Winde und Luftdruck im Golf von Aden und beim Kap Guardafui.
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der Formation der den Golf umgebenden Küste weniger scharf ausgeprägt ist.
Aufserhalb des Golfs dagegen ist der SW-Monsun mehr als der NE-Monsun
ausgeprägt, und trotz der geringen Anzahl von Beobachtungen kann man doch
folgern, dafs besonders im südöstlichen Theil der Karte die Veränderlichkeit
des NE-Monsuns gröfser ist, denn, obgleich der Wind gleichmäfsig stark bleibt,
biegt er von NE auf SE um.
Kleine Notizen. 1 )
1. (D. S.) Mittheilungen über Meteore. Kapt. H. Külsen von
der Bark „Fortuna“ berichtet: Am 29. Mai 1890 in ungefähr 44,0° S-Br und
43,4° W-Lg gegen Mitternacht bemerkten wir ein Meteor, das nach hellem
Aufleuchten */* Sm vom Schiffe ab ins Wasser fiel. Ferner am 25. Juni d. J.
in 2,3° S-Br und 28,8° W-Lg: Ein ungemein hell leuchtendes Meteor fiel
gegen 7 h 30“ p. m. in Süd-Nord-Richtung. Sein Feuerstreifen war noch
18 Sekunden, nachdem dasselbe, in mehrere Stücke zerberstend, die Wasserfläche
erreicht hatte, sichtbar.
Des Weiteren berichtet Kapt. G. Franck vom Dampfer „Polynesia“:
Sahen am 6. August d. J. um 8 h 30 m p. m. auf 43° 20'N-Br und 59° 0' W-Lg
eine Sternschnuppe von aufsergewöhnlicher Helligkeit in rw. Nord, die etwa
10° über der Kimm einen hellen Lichtstreifen von ungefähr 2° Länge zurück-
liefs. Der Streifen, anfänglich gerade, nahm allmählich eine hakenförmige
Gestalt an und wurde nach und nach liehtschwächer, verschwand aber erst
nach Verlauf von 20 Minuten.
2. (D. S.) Eis im südlichen Stillen Ocean und Ost von den
Falkland-Inseln. Das Schiff „Atalanta“, Kapt. L. Specht, passirie auf
seiner Reise von Port Pirie nach dem Kanal am 12. Mai 1890 auf 52° 10'S-Br
und 133° 42' W-Lg zwei Eisberge und an demselben Tage auf 51° 42' S Br
und 133° 7' W-Lg einen dritten Berg. Am 13. Mai, in 51° 55' S-Br und
130° 17' W-Lg, wurde wieder ein Eisberg ganz nahe bei passirt, in dessen
Nähe sehr viele kleine Eisstücke trieben. Oestlich von den Falkland-Inseln
gerieth das Schiff wieder in die Nähe von Treibeis. Die ersten drei Berge
kamen am 2. Juni 1890 in 53° 17' S-ßr und 47° 32' W-Lg in Sicht; eiue
zweite Gruppe von vier Eisbergen wurde am Morgen des 3. Juni in 52° 40' S-Br
und 47° 39' W-Lg passirt.
3. (D. S.) Ueber eine starke Abnahme der Luft- und der
Wassertemperatur in der Nähe von Eisbergen finden sich im Journal
des Dampfers „Polynesia“, Kapt. G. Franck, folgende Bemerkungen: Am
8. Juni 1890 um 4 h p. m. sahen wir auf 45° 5' N-Br und 40° 35' W-Lg zwei
Eisberge. Die Temperatur des Wassers, die kurz vorher zu 12,2° gemessen
worden war, sank auf 8,6°, die der Luft war 10,4°. Vier Stunden vorher und
nachher war die Wassertemperatur zu 14,7° bezw. 16,9° gefunden worden.
Die Fahrt des Schiffes war SWVsW 9 bis 9,5 Kn.
Am 11. Juni, auf 41° 44' N-Br und 50° 52' W-Lg, um 4 h a. m. sahen
wieder zwei Eisberge, von denen wir einen in unmittelbarer Nähe passirten.
Maf-en alsdann die Temperatur des Wassers zu 4,5°, die der Luft zu 8,3°.
Gleich nachdem wir das Eis passirt hatten, nahm die Temperatur wieder zu.
Wasserwärme um Mitternacht und um 8 h a. m. 15,2°. Fahrt WV*S 8 bezw.
5,5 Kn.
4. (D. S.) Aus dem Reiseberichte des Kapt. A. Grönn vom
Schiffe „Rajpoot“.
1. Rasche Aenderung der Temperatur der Meeresoberfläche im Südatlan
tischen Ocean. Am 24. Juli 1888 auf der Reise von New Castle nach Iquique
in 38,3° S-Br und 53,7° W-Lg fiel die Temperatur der Meeresoberfläche in
4 Stunden bei einer Ortsveränderung von nur 8 Sm nach SW von 16,3° auf
i) Die mit (D. S.) bezeichnten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet.
Aue. d, Hjdi. etc. 1890, Heft XI. 6