ostwärts bis zur 
Oder, am 9, an der mittleren Ostsee-Küste, am 12. an der Nordsee, am 16, an 
der Nordsee östlich der Weser, am 22. von der Elbe westwärts und am 26, ost- 
wärts bis Rügen. Als heitere Tage, an denen die Bewölkung im Mittel aus 
ihrer dreimal täglichen Schätzung nach der Skala 0 bis 10 kleiner ’als 2 war, 
charakterisirten sich über gröfserem Gebiete der 10. bis 12. zwischen Elbe und 
Oder, der. 13. ostwärts bis zur Elbe und an der preufsischen Küste, der 18. an 
der preufsischen Küste, der 20. an der Nordsee und an der pommerschen Küste 
und der 25, an der Ostsee. 
In der ersten Pentade herrschte über fast ganz Europa niedriger Luft- 
druck; Minima durchquerten Kontinentaleuropa in schneller Folge und in den 
verschiedensten Richtungen. Bei veränderlichen Winden hatte die Küste trübes, 
som 2. bis 5. ostwärts‘ bis Mecklenburg nebeliges Wetter und Niederschläge am 
1. über dem ganzen Gebiete, an den folgenden Tagen meist über Tbheilen .der 
Ostsee-Küste... Die Winde. an der Küste waren schwach, ausgenommen am 3., 
als ein durch Polen nach dem Finnischen Busen schreitendes Minimum an der 
preufsischen ‘Küste steife bis stürmische Winde aus nördlichen Richtungen im 
Gefolge hatte. 
"+. Eine. Aenderung der Wetterlage trat am 6. ein, als. sich ein Hochdruck- 
gebiet vom Ozean: her über Centraleuropa ausbreitete, und es erhielt sich dann 
in’der Folge bis'zum MH. hoher Luftdruck von den Britischen Inseln in wechselnder 
Mächtigkeit über Kontinentaleuropa ausgebreitet gegenüber niedrigem Luftdruck 
über, Nordeuropa und dem Mittelmeer. Verschieden weit nach Süden reichende 
Randbildungen -der nördlichen Depression beeinflufsten die Küste bei ihrem ost- 
wärts gerichteten Fortschreiten, und insbesondere rief ‚ein über den Bottnischen 
Busen nach dem Innern Russlands vordringendes Theilminimum am 9, bis 11, die 
angegebenen stürmischen Winde aus westlichen bis nördlichen Richtungen an 
der Östsee hervor. Bei Winden aus westlichen Richtungen waren diese Tage 
an der Küste vorwiegend trüb, an der Ostsee theilweise nebelig und brachten 
verbreitete Niederschläge.: 
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