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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Dss Eis und die Strömnngsverhältnisso des Beringmeeres etc. 
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in der südlichen Beringstraße einen starken nordöstlichen Strom uud am 
2. Juli 1864 vor der St. Lorenz-Bai ebenfalls einen solchen von l l /s Kn Ge 
schwindigkeit. 
Die Westseite der Strafse wird früher als die Ostseite vom Eise frei und 
daher zur Durchfahrt in das Eismeer vorgezogen. 
Am 3. Juli 1889 passirte „Thetis“ im Westen der Diomeden, ohne Eis 
angetroffen zu haben, aber 3 Tage später stiefs sie zwischen Kap Prince of Wales 
und den Diomeden auf schwere Eismassen. Obwohl im Jahre 1880 die Strafse 
bereits am 22. Mai passirt und in 1881 die Schiffe schon am 31. Mai 68° N-Br 
erreichten (aufsergewöhnliche Fälle), so ist das durchschnittliche Datum, an dem 
die Strafse passirbor ist, vom 15. bis 25. Juni. Ausgenommen eine verspätete 
Jahreszeit, ist die Strafse am 1. Juli mit Sicherheit passirbar, und wenn dieses 
geschehen, der Polarkreis mit Leichtigkeit zu überschreiten. 
Das Passiren der Enge der Beringstraße auf unseren Reisen, welche 
freilich nicht die Hauptaufgabe hatten, möglichst rasch nordwärts zu kommen, 
erfolgte zwischen dem 25. Juni und 15. Juli. 
Frühjahrsbewegung des Eises im Eismeere. Im Eismeere setzt 
der Strom an beiden Seiten längs der Küste, an der Ostseite zuerst nordost- 
wärts nach dem Äofa^oe-Sund, dann nordwestlich bis Point Hope, darauf weiter 
der Küste folgend bis Point Barrow und von dort nach NO. An der Westseite 
läuft der Strom längs der Küste von Sibirien, vorbei am Kap Serdze und der 
Insel Koliutschin und dann nordwärts nach der Insel Herold und weiter. 
Folgende Strömungen sind unter anderen von mir im Eismeere beobachtet: 
1864 
Juli 
13 
1. auf der Osthälfte 
68,4° N-Br und 168,5° W-Lg 
WNW 12 Sm 
1865 
Juni 
27 
67,0° „ 
168,0° 
Yi 
NE stark 
1866 
Juli 
28 
70,7° „ 
164,3° 
Y) 
östlicher Strom 
1868 
Sept. 
15 
70,7° „ 
162,0° 
n 
nordöstlich 
•t) 
Y> 
18 
70,6° „ 
161,2° 
r> 
starker nordöstl. Strom 
n 
Okt. 
17 
68,2° „ 
167,2° 
Y) 
NWzW 24 Sm 
n 
18 
68,0° „ 
166,3° 
NzW 28 Sm 
1864 
Sept. 
11 
2. auf der 
69,2° N-Br und 
Westhälfte 
174,4° W-Lg 
starke westl. Versetzung 
1865 
Aug. 
4 
71,2° * 
174,3° 
Y) 
NNW'/sW 13 Sm 
W 
Y) 
12 
71,2° „ „ 
174,4° 
n 
NNE 24 Sm 
in den letzten 24 Stunden. 
Die Wirkung der Strömung im Eismeere ist derjenigen im Beringmeere 
gleich. Sie reifst das Packeis in einer Entfernung von 2 bis 10 Stn vom Lande 
ab und treibt es nordwärts, bald gefolgt von dem Landeise. Vielfach trifft man 
ein ovales Becken offenen Wassers von verschiedener Ausdehnung in nordwest 
licher—südöstlicher Richtung unter der Küste von Sibirien nördlich des Polar 
kreises an. 
Das Eis nördlich der Beringstraße ist schwer, unebon und hügelig. Die 
Schiffe folgen demselben, hüten sich aber, zwischen dieses und das feste Landeis 
zu gerathon. Der Pack treibt an beiden Seiten ziemlich gleichzeitig nordwärts. 
Kap Serdze ist gewöhnlich eine Woche früher als Point Hope zu erreichen, in 
der Regel bei dem ersten Schiffe am 4. Juli. Kotzeboe Sund wird durchschnitt 
lich am 10. Juli zugänglich für die Schiffahrt. 
Die Eingeborenen machen die Fahrt von Point Hope nach Kap IAsburne 
längs des festen Landeises innerhalb des Packeises in ihren Kanoes schon am 
1. Juni; es ist indef3 für ein Schiff nicht sicher, in diesen Kanal einzulaufen, 
bevor der Pack sich nordwärts entfernt hat. In der Regel findet man schweres 
Eis, welches aus dem Kotzeboe Sund stammt, zwischen Kap Blossum und Point 
Hope um den 12. Juli. Die Strömung treibt dasselbe zwischen diesen beiden 
Landvorsprüngen mit einer Fahrt von 2 bis 3 Kn nordwärts und schiebt es bei 
Point Hope in eiuer Ausdehnung von 10 Sm seewärts dicht zusammen, nachdem 
der eigentliche Pack diese Gegend bereits verlassen hat. 
Auf der Küstenstrecke zwischen Point Hope und Kap Lisburne bricht der 
Pack etwa 3 Sm vom Lande in der Zeit vom 5. April bis zum 25. Mai los,
	        
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