accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

464 
Winde und Luftdruck im Golf von Aden und beim Kap Gnardafui. 
und 11° N-Br weht der Wind im Osten der Karte aus allen Richtungen mit 
geringer Stärke. Die Windgeschwindigkeit ist über der ganzen Karte nur als 
geringe angegeben. Der Procentsatz der Windstillen hat im Golf von Aden 
abgenommen, ebenso wie die Anzahl der veränderlichen Winde zugenommen 
hat. Diese letzteren sind mehr über die ganze Karte verbreitet, wie auch 
"Windstillen in dem östlichen Theil der Karte viel mehr verzeichnet sind, als 
während des vorhergegaugenen Monats. 
Im November ist die Windstärke wieder viel gröfser und verbreitet sich 
mehr über die ganze Oberfläche der Karte; der NE*Monsuu, welcher im Golf 
von Aden der Küstenlinie folgt, nimmt bei der NO-Küste von Afrika eine mehr 
nördliche Richtung an. In der SO-Ecke der Karte dreht sich der Wind nach 
Süd und SE, wo er vorher SW war. 
Im Dezember steht der Monsun überall durch und die Windstärke hat 
zugenommen, so dafs sie besonders im Norden während dieses Monats ihren 
Höhepunkt erreicht. Dieselbe bleibt jedoch gegen die im SW-Monsun beob 
achtete Windstärke zurück, und dieses läfst sich leicht aus den geringeren 
Unterschieden des Barometerstandes erklären. Windstillen und veränderliche 
Wände kommen nur wenig vor. Im Januar hat die Windstärke schon ab- und 
die Anzahl der Windstillen zugenommeu, nur im SO der Karte ist die Wind 
stärke dieselbe geblieben. Veränderliche Winde treten in diesem Monat seltener 
auf, aber je länger der NE-Monsun weht, desto östlicher wird der Wind. Es 
ist dies zuerst im Januar in dem SO-Theil der Karte zu bemerken, im Februar 
aber bereits auf der ganzen Karte. Der Wind scheint ebenso wie in der 
übrigen Monsunzeit im südlichen Theil der Karte am regelmäfsigsten durch 
zustehen. 
Mit dem Monat März beginnt eine grofse Veränderung. Im nordöstlichen 
Theil der Karte hat die Windstärke mehr abgenommon, und es kommt eine 
grofse Anzahl Windstillen vor. Der Wind ist zwar noch östlich, aber drängt 
schon mehr nach dem südöstlichen, als nach dem nordöstlichen Quadranten. 
Südlich von 12° N-Br hat die Anzahl der südöstlichen Winde zugenommen, 
und besonders in der Nähe der afrikanischen Ostküste; die Windstärke ist hier 
noch bedeutend. In dem Golf von Aden ist wenig Veränderung wahrzunehmen, 
der durch die Strafse von Bab el Mandeb nach dem Rothen Meere zu wehende 
Wind hat an Stärke zugenommen. Während des April bleibt im Golf von Aden 
der Charakter des NE-Monsuns noch am längsten bewahrt, obgleich der Wiud 
im östlichen Theil des Golfs mit verschiedener Stärke aus allen Richtungen 
weht. Die Anzahl der Windstillen und die veränderlichen Winde haben zu 
genommen und sich über die ganze Karte ausgebreitet. In dem nordöstlichen 
Theil der Karte sind Winde aus allen Richtungen von geringer Stärke an 
gegeben, obgleich noch die östlichen Winde vorherrschend sind. Besonders 
grofs ist die Anzahl der Windstillen. Zwischen 11° und 12° N-Br sind mehr 
regelmäfsige Ost- und SE-Winde und weniger Windstillen augegeben. Südlich 
davon sind nördliche und nordwestliche Winde beobachtet worden, aber die 
Anzahl der Beobachtungen ist nur sehr gering. Südlich von Ras Hafun sind 
schon einzelne Anzeichen von südwestlichem Winde beobachtet worden. Im 
Mai ist der Eintritt des SW-Monsuns östlich von Afrika und von Sokotra schon 
deutlich zu erkennen. In einem schmalen Streifen längs der Ostküste ist der 
Wind schon kräftig, jedoch schon in geringer Entfernung von derselben nimmt 
die Windstärke ab, und bewegt sich die Luft nach Ost und SO. Auch die 
Windstillen nehmen dann schnell zu, so dafs man deutlich nur einen schmalen 
Windstreifen längs der Küste von Afrika bemerken kann. Sowie man nördlicher 
und westlicher kommt, nimmt die Anzahl östlicher Winde zu; wenn auch im 
Golf von Aden die Winde aus allen Richtungen angegeben sind, so nehmen 
doch die östlichen Winde mit dem Eindringen nach Osten in den Golf zu. In 
der Strafse von Bab el Mandeb traten einzelne nordwestliche Winde auf, doch 
meistentheils weht der Wind nach dem Rothen Meere zu. Zwischen den Inseln 
und am Eingänge in den Golf von Aden vom Indischen Ocean aus sind auf 
der Grenze der westlichen und östlichen Winde viel veränderliche Winde an 
zutreffen. 
Man erkennt aus dem Vorstehenden, dafs im Golf von Aden der NE- 
Monsun am regelmäfsigsten und längsten steht, während der SW-Monsun infolge
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.