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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Bemerkungen über Aberdeen. Ostküste von Schottland. 
■wasser längs der Front der Stadt und den daselbst erbauten Kais, wodurch ein 
offenes Hafenbassin und ein Dock von 84 Acres entstanden ist. Die Kailänge 
beträgt ca 1436 m mit Wassertiefen von 5,5 bis 7,3 m und ca 300 m mit Wasser 
tiefen von 4,9 m. Das Dock hat zwei Einfahrten, die eine, welche gewöhnlich 
benutzt wird, ist 21,3 m breit, mit 7,9 m Wassertiefe über dem Sill bei Spring- 
zeit-Hochwasser. Die andere Einfahrt ist 76 m lang, 18,3 m breit und hat eine 
Wassertiefe von 6,7 m über dem Sill, welcher 2,8 m unter Niedrigwasser liegt. 
Dieses Dock wurde im September 1848 dem Vorkehr übergeben. 
Das an der Nordseite des Albert Basin befindliche Trockendock hat eine 
Länge von 159,7 m, cino Wassertiefe von 6,1 m bei Springzeit-Iiochwasser und 
eine Breite von 15,2 m in der Einfahrt. 
Das von See nach dem Dock führende Fahrwasser 1 ) hat eine annähernd 
gleiche Wassertiefe von 3 bis 3,7 m bei Niedrigwasser; es sind unaufhörlich 
Bagger in demselben thätig. Gegenüber dem allen südlichen Wellenbrecher 
variirt die Wassertiefe zuw T eilen um 0,3 bis 0,6 m infolge der herrschenden 
Winde. Bei auflandigen Winden ist es zuweilen für die Bagger unmöglich zu 
arbeiten, so dafs man im Allgemeinen nur auf eine Wassertiefe von 3 m bei 
Niedrigwasser rechnen darf. 
In der Einfahrt ist eine durchschnittliche Wassertiefe von 3,4 m. Wenn 
eino rothe Flagge auf dem 137 m innerhalb des Leuchtthurmes auf dem Ende 
der Nordmole stehenden Maste als Gezeitcnsignal aufgezogen wird, dann sind 
zu jeder Zeit in der Bichtungslinie der beiden Leitfeuer 4,6 m, bei Nippzeit- 
Hochwasser 6,4 m und bei Springzeit-Hochwasser 7,0 m Wasser bis zum Lootsen- 
amte, einem achteckigen Gebäude mit Glasdach, welches am Landende der 
Nordmole steht. Hier kann zu jeder Zeit ein Lootse an Bord kommen, wenn 
solches vorher unmöglich gewesen ist. Wenn die Einsegelung nicht sicher er 
scheint, wird die rothe Flagge nicht aufgezogen. 
Bemerkungen über die Känguruh-Insel. Süd-Australien. 
ln „Dr. A. Petermanns Mittheilungen“ 1889 pag. 226 findet sich nach 
stehender Artikel über die Känguruh-lwü von Henry Greffrath, welcher die 
im „Australia Directory“ Vol. II 1884 enthaltene Beschreibung dieser Insel 
vervollständigt: 
„Die zur Kolonie Süd - Australien gehörige Känguruh - Insel 2 * ) liegt vor 
der Einfahrt in den St. Vincent - Golf und wird durch die an ihrer schmälsten 
Stelle nur 6'/2 bis 7 Va Stn breite Strafsc Backstairs Passage vom australischen 
Kontinent getrennt. Sie hat in der Richtung Ost—West eine Länge von 
ca 75 Sm und in der Richtung Nord—Süd ca 30 Sm und umfafst einen Flächen 
inhalt von 4350 qkm, wovon ca 26000 ha in Privatbesitz übergegangen sind. Ihre 
Bevölkerung beläuft sich nach der letzten Zählung auf 379 Weifse; Eingeborene 
leben dort nicht. 
Die Insel wurde im Jahre 1802 von dem bekannten Seefahrer Kapitän 
Matthew Flinders entdeckt und wegen der damaligen sehr vielen Känguruhs, 
welche er vorfand, so benannt. Im Jahre 1803 lief das französische Expeditions 
schiff „Le Géographe“ in die Penneshaw- oder wie jetzt gewöhnlich gesagt wird 
Ho^-Bucht, 8 ) an der NO-Küsto in 35° 45' S-Br und 137° 48' O-Lg, ein und es 
wurde gelandet. An einem dortigen Felsen findet sich noch heute die Inschrift: 
„Expédition pour découvrir par le Commandant Baudin sur le Géographe, 1803“. 
Da diese Inschrift immer mehr verwittert, so will man dies Memento nach 
Adelaide schaffen und im dortigen Museum aufstellen. Am 27. Juni 1836 trafen 
aus London die beiden Schiffe „Cygnet“ und „Rapid“ mit Auswaudercn in der 
Nepean-Bucht au der NO-Küste ein. Nachdem man sich aber überzeugt hatte, 
dafs die Insel für Ansiedelung nicht geeignet sei, schiffte sich die Gesellschaft 
2 ) „North Sea Pilot“, Part II, Seite 141. 
2 ) „Australia Directory* Vol. I, 1884, Seite 198. 
*) a. a. O. Seite 209.
	        
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