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Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Hercules“.
erlebt zu haben, Kap Flattery sichteten. Nachdem am Nachmittag des letzt
genannten Tages bei ganz flauer Briese die Juan de FWa-Strafse eingosegelt
war, kamen wir am 30. Juni nach einer 21 tägigen Reise in Royal Road
zu Anker.
Auf dieser Reise beobachteten wir wiederholt mehr oder weniger starke
nördliche Versetzungen. Als eine ganz besondere Erscheinung ist das Auftreten
grofser Mengen der gemeinen Seeblase (spanische Beidemwinder) und der in
grofser Zahl vorgekommenen Langhalsen, die sich zu traubenartigen Bündeln
vereinigt hatten, zu erwähnen. Sobald wir den Breitenparallel von 39° Nord in
147,5° W-Lg überschritten hatten, war die Meeresoberfläche während mehrerer
Tage mit einer kleinen Art der gemeinen Seeblase bedeckt, worauf dann an
zwei bis drei Tagen die Langhalsen in grofsen Flächen folgten. In dieser
ganzen Zeit wehte beständig eine schöne frische Briese, welche dem Schiffe
eine Geschwindigkeit von 6 bis 8 Kn verlieh, -woraus folgt, dafs diese Treib
produkte sich über ein sehr grofses Gebiet verbreitet hatten. Von den Lang
halsen habe ich verschiedene aufgefischt; die Büschel, zu denen sie sich ver
einigt, hatten die Gröfse von der eines Eies bis zu der einer Weintraube.
Derartige Gebilde hatte ich vorher nicht gekannt, und es ist mir unerklärlich,
in welcher Weise die Thiero ihre Vereinigung bewerkstelligt haben mögen. 1 11 )
Die grofsen Büschel enthielten unzählige Langhalsen, von denen die gröfsten
eine Länge von 6 Zoll hatten. Dieselben waren fast genau so wie die, welche
an den Böden der Schiffe festhaften, nur schienen die Schalen an ihren Oeffnungeu
nicht so hart und fest zu sein, als dieses gewöhnlich bei den letzteren der
Fall ist. 2 )
Die allgemeinen Verhältnisse von Royal Road sind genügend bekannt.
Wir hatten einen vollen Monat zu warten, bevor eine Fracht mit Holz nach
Sydney abgeschlossen werden konnte. Erwähnen möchte ich noch die eigen-
thümliche Thatsache, dafs auf unserem Ankerplätze und in der Bucht bis nahe
au Race Rock, wie gewöhnlich in dieser Jahreszeit, fast immer klares schönes
l ) Auf unseren Watten findet man die Miesmuschel oft in gröfseren oder kleineren Klumpen
zusammen gewachsen.
*) Aus derselben Gegend des Stillen Oceans — dem aufserhalb des NE-Passats an der
amerikanischen Seite gelegenen Gebiet -— wurde auch von anderen Schiffen das Antreffen ungeheuerer
Mengen der Seeblase berichtet. Das Schiff „L. Hagen*, Kapt. O. Busch, segelte im April 1887
auf der Reise von Melbourue nach Fuget Sound nicht weniger als 336 Sm auf Nordostkurs durch
eine Meeresfläche, die mit Seeblasen übersät war. Auf seiner Rückreise, wo es vielleicht denselben
Schwarm einige Grade weiter ostwärts passirte, hatte dieser in Nord—Süd-Richtung eine Ausdehnung
von 220 Sm. Wir lassen einige der betreffenden Berichte hier folgen.
Journal No. 2859. Schiff „L. Hagen“, Kapt. O. Busch.
1887 April 24 in 41,0° N-Br und 136,7° W-Lg. Die ganze Meeresoberfläche treibt voll von
sogenannten Beidemwindern, wie ich dieselben früher nie so zahlreich gesehen.
April 25 in 43,2° N-Br und 133,9° W-Lg. Die ganze Meeresoberfläche sieht weifs aus von
all den segeluden Quallen.
April 26 in 45,6° N-Br und 132,2° W-Lg. Sämmtliche Quallen sind verschwunden, nicht eine
mehr sichtbar.
Juni 13 in 43,9° N-Br und 131,0° W-Lg. Die sogenannten Beidemwinder erscheinen wieder
in grofser Anzahl.
Juni 14 in 43,2° N-Br und 131,1° W-Lg. Die ganze Meeresoberfläche ist voll von unzähligen
Beidemwindern. Eine grofse Schaar Walfische mittlerer Gröfse, 30 bis 40 Stück, in der Nähe.
Juni 16 in 40,2° N-Br und 130,6° W-Lg. Sämmtliche Beidemwinder sind mit einem Male
verschwunden.
Journal No. 2860. Schiff' „Carl BothKapt. E. Stoll.
1887 Juni 15 in 42,9° N-Br und 129,6° W-Lg. Die ganze Meeresoberfläche war förmlich übersät
mit Quallen, sogenannten Beidemwindern.
Juni 16 in 41,4° N-Br und 132,1° W-Lg. Menge der Quallen grofser noch wie gestern. Nach
11 fl a. m. keine Quallen mehr in Sicht, statt dessen Seekraut.
Journal No. 3106. Schiff „Hercules“, Kapt. J. Bless.
1887 Ende Juni in ungefähr 40° N-Br und 146° W-Lg. Das Wasser während mehrerer Tage mit
Seeblasen, sogenannten Beidemwindern, bedeckt.
September 1 in 39,6° N-Br und 130,8° W-Lg. Sehr viele Beidemwinder, das Wasser ist
förmlich damit besät.
Journal No. 3195. Schiff „lron Duke“, Kapt. H. Bunge.
1889 April 14 in 37,6° N-Br und 150,3° W-Lg. Die Meeresoberfläche ist wie übersät mit kleinen
Quallen. Walfische.
April 15 in 37,6° N-Br und 147,7° W-Lg. Die Meeresoberfläche ist immer noch mit kleinen
Quallen wie übersät.