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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Ueber die Klassifikation der Chronometer. 
unabhängig ist, wird ein unveränderliches G 0 haben, somit an Bord nach 
Anbringung der Temperatur-Korrektion stets die richtige Zeit angeben. Ver 
änderungen von G 0 dagegen gehen mit ihrem ganzen Betrag in die angegebene 
Zeit über. Erst wenn es möglich ist, die Aussicht auf Beständigkeit des G 0 bei 
einem Chronometer zu bestimmen, wird man daher dessen eigentlichen Werth 
für die Navigation im Voraus feststellen können. 
In Tabelle I ist bei 18 Chronometern das G 0 für die viermonatliche 
Dauer der Untersuchung zurückberechnet, die gröfste Veränderung dieser Gröfse 
überhaupt (= D') sowie die gröfste Veränderung zweier auf einander folgenden 
Werthe derselben (= D) entnommen, und die Reihenfolge nach dem Betrag 
2D-j-D' bestimmt worden. Dies diene zur Erläuterung des Verfahrens! 
Von Wichtigkeit ist nun erstlich der Unterschied der Reihenfolge nach 
beiden Beurtheilungsweisen. Eine Uebersicht dieses Verhältnisses giebt Tabelle II, 
wo das Ergebnifs der Berechnung für 43 Chronometer zusammengestellt ist. 
Es ergiebt sich zunächst eine bedeutende Verschiedenheit der Reihenfolge; 
nur ein einziges Chronometer — das schlechteste — (Eppner 173) ist an seiner 
Stelle geblieben; den stärksten Gewinn zeigt Eppner 160 (von Lfd. No. 39 
auf 9), es folgt Knoblich 1843 (von Lfd. No. 27 auf 7), Eppner 188 (von 
Lfd. No. 42 auf 23), Ehrlich 394 (von Lfd. No. 37 auf 25), Schnoor 1 (von 
Lfd. No. 12 auf 1), den stärksten Verlust erleidet Eppner 172, Ekegrdn 801, 
Eppner 140, Eppner 165 und 223, Petersen 94. 
Wenn man nun auch annehmen kann, dafs die Beständigkeit des G 0 
während der viermonatliehen Prüfungszeit für dieselbe Beständigkeit während 
der Einschiffung, auf welche es Obigem zufolge allein ankommt, einen sicherem 
Mafsstab geben wird, als die den unverbesserten Gängen entnommene Gröfse 
A +2B + C oder A-[-2B, so wird doch hierfür der Beleg aus der Erfahrung 
wünschenswertli sein. Obgleich vorauszusehen war, dafs hierfür ein umfang 
reiches Material, wie es bei der Neuheit der die Temperatur in Betracht 
ziehenden Methode noch nicht vorliegt, erforderlich sein würde, ist mit möglichster 
Ausnutzung der vorhandenen Schiffsjournale die Probe durchgeführt worden. 
Freilich mufste dabei auf die in der älteren Weise nach der Gröfse 
A -j- 2B klassificirten Chronometer zurückgegriffen werden, wovon A den gröfsteu 
Unterschied zweier Gänge überhaupt, B den gröfsten Unterschied zweier un 
mittelbar auf einander folgenden Gänge bezeichnet. 
Indessen kann der Unterschied zwischen dieser Klassifieirung und der 
neueren nach dem Betrag von A -j- 2B -f- C, wo A, B, C die in der Abhandlung 
„Ann. d. Hydr. etc.“, 1881, Seite 247, auseinandergesetzte Bedeutung haben, 
für die vorliegende Frage unbedeutend genannt werden. Tabelle III enthält 
wieder die Gegenüberstellung der Reihenfolgen nach beiden Klassificirungen, 
auf Grund derselben, hier nicht beigefügten Berechnung, wie sie für die oben 
in Betracht gezogenen 13 Chronometer in Tabelle I mitgetheilt ist. Tabelle IV 
enthält die bei darauf folgenden Einschiffungen festgestellten G 0 . In letzterer 
Tabelle sind die Chronometer Dach dem Betrag von 2D + D' geordnet, die 
der älteren Klassifieirung (nach A + 2B) angehörenden Rangzahlen sind mit 
römischen Ziffern an der Spitze der gehörigen Spalten angegeben. Betrachten 
wir zunächst die dem am stärksten, nämlich um sieben Stellen versetzten 
Chronometer M. 99 angehörenden, somit entscheidendsten Angaben. Der einzige 
in der Reihe der an Bord festgestellten G 0 vorkommende gröfsere Sprung findet 
von dem ersten G 0 (— 1,60) zum zweiten (~ 0,39) statt. Von da an zeigt sich 
die gröfste Regelmäfsigkeit. Zieht man in Rechnung, dafs jener Sprung dem 
Uebergang des Chronometers aus dem Observatorium auf das Schiff angehört, 
so erscheint der Platz an zweiter Stelle durch die Gebrauchsleistung des Chrono 
meters durchaus gerechtfertigt, die aus der älteren Klassifieirung hervorgehende 
neunte Stelle unangemessen. 
Demnächst am stärksten versetzt, um vier Stellen, sind die No. M. 88, 
186, 52, 166, welche, vielleicht mit dev einzigen Ausnahme von M. 166, an die 
der G 0 -Klassificirung angehörende Stelle besser passen. Indessen reicht, wie 
gesagt, das die Angaben über diese zwölf Chronometer enthaltende Material 
zur Entscheidung über die Frage einer doppelten Klassifieirung nicht aus, es 
wird hierfür der Eingang von Schiffsjournalen der in Tabelle I zusammen 
gestellten Chronometer abzuwarten sein.
	        
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