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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Aus dem Reiseberichte des deutschen Vollschiffes „Katharine“. 
439 
Reise des deutschen Vollschiffes „Katharine“, Kapt. B. Spille, 
von Simons Town (Süd-Afrika) nach Iquique. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Das in Bremen zu Hause gehörige eiserne Yollschiff „Katharine“ hatte 
in der zweiten Hälfte des Jahres 1889 von Simons Town nach Iquique zu ver- 
segeln, und nahm der Kapitän B. Spille für diese Reise die ostwärts durch 
die höheren Breiten des Indischen und Stillen Oceans, südlich von Tasmanien 
und Neu-Seeland führende Route. Mit den hier vorherrschenden kräftigen west 
lichen Winden legte das 1628 Reg.-T. grofse und in Ballast leicht beladene 
Schiff zeitweilig aufserordentlich grofse Distanzen zurück, wie sie sonst nur von 
Dampfern, und zwar solchen von starker Maschinenkraft, gut gemacht worden. 
Das Schiff verliefs Simons Town am 29. August 1889 um 8 h a. m. und erreichte 
Iquique am 30. Oktober 1889 um 10 h 30“ a. m. Die Dauer der Reise betrug 
demnach 63 Tage 2*/» Stunden — wobei das Datum des 2. Oktober, au welchem 
Tage der Meridian von 180° überschritten wurde, zweimal gerechnet worden 
ist — oder, unter Anrechnung des Zeitunterschiedes für Länge, zu 62 Tagen 
8 Stunden. Während dieser Zeit durchsegelte da3 Schiff in dem Gebiet der 
„braven Westwinde“, wie sie Maury nennt, der höheren südlichen Breiten, nicht 
weniger als 271 Längengrade. Die höchste angesegelte Breite war 52,5° Süd 
in ungefähr 180° Länge. 
Der nachstehende Journalauszug zeigt die Reiseroute, die zurückgelegten 
Distanzen und die angetroffenen Wind- und Wetterverhältnisse. Die auf letztere 
und die Distanzen bezüglichen Angaben gelten für das dem nebenstehenden 
Mittage vorhergehende Etmal. Als Distanzen sind nicht die geloggten Distanzen, 
sondern die durch Rechnung gefundenen kürzesten Entfernungen zwischen je 
zwei Mittagspositionen gegeben. 
1 
J 
Datum 
1889 
Mit 
Breite 
ags- 
Länge 
Zurück 
gelegte 
Distanz 
Sm 
Wind 
Bemerkungen 
August 30 
35° 
58' S 
19° 
14' 0 
113 
N—W 5 
Anfangs flauer Wind, diesige Kimm, Meer- j 
leuchten. 
31 
38 
49 
23 
9 
254 
WSW-WNW 6 
Südliche, später nordwestliche Dünung, Meer 
leuchten, schauerig. 
Septbr. 
1 
40 
14 
27 
23 
214 
WNW—WSW 5 
Regnerisch, mäfsige WNW-See. 
2 
41 
7 
31 
44 
204 
WSW—NNW 5 
Gröfstentheils klar, mäfsige WNW-See. 
Bezogen, regnerisch, mäfsige WNW-See. 
3 
40 
57 
35 
45 
182 
WNW 3—SSE u.ESEö 
4 
40 
14 
38 
16 
123 
SE 4, Still, NNE 3 
Anfangs Regen, dann klar, WNW-Dünung. 
5 
41 
46 
43 
34 
244 
N5, SSW 5 
Wolkig, mäfsige NNW-See u. WNW-Dünung. 
6 
43 
11 
49 
47 
301 
SW 6—W 7 
Anfangs klar, am Ende Böen mit Schnee und 
Hagel, grobe See und SSW, Seekraut. 
Bedeckt, See SSW 6 bis NNW 8. 
« 
7 
44 
36 
55 
53 
277 
WSW 7, WNW 6, 
NNW 10 
» 
8 
46 
5 
62 
52 
310 
WNW 10—WSW 8 
Bedeckt, Böen mit Hagel und Schnee, See W8. 
, 
9 
46 
23 
70 
13 
308 
WSW—SSW 8 
Bedeckt, trübe, See W 7—4. 
10 
46 
47 
75 
26 
217 
WSW—W 5 
Bedeckt, zuweilen Schnee, Westliche—WNW- 
Dünung. 
11 
47 
6 
82 
24 
286 
NNW 6 
Bedeckt und trübe, WNW-Dünung. 
B 
12 
46 
44 
89 
20 
284 
NNW 8—SSE 8 
8 11 p. m. den 11. sprang der Wind auf SSW, 
bedeckt, Regen, See NNW 6—SSE 4. 
ll » 
13 
4G 
52 
93 
57 
176 
SSE 5—NW 4 
Bedeckt, südliche bis westliche Dünung. 
14 
47 
21 
100 
19 
276 
WNW—NNW 7 
Bedeckt, trübe, See NNW 4- 
15 
47 
48 
108 
28 
331 
N7 
Bedeckt, trübe, nebelig, See N 4. 
16 
48 
27 
116 
4 
308 
N8 
Bedeckt, Nebel, Staubregen, See N 6. 
17 
46 
0 
120 
49 
244 
N 5—SE 5 
Bedeckt, Staubregen, nördliche Dünung. 
ii ^ 
II 
18 
44 
35 
122 
29 
111 
SE4 
Bedeckt und trübe, westliche und südliche 
Dünung.
	        
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