Kleine Notizen.
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Die Glockentonne, welche die Verlängerung der Nordmole kennzeichnet,
ist des Nachts ziemlich schwer zu erkennen. Eine bequeme Richtungslinie für
das Einlaufen bilden des Nachts die fünf oder sechs Gaslaternen in der Mittel
linie des Boulevard Gambetta, die Strafe«, welche nach dem Platz La Lyre
hinführt. Diese Richtirngslinie in rw, N72°W durchschneidet die Mitte des
Theaters und geht 12 m südlich der Batterie Algefna vorüber.
9. Segelanweisung für die östliche Einfahrt von Chercliell,
Algerien. (»Avis aux Navigateurs“ No. 84/484, Paris 1890.) Um die Sphinx-
Klippen in der östlichen Einfahrt nach ChercheU*) zu vermeiden, können Schiffe
mit weniger als 5 bis 6 m Tiefgang rw. S72°W steuern, in einer Linie, -welche
vom Leuchtthurm von Chercliell nach der äufseren Spitze der nördlichsten kleinen
Insel von Ras el Amesfout läuft.
Schiffe mit weniger als 3,5 m Tiefgang können in den kleinen Hafen ein-
laufeu, wo sie längs dem nördlichen Uferdamm anlegen. Die Ein- und Aus
fahrt ist jedoch ziemlich beschwerlich, und ist es nicht rathsam, daselbst zu
liegen, wenn Seegang steht. Um die Ein- und Ausfahrt zu beschleunigen, ist
anzurathen, auf B-B.-Seite ein Spring nach dem rothen Feuer zu befestigen.
10. Wassertiefe auf der Barre des Burnett-Flusses, Ostküste
von Australien. („Notice io Mariners“ No. 3 und 4, Brisbane 1890.) Durch
die kürzlichen Hochfluthen des ihmmit-Flusses * 2 * ) hat sich die Wassertiefe im
Fahrwasser über die Barro dieses Flusses verringert. Die Deckpeilung der
Leuchtbaken führt gegenwärtig nur über 1,1m Niedrigwasser. Das alte Fahr
wasser dicht unter South Head scheint sich dagegen wieder vertieft zu haben,
und sind daselbst 1,7 m Wasser gefunden worden. Es wird deshalb dieses
Fahrwasser wieder betonnt werden (vergl. No. 768 der „Nachr. f. Seef.“ 1890).
Um das südliche Fahrwasser zu benutzen, mufs man auf das südliche Haus
bei der Lootsenstation steuern und die äufsere rothe Tonne an St-B. passireu.
Alsdann steuere man auf das äufsere Ende der Insel Barrubbra zu und passire
dabei eine schwarze Tonne an B-B., bis die Baken der Barre in Deckpeilung
kommen.
Die Wassertiefen, welche durch die Gozeitensignale gegeben werden,
beziehen sich auf das alte Fahrwasser, und beträgt die Tiefe in dem südlichen
Fahrwasser 0,9 m mehr als in dem alten Fahrwasser.
11. Bemerkung über den Ankerplatz zu Melinka, Chile. („Hydro
graphie Notice“ No. 2, London 1890.) Der Ankerplatz im westlichen Theile
des Hafens von Melinka®) ist vorzuziehen, und findet man daselbst 29,3 m
Wasser, Sand und Schlammgrund. Der Raum ist im Uebrigen etwas beschränkt.
12. Bemerkungen über den Hafen von Valparaiso, Chile.
(Hydrographische Nachricht 26/193, Pola 1890.) Nach einem Berichte des
Kommandanten des österreichisch-ungarischen Schiffes „FasanaLinienschiffs-
Kapitän Rudolf Berghöfer, ist der Ankerplatz zu Valparaiso 4 ) eine nach
Norden zu offene Rhede, welche vor allen Winden aus dem ersten, zweiten
und dritten Quadranten hinreichend Schutz gewährt. Der Grund besteht aus
zähem grauen Sande; jedoch sind die Tiefenverhältnisse nicht besonders günstig,
weil der Boden steil abfallend ist.
Zur besseren und leichteren Vertäuung der Schiffe bestehen zahlreiche
in Nord—Süd-Richtung ausgelegte Tonnenreihen, von denen die westlichen
für die chilenischen Kriegsschiffe, die östlichen hauptsächlich für Postdampfer
und sonstige Handelsschiffe bestimmt sind. Die Schiffe vertäuen sich daran
derart, dafs sie mit dem Bug nach See zu Tiegen, werfen vorne einen Anker
aus und machen an der Tonne fest; achtern befestigen sie sich nur an einer
1) „Mediterranean Pilot“, Part I, 1885, Seite 223.
2 ) „Australia Directory“, Vol. II, 1889, Seite 159.
3) „South America Pilot“, Part. II, 1886, Seite 226.
4 ) a. a. O, Seite 300.
Ann. d. Hydr. etc., ist», Heft X.
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