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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Aus  dem  Reiseberichte  des  deutschen  Vollschiffes  „Katharine“.

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gezeichneter  Segelfahrt,  hauptsächlich  mit  stürmischen  Winden  aus  N  und  NW,
waren  die  folgenden:
Sept.  4  bis  12,  durchsegelte  Distanz  2227  Sm  in  8  Tagen,
durchschnittlich  im  Etmal  27*  Sm;
Sept.  13  bis  17,  durchsegelte  Distanz  1159  Sm  in  4  Tagen,
durchschnittlich  im  Etmal  290  Sm;
Sept.  19  bis  24,  durchsegelte  Distanz  1270  Sm  in  5  Tagen,
durchschnittlich  im  Etmal  254  Sm;
Okt.  3  bis  13,  durchsegelte  Distanz  2822  Sm  in  10  Tagen,
durchschnittlich  im  Etmal  282  Sm.
In  diesen  27  oder,  für  Längenunterschied  berichtigt,  26'/s  Tagen  allein
legte  „  Katharine“  nicht  weniger  als  183°  nach  Osten,  oder  im  Ganzen  7478  Sm
zurück;  d.  h.  ein  Drittel  des  Erdumfanges  —  7200  Sm  —  in  25*/»  Tagen.  Das
Durchschnittsetmal  ergiebt  sich  zu  277  Sm,  die  durchschnittliche  Fahrgeschwindigkeit, ­
  unter  Anrechnung  der  Verkürzung  des  Etuials  durch  Gutmachen  von
Ostlänge,  zu  IH/iKn.  Die  gröfste  im  Etmal  gut  gemachte  Distanz  war  369  Sm
vom  6.  zum  7.  Oktober  bei  Sturm  aus  NW  bis  N,  was  einer  Durchschnittsfahrt
vou  15,8  Kn  entspricht.
Um  diese  Zahlen  richtig  zu  würdigen,  raufs  man  bedenken,  dafs  eine
solche  rasche  Fahrt  als  Leistung  für  ein  Segelschiff  ganz  etwas  Anderes  bedeutet, ­
  als  für  ein  Dampfschiff.  Bei  Letzterem  ist  sie  kaum  noch  ein  Verdienst
der  seemännischen  Führung,  vielmehr  fast  allein  der  Kunst.  des  Schiffs-  und
namentlich  des  Maschinenkonstrukteurs  zuzuschreiben.  Wenn  dagegen  ein  Segler
eine  schnelle  Reise  machen  soll,  so  erfordert  dies  freilich  auch  ein  ras<  hos  und
starkes  Schiff;  in  erster  Linie  fallen  dabei  jedoch  das  Wissen  uud  der  Charakter
des  Führers  ins  Gewicht.  Dieser  mufs  die  nöthige  Energie  besitzen,  um  unverdrossen ­
  und  muthig  jede  günstige  Gelegenheit,  sei  es  bei  leichter  Briese,  sei
es  bei  Sturm,  bis  zum  Aeufsersten  auszunutzen,  uud  dabei  zugleich,  gestützt
auf  theoretisches  Wissen  und  auf  Erfahrung,  immerfort  die  nöthige  Vorsicht
anwenden,  damit  nicht  infolge  einer  unvorhergesehenen  plötzlichen  Verstärkung
oder  Richtungsänderung  des  Windes  das  Takelwerk  Beschädigung  erleidet  und
so  die  Segelfähigkeit  des  Schiffes  verloren  geht.

Bericht  des  Kapitäns  J.  Bleis  von  der  deutschen  Bark  „Hercules“
über  seine  Reise  von  Honolulu  nach  Victoria  und  von  dort  nach
Sydney.
(Mittheilung  von  der  Deutschen  Seewarte.)
Als  die  für  Honolulu  bestimmte  Ladung  gelöscht  war  und  sich  hier  eine
lohnende  Fracht  für  das  Schiff  nicht  vorfand,  hatte  ich  der  mir  gewordenen
Order  zufolge  frachtsuchend  in  Ballast  nach  Victoria  zu  versegeln  und  trat
diese  Reise  am  9.  Juni  1887  an.  Dieselbe  wurde  gleich  vom  Beginn  an,
sobald  wir  uns  vom  Lande  entfernt  hatten,  durch  einen  frischen  NE-Passat  begünstigt, ­
  so  dafs  wir  schon  am  13.  Juni  in  30,6°  N-Br  und  156°  W-Lg  an
dessen  polare  Grenze  gelangten.  Hierauf  herrschten  bis  zum  18.  Juni,  an
welchem  Tage  35°  N-Br  in  152°  W-Lg  erreicht  wurde,  flaue  östliche  Winde
vor.  In  den  nächsten  vier  Tagen  hatte  der  flaue  Wind  eine  südliche  Richtung,
dann  wehte  nochmals  für  einen  Tag  ein  frischer  Ostwind,  der  am  Abend  des
23.  sein  Ende  erreichte  und  in  45,6°  N-Br  und  141,8°  W-Lg  durch  den  ersten
Westwind  ersetzt  wurde,  mit  dem  wir  am  29.  Juni,  ohne  besondere  Vorfälle
Ann.  d.  Hydr.  etc.,  1890,  Heft  XI.  3
            
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