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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Das Eis und die Strömungsverhältnisse des Benngmeeres etc. 
weiter südlich, als eben südlich der Insel St. Matthew. Südlich hiervon findet 
man nur aufgebrochenes oder junges Eis. Alles Eis in der Nachbarschaft der 
Pribyloff-Inseln besteht aus aufgebrochenen Schollen und ist stets vom Winde 
und den Gezeitenströmungen beeinflufst. Das schwerste Packeis wird im Früh 
ling an der Westseite des Beringmeeres beim Kap Navarin und an der Nord 
seite der Insel St. Lorenz angetroffen. Es ist dieses dasjenige Eis, welches im 
Golf von Anadir entstanden ist und durch die starken nördlichen und nordöst 
lichen Winde der Wintermouate gegen die vorhandene Strömung getrieben und 
so durch Schrauben zu gewaltigen Massen aufeinander gehäuft wurde. 
Südliche Grenze des Eises. Es besteht die Ueberlieferung, dafs vor 
Jahren das Eis in grofsen Mengen bis zu der Insel Onalaska südwärts herunter 
gereicht haben soll. Im Januar 1878 befand es sich indefs gewifs bei der Insel 
Akoutan und in der Ommaß-Passage, woselbst im Eise mehrere Boote der Ein 
geborenen verloren gingen. Die südliche Grenze kann trotzdem mit Sicherheit 
in 56° N-Br, etwa 35 Sm südlich der Insel St. George, niedergelegt werden. 
Gelegentlich, wie im Jahre 1886, ist selbst von den Pnbyloff-Inseln kein Eis 
zu sehen gewesen. Gewöhnlich erscheint dieses hier bei einem etwa drei Wochen 
anhaltenden NE-Winde, der es von der Mündung des ÄosÄoame-Flusses im auf 
gebrochenen Zustande herüber treibt. Es bleibt dann, indem es sich je nach 
der herrschenden Windrichtung hin und her bewegt, bis die südlichen Frühlings 
winde es nordwärts forttreiben, was in der Regel gegen Ende April stattfindet. 
Im Jahre 1880 hielt sich indefs das Eis bei den Pribyloff-lnse\u so lange, dafs 
der Dampfer der Alaska-Commercial-Company „St. Paul“, freilich nicht fähig 
für die Eisfahrt, erst am 1. Juni eine Landung ausführen konnte. Walfänger, 
welche gut mit Eisenplatten umgeben sind, machen das Eis in der Regel vom 
7. bis 15. April, obwohl einige dieses schon am 25. März thun. Diejenigen, 
welche die Beringsee durch die OmVna&-Passage einsegeln, begegnen dem Eise 
in der Breite der Insel St. George, diejenigen, welche durch die Amoukhta- 
Passage kommen, stofsen auf Eis in der Länge von 175° West und 58° N-Br. 
In 180° Länge wird das Eis etwa am 15. April in 60° N-Br angetroffen. Der 
südlichste Punkt, an dem, soweit bekannt, festes Eis vorgefunden wurde, ist 
56° 10' N-Br in 171° 30' W-Lg, am 12. April 1889. Nach verschiedenen Nach 
richten fand es sich um die Mitte April anderer Jahre auf 57° 30' N-Br und 
175° W-Lg. Der allgemeine Verlauf der Südgrenze des Treibeises im Bering- 
meere im Anfänge des Frühlings geht von Bristol-Bai nach einem Punkte etwa 
35 Sm südlich der Pnbyloff-Inseln und von dort nordwestwärts nach dem Kap 
Omchinsky (Opouchinsk). 
Nach meinen Beobachtungen verlief die südliche Grenze des Packeises 
im westlichen Theile des Beringmeeres in einer unregelmäfsigen Linie ungefähr 
wie folgt: 
Im Monat April 
1861 von 58,6° N-Br in 169,3° O-Lg nach 60,4° N-Br in 173,5° O-Lg 
1864 „ 59,3° „ „ 166,0° „ - „ - 
Im Monat Mai 
1861 von 60,2° N-Br in 174,6° O-Lg nach 62,7° N-Br in 179,5° W-Lg 
1864 „ 
59,3° „ 
„ 166,4° „ 
99 
56,6° „ 
„ 179,8° ÖL, 
1865 „ 
59,6° „ 
* 169,0° „ 
99 
61,7° „ 
„ 177,5° „ 
1866 „ 
61,7° „ 
„ 177,3° „ 
99 
62,2° „ 
„ 179,4° „ 
1868 „ 
62,2° * 
„ 179,2° „ 
99 
62,8° „ 
» 180,0° „ 
Im 
Monat Juni 
1861 
von 
60,7° 
N-Br in 
179,2° W-Lg 
nach 60,4° N-Br in 
177,7° 
W-Lg 
99 
64,4° 
99 99 
176,5° „ 
99 
65,0° „ „ 
170,6° 
>9 
(Küsteneis) 
1864 
99 
60,4° 
99 99 
176,2° O-Lg 
99 
62,7° „ „ 
179,8° 
O-Lg 
99 
64,4° 
99 99 
177,3° W-Lg 
99 
64,3° „ „ 
175,6° 
W-Lg 
(Küsteneis) 
1865 
99 
62,9° 
99 99 
179,7° „ 
99 
64,7° „ „ 
176,4° 
99 
bis „ 
65,5° „ „ 
170,7° 
99 
(Küsteneis) 
1866 
99 
62,5° 
99 99 
179,8° O-Lg 
99 
64,5° „ „ 
175,2° 
99 
(Küsteneis) 
1868 
99 
64,8° 
99 99 
177,7° W-Lg 
99 
64,8° „ „ 
173,9° 
99 
(Küsteneis)
	        
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