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Ueber das nautische Längenproblem.
w artige Jahr enthält als Anhang die Zusammenstellung der Korrektionen von
Newcomb zu Hansen’s Mondtafeln.
Hinsichtlich der zuletzt behandelten Längenbestimmung durch den Mond
hat man natürlich nur dann Veranlassung, davon Gebrauch zu machen, also die
Berechnung der Rektascension des Mondes aus der beobachteten Monddistanz
vorzunehmen, wenn keine Vorausberechnung der Monddistanzen in den be
treffenden Fällen im „Nautischen Jahrbuche“ zu finden ist. Die Rechnung für
den Rektascensionsunterschied erfordert auch meistens Logarithmen mit sechs
Decimalstellen. Faye, der in seiner „Astronomie nautique“ diese Rektascensions-
bestimmung schon im Jahre 1880 angab und mit sieben Decimalstellen berechnete,
zog dabei eine Einkleidung in eine besondere Formel vor, statt die gewöhnliche
Monddistanzenrechnung darin aufzunehmen, und bezeiehnete das Ganze dann als
eine neue Methode der Längenbestimmung durch die Rektascension des Mondes.
Zur Berücksichtigung der Abplattung der Erde diente ihm auch der Schnittpunkt
der Normale mit der Erdaxe, und er gebrauchte wie schon Bessel die Ent
fernung dieses Punktes vom Beobachtungsorte und vom Mittelpunkte der Erde
nach Hülfstafeln bei seinen Rechnungen.
Da es schliefslich immer nur auf die kleinen Veränderungen der Hori
zontalparallaxe und der Deklination des Mondes wegen der Erdabplattung bei
dieser und ähnlichen Rechnungen ankoromt, so schien es am zweckmäfsigsten,
den Betrag jener kleinen Gröfsen selbst tabellarisch geordnet zu geben, wie sie
in der gegenwärtigen Abhandlung berechnet sind.
Das Azimuth-Diagramm von Kapitän Weir. 1 )
Von Navigationslehrer W. Reuter in Apenrade.
Kapitän Weil- hat ein Diagramm veröffentlicht, mit dessen Hülfe man
das Azimuth eines Gestirns, wenn Breite, Deklination und Stundenwinkel bekannt
sind, durch einfaches Anlegen eines Parallel-Lineals ermitteln kann. Dasselbe
ist etwa 84 cm hoch und 40 cm breit. Das Azimuth selbst läfst sich auf Zehntel-
Grade entnehmen, ohne die, selbst bei den gröfseren Azimuth-Tabellen (z. B. der
von Labrosse), erforderliche lästige Interpolation. Es ist so handlich, dafa
man selbst an Bord eines Schiffes Raum genug finden dürfte, um ihm die er
forderliche ebene Lage geben zu können und dann in der denkbar kürzesten
Zeit das Azimuth mit für die Praxis vollkommen ausreichender Genauigkeit zu
bestimmen. Noch mehr aber interessirt das Diagramm durch seine Konstruktion,
die auf ihm selbst freilich nicht erklärt ist. Kapt. Weir benutzte dazu die
Gleichung:
. tg ö
cotg A - . cos <p — sin <p . cotg i,
hat dieselbe aber, wie folgt, umgeformt. Er setzt nämlich:
cotg A —
tg d — tg <p . cos t
sin t. sec <p
tg (p . cos t — tg J
sin t. sec <p
Konstruirt man nun ein ebenes rechtwänkeliges Dreieck, dessen Katheten
tg <p . cos t — tg d und sin t. sec f sind, so ist der der Kathete tg <p . cos t — tg S
anliegende Winkel das Azimuth oder dessen Supplement vom erhabenen Pol
aus gerechnet, Ost oder West, je nachdem der Stundenwinkel Ost oder West
ist. Das Diagramm ist nun, wie folgt, entstanden: Mit einem beliebigen Halb
messer als Einheit ist um C ein Kreis gezeichnet, im Endpunkte A des Durch
messers AB ist eine Tangente an diesen Kreis gezogen. A ist dann der
J ) Capitain Weir’s Azimuth Diagram, published by J. D. Potter 31 Poultry and 11 King
street Tower hill, London. Price one shilling and six pence, 1890.