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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Kleine Notizen. 
6,3° C. Die See war ruhig, und es wehte ein leichter NE-Wind. An demselben 
Tage fand eine starke südliche Versetzung statt. 
II. Die Anwendung von Oel zur Beruhigung der Wellen. Kapt. Grönn 
schreibt: „In den „Annalen der Hydrographie“, Jahrgang 1887, finden sich 
mehrere Beschreibungen über die Anwendung von Oel bei schwerem Wetter 
auf See, in denen nach meinen Erfahrungen die Wirkung desselben sehr über 
trieben dargestellt ist. Ich habe in den letzten drei Jahren beim Lenzen dieses 
Verfahren angewandt, indem ich mit Manilawerg lose gefüllte Segeltuchbeutel, 
in die ich jede Wache zwei Flaschen Lampenöl oder Thran hineingofs und die 
mit: Löchern zum Abträufeln des Oels versehen waren, vom Achterdeck an der 
Schiffsseite bis zur Wasseroberfläche herunterhängen liefs, wo sie durch die 
auflaufenden Seen beständig hin und her geschleudert wurden. 1 ) Die von mir 
beobachtete Wirkung bestand darin, dafs die Köpfe der Seen sich glätteten, 
in ähnlicher Weise, wie dieses durch die nachschleppende Bucht einer Trosse 
erzielt wird. Ich habe aber nicht gefunden, dafs die See sich legt oder von 
ihrer Höhe abnimmt, dazu bedarf es gewifs grofser Quantitäten Oels, gröfser 
als die von mir angewandten. Soviel steht indefs aufser aller Frage, dafs sich 
mit dem gewöhnlich an Bord befindlichen Vorrath an Oel schon Bedeutendes 
erreichen läfst, indem man verhütet, dafs die schweren Brechseen sich über das 
Schiff hinwälzen, und wenn auch dieselbe Menge Wasser auf Deck kommt, so 
hat doch das Oel die merkwürdige Eigenschaft, die Brechseen in sogenannte 
todte Seen zu verwandeln.“ 
III. Die Temperatur der Kohlenladung. „Am 28. Juli 1888 auf 45,1° S-Br 
und 60,0° W-Lg mafs ich die Temperatur der Kohlen im Schiffsraum, indem 
ich ein Thermometer in die in jeder Luke angebrachte Luftrohre (alte Gasrohre) 
hinabliefs. Eine gleichzeitige Ablesung von zwei Thermometern ergab für den 
Baum 6,1°, für die äufsere Luft 5,1° C. Der Unterschied schwankte jetzt 
zwischen 1° und 2°, während früher, in einer wärmeren Gegend, die beiden 
Temperaturen übereinstimmend gewesen waren.“ 
„Am 12. August in 52,6° S-Br und 80,7° W-Lg nach der Umsegelung 
des Kap Horn fanden wir die Temperatur im Raum am Boden zu 13°, eben 
unterhalb des Zwischendecks zu 30° und einige Fufs unter dem Oberdeck zu 
10° C. Zuerst machte mich dies etwas besorgt und befürchtete ich ein Selbst 
entzünden der Kohlen. Nachdem jedoch die Luken, die in letzter Zeit stets 
geschlossen gewesen, so viel wie möglich wieder offen gehalten worden waren, 
fand ich, dafs die Temperatur anfänglich dieselbe blieb und später mehr und mehr 
abnahm; am 17. August betrug die Höchsttemperatur im Raum nur noch 20° C.“ 
5. Bemerkungen über den Hafen von Karlskrona. Südküste 
von Schweden. („Hydrographie Notice“, 3 London 1890.) Nach einem 
Bericht des Kommandanten des britischen Schiffes „Northumberland“, Staff- 
Commander G: A. Broad, ist die br. Adm.-Karte No. 2223 „Carlskrona 
Harbour“, korrigirt bis Mai 1889 (Tit. I, No. 34), von tiefgehenden Schiffen 
mit Vorsicht zu benutzen, da dieselbe der Wirklichkeit nicht mehr ganz ent 
spricht. Ungefähr s /i Sm ostwärts von Flagg rund liegt an der Westseite des 
Fahrwassers eine Untiefe mit 6,9m Wasser, welche Purrekullen benannt ist; 
ferner liegt in der Nähe des Fahrwassers zwischen Sundsb&den und Ellebäden 
eine Untiefe mit 8,2 m Wasser, welche Ihara benannt ist. 
Im Oktober 1889 betrug die geringste Wassertiefe in der Einfahrt in 
der Richtungslinie Glockenthurm zwischen zwei Kircheu, von denen die west 
liche eine Kuppel und die östliche zwei viereckige Thürrae hat, 12,8 m. Diese 
Einsegelungslinie führt ca 3 Kabllg. westwärts von Esten vorbei. Hält man 
die Ostseite des Pulvermagazins in Linie mit der Westseite des Forts Godnatt, 
so bleibt man ca l'/s Kabllg. ostwärts von Saltknölen. 
Bei östlichen Winden tritt in Karlskrona gewöhnlich Nebel auf, welcher 
in der Hafeneinfahrt dann sehr dicht zu sein pflegt. 
Es befinden sich zu Karlskrona sechs, der Regierung gehörende Trocken 
docks, von denen das eine so viel erweitert ist, dafs ein Panzer von 3500 Tons 
Gröfse darin docken kann. 
b Die Erfahrung hat gezeigt, dafs die Oelbeutel beim Lenzen mit gröfserem Vortheil vorn 
am Schiffe angebracht werden.
	        
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