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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Vierte Ijahrs-Wetter-Kundschau der Deutschen Seewarte, Sommer 1886. 
eine solche Erscheinung in etwas besser entwickelter Weise: das Schiff 62 hatte 
am 13. den Wind um 8 a aus WNW 6, um 9 a N 7, um 10 a Windstille, um 
12 a S7 und um 8 p ESE 4, Der niedrigste Barometerstand trat um 11a mit 
754,3 mm ein; um 4 p Bar. 757,0. In den folgenden Tagen ist eine Westwärts- 
Wanderung des Phänomens ziemlich deutlich erkennbar, jedoch anscheinend 
unter Abnahme seiner Intensität: auf Schiff 119 flaute im Laufe des 15. August 
der in der Nacht steife Nordostwind ab und ging in leichten NNW über; um 
8 p NW 1, um 10 p SW 1, um 12 p SW 3 und darauf am folgenden Tage süd 
liche Winde von der Stärke 3—4; das Barometer stand zwar am 15. etwas 
niedriger, als am 14. und 16., zeigte aber auch an diesem Tage die tägliche 
Schwankung noch deutlich. Weiterhin verliert sich die Spur des schwachen 
Wirbels, Westindien scheint er nicht erreicht zu haben. 
Im folgenden Zeitabschnitt vom 16. bis 24. August finden wir so 
wohl die Depressionscentren als das atlantische Druckmaximum etwas weiter 
nördlich. Die beiden oben besprochenen Wirbel haben sich am 16. nordwärts 
gewandt, scheinen jedoch rasch durch das Auftreten stärkerer Rivalen vernichtet 
worden zu sein: jener auf der Davisstrafse durch ein Theilminimum, welches 
sich an seinem Nordrande bei Disco-Insel bildete, jener im NO von Island aber 
durch die schnelle Entwickelung und rapide Annäherung eines kleinen Wirbels 
vom Felsengebirgo her. Am Abend des 19. lag dessen Ceutrum schon zwischen 
Stykkisholm und Westmannö, wo der Luftdruck auf 735,8 mm gesunken war, 
seit 2 p um 11mm; bis zum folgenden Morgen nahm er wieder um 6 mm zu. 
Am 17. August, als der Wirbel an der Küste von Neuschottland und Neufund 
land sich entlang bewegte, war er zwar räumlich sehr beschränkt, aber recht 
intensiv, wie die Karte vom Morgen dieses Tages zeigt. Die Schiffe 102 und 
104, welche um jene Zeit noch stilles Wetter hatten, erhielten am Nachmittag 
schweren südlichen Wind, der auf Schiff 102 mit Stärke 7—8, auf Schiff 104 
sogar mit Stärke 10—11 wehte, während das Barometer bis auf ca 753 mm 
hinabging. 
Das Fortschreiten des kleinen Wirbels, welcher am 21.—22. August die 
grofse Schiffsstrafse zwischen der Nordsee und Neufundland kreuzte, läfst sich 
nach den folgenden Noten aus Schiffsjournalen gut verfolgen: 
Am 21. August. S. 130. In 52° N und 36° W. Wind um 12a SS; um 4 p SE4; um 
6 p SE4; um 8 p SE8; um 10 p SEzS 8 und um 12 p WzS 6. Um 12 p niedrigster Luftdruck 
= 745,5 mm. 
Am 22. August. S. 131. In 54° N und 29° W. Wind um 4a S 6; um 8 a ESE 8; um 
12 a SSE 4; um 2 p NW 3; um 6 p WNW 6 und um 12 p W 7. Um 12 a niedrigster Luftdruck — 
747,0 mm. — S. 141. In 53° N und 26° W. Um 2 p niedrigster Luftdr. = 746,0 mm und Wind 
SzW 6; tun 4 p Wind WzN 6. 
Ein, so viel man übersehen kann, sehr ungleichseitig ausgebildeter Wirbel, 
der an der Südseite des atlantischen Maximums nach Art eines tropischen Orkans 
aus Südost herangezogen kam, bewirkte besonders bei seinem Zusammenstofs 
mit einem neuen, aus dem Innern Nordamerikas kommenden Hochdruckgebiete 
vom 20. August an Sturm und sehr schwere See auf dem Golfstrome. Einige 
Angaben darüber findet man im Monatsbericht der Seewarte Seite 8 angeführt. 
Am 22. Abends hatte das Gebiet niedrigsten Druckes in diesem Wirbel noch 
die Gestalt einer. Rinne, wie das plötzliche Umlaufen des Windes auf dem 
Schiffe 67 um Mitternacht von leichtem NE nach S zeigt, welcher letztere am 
folgenden Tage anhielt und auf 8 Beauf. zunahm. An diesem Morgen hatte sich 
jedoch der innere Tbeil dieses Wirbels abgerundet; am folgenden Tage gelangte 
er unter den Einflufs der isländischen grofsen Oyklone und wurde zu einem 
unbedeutenden Randphänomen derselben. 
Der letzte Zeitabschnitt des Vierteljahres, vom 25. bis 31. August, 
zeichnet sich durch ZurückdränguDg des hohen Druckes auf dem Ocean Dach 
Süden hin, Auftreten einiger kräftigen Depressionen im Norden und rasche Fort 
pflanzung der Randbildungen an ihrem Südrande auf dem grofsen europäisch 
amerikanischen Seewege aus. Von diesen Randwirbeln war das am 26.—27. 
ziemlich intensiv ausgebildet, wie folgende Auszüge aus den Schiffsbeobach 
tungen zeigen:
	        
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