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Kleine Notizen.
Tonne. Fremde Kriegsschiffe werden in der Regel angewiesen, aufserhalb der
Tonne zu ankern, und es empfiehlt sich, nur einen Anker mit viel Kette zu
benutzen.
Um das Schmuggeln von Waaren zu verhindern, ist jeder Bootsverkehr in
der Zeit von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang untersagt. Nur die Boote
von Kriegsschiffen dürfen in der Nacht den Verkehr mit dem Lande vermitteln,
während alle anderen Personen, welche nach Sonnenuntergang eine Fahrgelegen
heit benöthigon, hierzu die im Hafen die ganze Nacht bereit liegenden Finanz
boote gegen eine entsprechende Vergütung benutzen müssen.
Zum Schleppen von Schiffen sind Schleppdampfer vorhanden, von denen
zwei auch zum Lichten schwerer Anker verwendet werden können. Diese
Schleppdampfer besorgen auch die Zufuhr und das Einnehmen von Trink
wasser.
Für das Anlegen der Boote dient eine auf eisernen Trägern errichtete
Landungsbrücke, welche treppenartig nach See zu abfällt. Auf dieser Brücke
brennt ein weifs-, blau- und rothes Blinkfeuer, alle 16 Sekunden ein Blink.
Aufserdem befinden sich bei der Vorstadt Almendral noch mehrere kurze
Dämme. Ein Anlegen am Kai ist wegen der stets bewegten See Dicht an
gängig.
13. (D. S.) Uebor Salina Cruz und Nebenhäfen am Golf von
Tehuautepek bemerkt Kapt. E. Schmidt vom Schiffe „Ferdinand“ •. „Nach
dem wir an der Küste, in Rosario und in der Bucht von San Diego eine
Ladung Farbeholz eingenommen hatten, traten wir am 27. März 1890 die Reise
von San Diego nach Salina Cruz an und ankerten am Abend desselben Tages
auf der Rhede des letztgenannten Platzes. Hier wurde ausklarirt und das
Nöthige für die Reise an Bord genommen und darauf am 2. April die Reise
nach Falmouth angetreten. Während unseres Aufenthalts an der Küste war
das Wetter fast immer beständig und gut. Der südliche bis südwestliche Wind,
welcher als Seebriese gewöhnlich gegen 11 oder 12 Uhr Vormittags einsetzte,
erreichte zuweilen die Stärke 4 bis 5, flaute aber gegen Sonnenuntergang wieder
ab; dann herrschte Windstille bis gegen Morgen, worauf mitunter sehr leichte
nördliche Landbriese folgte. Unterbrochen wurde das ruhige Wetter am 1. und
15. März, an welchen Tagen in Rosario ein tüchtiger Norder einsetzte, der mit
der Stärke 9 bis 10 beide Male zwei Tage anhielt. Die Luft war dabei gröfsten-
theils klar, und das Barometer verhielt sich ruhig. Auch in Salina Cruz hatten
wir am 29. März noch einmal einen Norder, der in derselben Weise ebenfalls
zwei Tage anhielt. Der Ankergrund in den verschiedenen Plätzen, wo wir ge
laden haben, kann als gut bezeichnet werden. Trotz des ruhigen Wetters war
indefs fast stets mehr oder weniger Dünung aus See vorhanden, welche das
Laden sehr erschwerte, da die Leichter oft nicht vom Lande abkommen oder
doch nur halb beladen werden konnten.
14. (D. S.) Die Insel Gente Hermosa im Südlichen Stillen
Ocean, nordöstlich von den Samoa-Inseln. Kapt. Th. Wolter, Führer
der deutschen Bark „Vally“ berichtet, wie folgt: „Am 12. September 1888,
auf der Reise von Fuget Sound nach Melbourne gewahrten wir um 6 Uhr Abends,
als wir uns nach der Bcsteckrechnung auf 11° 7' S-Br und 171° 23' W-Lg be
fanden, die Insel Gente Hermosa, und zwar peilte die Nordspitze derselben rw.
WNW 3 /iW etwa 4 Sm ab und die Südspitze WNW’/iW in ungefähr demselben
Abstande. Die Insel hat demnach eine Ausdehnung von ungefähr 0,4 Sm in
Süd—Nord-Richtung. Sie ist ziemlich niedrig, nach beiden Enden hin wellen
förmig erhöht. Das nördliche Ende zeichnet sich durch einige schmale, steil
und schroff abfallende Anhöhen aus. Ferner ist noch zu bemerken, dafs die
Insel theilweise bewaldet zu sein schien, was indefs nicht deutlich zu er
kennen war.“
Anmerkung. Nach der Britischen Admiralitäts-Karte No. 780 ist die
geographische Lage der Insel Gente Hermosa 11° 6' S-Br und 170° 55' W-Lg,
nahezu übereinstimmend mit dem „South Pacific Directory“ von Findlay,
fünfte Auflage, London 1884, und der Karte von Imray No. 187, welche die
Position als zweifelhaft bezeichnet.