450 Verhältnifs der Temperatur des Wassers und der Luft an der Oberfläche des Oceans.
Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
15° N—15° S, 40°—110° 0 — 0,1 —0,1 —0,1 —0,3 —0,6 —0,7 —0,4 —0,3 —0,1 —0,2 —0,8 —0,2
15° S —35° S, 35°—75° 0 4-0,1 —0,1 —0,5 —0,6 —0,8 —0,6 —0,6 —0,4 —0,3 —0,3 4-0,3 4-0,1
35° S —45° S, 20°—60° O —0,8 —0,1 —0,3 —0,1 —1,1 —0,4 —1,1 —1,7 —1,1 —0,6 —0,4 —0,2
Für höhere Breiten wird wahrscheinlich ein gröfserer Wärmeüberschufs
dos Wassers über die Luft, als der hier angegebene, Regel sein, doch fehlt es
Doch an feststehenden Angaben darüber. Die Befunde im südwestlichen Tbeile
des Indischen Oceans widersprechen sogar dieser Annahme direkt, da hier die
Wassertemperatur mit wachsender geographischer Breite schneller abnimmt, als
die Lufttemperatur, UDd jenseits von 40° die letztere die erstere übertrifft.
Allein wir haben es hier sicherlich mit einer räumlich begrenzten, durch die
Meeresströmungen bedingten Erscheinung zu thun.
An der Thatsache selbst ist nicht zu zweifeln, da sie in ganz überein
stimmender Weise auch aus dem reichhaltigen Material hervorgeht, welches das
Londoner meteorologische Amt bei seiner grofsen Publikation: Met. Charts of
the Ocean District adjacent to the Cape of Good Hope verarbeitete. Da die
Form dieser Veröffentlichung für den vorliegenden Zweck eine unbequeme ist,
so haben wir deren Zahlen nicht benutzt und begnügen uns mit dem im Texte
angeführten Hauptresultat: „A eomparison has been made between the tempera-
tures of the sea aud air in each month of the year, at the meridians of 10°,
20°, 30° and 40° E; and it has been found, that the sea is warmer than the
air in the nortbern part of the district, and colder in the Southern. The line
of „no difference“ lies in about S. lat. 41° on either margin of the chart, and in
about 42° or 43° in its middle part. ... In the Agulhas current the sea is
from 1° to 4° (F.) warmer, than the air, being on an average 3° warmer. . . .
In the immediate neighbourhood of the SW coast of Africa the conditions are
peculiar, as there the temperature of the sea is much lower in summer than
that of the air, the difference sometimes exceeding 10° (F.).“
In den drei Tabellen am Schlufs dieses Aufsatzes haben wir die Unter
schiede der Monatsmittel von Luft- und Wassertemperatur zusammengestellt, und
zwar in Tab. I und II für den Atlantischen Ocean nach gedruckten Quellen,
in Tab. III für den Indischen Ocean nach handschriftlichen, auf der Seewarte
gemachten Zusammenstellungen. Nördlich von 20° N sind die Zahlen abgeleitet
aus der Publikation der Seewarte: Resultate meteorologischer Beobachtungen
von deutschen und holländischen Schiffen für Eiugradfelder des Nordatlantischen
Oceans. Das Zehngradfold 40°—50° N, 40°—50° W, welches im Druck sich be
findet, wurde ebenfalls benutzt; dasselbe bietet gerade besonderes Interesse wegen
der scharfen Grenze zwischen kalter und warmer Strömung darin. Für den
tropischen Theil des Atlantischen Oceans zwischen 20° N und 10° S sind die
Angaben der Publikation des Londoner „Meteorological Office“ entnommen:
Charts of Meteorological Data for Nine Ten-degree Squares, Lat. 20° N to 10° S,
Long. 10° to 40° W. Sie beziehen sich, wie im Original, auf Felder von nur
2 Grad Breite. Endlich die Zahlen für den Indischen Ocean können nur als
vorläufige Werthe betrachtet werden. Es sind hier, aufser im Gebiete südlich
von 40° S, nur die Werthe für solche Fünfgradfelder mitgetheilt, wo für das
Jahr mindestens 40 Beobachtungstage bezw. 240 Beobachtungen in den Aus
zügen Vorlagen; die Zahl derselben giebt die letzte Rubrik in Tab. III an. Um
den Einflufs der täglichen Periode auszuschliefsen, sind überall die Mittel für
ganze Elmale gerechnet worden.
Hinzufügen können wir noch die Werthe für das vom Utrechter Institut
bearbeitete Fünfgradfeld östlich von Hongkong:
Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
20°—25° N, 115°—120° O —3,0 —1,5 —0,8 —0,7 4-0,6 4-0,1 4-0,4 4-0,4 —0,1 —0,5 —2,0 —1,2
Dieselben sind aus in Summa 3619 Beobachtungen der Wasser- und
3190 der Lufttemperatur abgeleitet.
Diese Zahlen zeigen nichts Auffallendes, wenn man die Nachbarschaft des
Kontinents von Asien und die rapide Abnahme der jährlichen Wärmeschwankung
von NW nach SE in diesen Gegenden berücksichtigt. Allein da durch dieses
Jahr
— 0,2
-0,3
— 0,6
Jahr
— 0,7