Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark .Hercules“.
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Wetter herrschte, während es in der Strafse fast ununterbrochen mehr oder
weniger dick von Nebel war. In einem Falle war das Nebelhorn auf Race Rock
volle 48 Stunden ununterbrochen in Thätigkeit.
Nachdem am Burrard Inlet eine Ladung Holz von der Hastings-Saw-Mill
aus Vancouver eingenommen und für die desertärten Leute, deren Entweichen
hier in dieser Jahreszeit eine grofse Flage für die Schiffe ist, in Royal Road
Ersatz geschaffen war, wurde am Abend des 25. August 1887 unter Assistenz
eines Schleppdampfers, der das Schiff am Morgen des folgenden Tages bis
aufserbalb Kap Flattery brachte, die Reise nach Sydney angetreten. In der
Nähe des Kaps trieben wir den ganzen Tag in Windstille bei feuchter nebeliger
Luft, dem gewöhnlichen Witterungszustande, worauf leichte südliche Briese
durchkam, welche am nächsten Tage westlich holte. Mit den unter dieser
Küste vorherrschenden nordwestlichen und westlichen Winden steuerten wir
dann einen südlichen Kurs, bis wir am 31. August 39,6° N-Br in 130,8° W-Lg
erreichten, woselbst der Wind zu einer leichten Briese mit Mallung abnahm.
Hier wurden am 1. September wieder sehr viele Seeblasen, mit denen die
Meeresoberfläche vollständig wie besät war, angetroffen, aber Langhalsen waren
nicht vorhanden.
Am 2. September kam in 37,5° N-Br und 131,5° W-Lg bei einem sehr
hohen Barometerstände wieder nördlicher Wind durch, mit dem ein mehr
direkter Kurs eingeschlagen wurde, um, wenn möglich, die Christmas-lnsel
anzulaufen. Bis hierher hatten wir wiederholt leichte nördliche Stromver
setzungen beobachtet. In den nächsten Tagen hatte e3 den Anschein, als ob
der Wind schon in den Passat übergehen wolle, indem er sich meistens östlich
von Nord hielt und das Wetter schön war. Aber die Briese nahm am 6. Sep
tember wieder ab, und erst am 8. erreichten wir in 29,2° N-Br und 141,5° W-Lg
die polare Grenze des NE-Passats. Derselbe war in der Folgezeit nur leicht,
meistens aus einer hoch nördlichen Richtung, und wehte somit nicht genug von
der Seite, um einen guten Fortgang des Schiffes zu bewirken. Nach dem
12. September wurde er sehr unbeständig, und am 13. in 18,9° N-Br und
148,5° W-Lg, sowie am 14. in 16,9 N-Br und 149,9° W-Lg traten sehr starke
Regenschauer bei veränderlichen Winden zwischen N und ESE, sehr niedrigem
Luftdruck und hoher Kreuzsee aus N und SE auf. Erst am 15. September in
14,4° N-Br und 151,1° W-Lg endete dieser Zustand, und es kam ein stetiger,
rechtweisender Ostwind durch, der am folgenden Tage südlich von Ost holte
und am Abend dieses Tages bei dickem, regnerischem Wetter in 11,6° N-Br
und 152,4° W-Lg, wo die äquatoriale Grenze des NE-Passats überschritten
wurde, in südwestliche Mallung überging.
Nachdem es während des 17. September windstill gewesen war, kam
nochmals am Abend leichter NE-Wind durch, der am folgenden Abend auf
9,3° N-Br in 153,0° W-Lg unter sehr starken Regenschauern, verbunden mit
Gewittern und dem Auftreten von St. Elmsfeuer, sein Ende erreichte. Ein
leichter, südlicher Wind, der am nächsten Morgen aufsprang, war ebenso wenig
von längerer Dauer, so dafs wir bis zum 22. September gegen veränderliche
Winde und Mallungen nach 7,3° N-Br und 154,3° W-Lg zu arbeiten hatten.
Der hier am letztgenannten Tage aufkommende leichte SE -Passat nahm
allmählich an Stärke zu, bis er am folgenden Tage aus einer hoch südlichen
Richtung frisch wehte. Aber schon am uächsten Tage nahm der Wind, indem
er auf SE holte, wieder ab. Bei leichter Briese aus letzterer Richtung wurde
am 26. September der Aequator nach einer Reise von 32 Tagen in 160,1° W-Lg
überschritten. Besonders bemerkenswert!! für diesen Reiseabschnitt ist die
starke nordöstliche Stromversetzung zwischen 11° und 5° N-Br. Zwischen 5°
und 4° N-Br war die Strömung recht Ost; weiter südwärts setzte dieselbe mit
einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 Sm in 24 Stunden nach WNW.
Im nördlichen Stillen Ocean wurde 40° N-Br in 130,7° W-Lg, 30° N-Br
in 140,9° W-Lg, 20° N-Br in 147,9° W-Lg und 10° N-Br in 153,2° W-Lg
geschnitten.
Im Süden der Linie hatten wir bis nach 4,5° S-Br ebenfalls einen starken
westlichen Strom, dann wurde derselbe schwächer. Der SE-Passat wehte mit
einer mäfsigen Stärke und Beständigkeit bei schönem Wetter bis zum 30. Sep
tember, an welchem Tage 8° S-Br in 169,0° W-Lg erreicht wurde. Hier flaute