Das Eis und die StrömungsVerhältnisse des Beriugmeeres etc.
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um einiges Trinkwasser an Bord zu nehmen. Auch jetzt trieben grofse Eis
massen vor den Bug des Schiffes, was das Fallenlassen des zweiten Ankers
erforderlich machte. Am 21. Juni segelten wir bei schönem Wetter westwärts
in der Richtung auf Kap Bering dem Saume des festen Küstencises entlang bis
nach 175,9° W-Lg in 64,8° N-Br. Auch jetzt hatte das Landeis zwischen
Plover-Bai und Kap Atchen eine ungefähre Breite von 10 Sm. Nachdem am
30. Juni Indian point passirt und von dort nach Kings Island hinüber gesteuert
war, liefen wir am 8. Juli am Ostkap vorbei in das nördliche Eismeer ein.
Hier wurde am 11. Juli ein Wal angeworfen, der mit grofser Geschwindig
keit in das nahe Eis hineinlief. Das Boot prallte mit grofser Wucht gegen
eine grofse Eisscholle, wodurch die Leine brach. Eben nördlich der Bering
stra/se fielen wir öfters mit sogenannten Divelfishes ein, von denen am 18. Juli
einer erlegt wurde. Nach der St. Lorenz-Bai zurückgesegelt, nahmen wir da
selbst unseren Bedarf an Trinkwasser an Bord und erlegten dann in der Mün
dung der Beringstra/se am 26. Juli einen Bowhead.
Einen schweren NW-Sturm hielten wir in Lee der Diomeden ab, kreuzten
darauf in dem eisfreien Becken des Polarmeeres nordwärts, bis wir uns am
21. August Icy Cape auf 6 Sm genähert hatten. Hier wurde am 26. ein Wal
erlegt, und am 30. standen wir auf 70,5° N-Br in der Länge von 163,3° West.
Es erhob sich ein Sturm mit Schneegestöber aus NNW, der uns veranlafste,
20 Sm in südwestlicher Richtung zu segeln, wo wir in Lee des Packeises bei
drehten. Wir verfolgten darauf in den nächsten Tagen einen westlichen Kurs
der Kante des Packeises entlang, welche in 172° W-Lg auf 6972° N-Br lag,
von welchem Punkte sie nördlich verlief. Nach dem 7. September bewegten
wir uns langsam wieder in nordöstlicher Richtung und standen am 13. auf
70,4° N-Br und 164,1° W-Lg, woselbst wir einen Wal erlegten.
Bis zum 29. September kreuzten wir in einem Anfangs ca 20 Sm breiten
Kanal zwischen dem Pack und der Küste in der Nachbarschaft von Icy Cape,
wobei wir uns häutig nur durch den Gebrauch des Lothes Gewifsheit über den
Abstand vom Lande verschaffen konnten, was die geringen Wassertiefen sehr
erleichterten. Hier wurde von uns eine gröfsere Anzahl Wale gefangen. Am
18. September war die nordöstliche Strömung so stark, dafs das bei einem leb
haften NE-Winde beiliegende Schiff keine Abtrift nach SW machte. Nach und
nach fing der Pack an nach dem Lande zu sich zu bewegen, während das
Schiff durch die Strömung immer weiter nach NO fortgeführt wurde. Am
20. September, als Point Franklin 2 Sm entfernt ONO peilte, hatten wir nur
uoch etwa 3 Sm offenes Wasser zwischen der Küste und dem Pack zum Kreuzen.
Wir hatten also vornehmlich unser Augenmerk daraufzu richten, bei dem leichten
südlichen Winde aus dieser Enge hinaus zu kommen, und mufsten auf die Ver
folgung der zahlreich vorhandenen Wale verzichten. Um 4 h a. m. den 21. Sep
tember segelten wir um die südliche Spitze des Eises, welche anscheinend nur
noch Vs Sm vom Lande entfernt lag, dann weiter längs der nach SW verlaufen
den Eisgrenze und drehten am Nachmittage, nach unserer Rechnung auf 70,6°
N-Br und 161,3° W-Lg, bei einem NE-Sturm in Lee vom Pack bei.
Während der ersten Woche dos Monats Oktober wurde langsam weiter
nach Westen gesegelt, immer der Kante des Eises folgend, welche am 7. Oktober
in 173,3° W-Lg auf 69,5° N-Br lag. Am 9. Oktober trat nach einem vorauf
gegangenen NE—NW-Sturm mit heftigem Schneetreiben starker Frost ein, so
dafs die Segel fest an den Raaen züsammenfroren. Es wurde daher hohe Zeit,
aus dem Eismeere hinauszukommen, weshalb unser Bestreben dahin gerichtet
sein mufste, die Beringstra/se bald anzulaufen. Trotzdem segelten wir am
12. Oktober bei einem stürmischen SW-Winde unter gerefften Segeln der Eis
kante entlang nach NO, bis unser Vorgehen in 68,7° N-Br und 169,4° W-Lg
durch Eis gehemmt wurde. Nachdem am 13. ein gröfseres Feld Treibeis auf
östlichem Kurse durchbrochen war, liefen wir am folgenden Vormittage in Sicht
von Kap Lisbume und standen um Mittag auf 68,9° N-Br und 167,8° W-Lg.
Zwischen dem Eise und der Küste von Alaska südwärts segelnd, erreichten wir
am Mittage des 15. 68,2° N-Br und 167,8° W-Lg. Von hier verlief die Eis
grenze nach OSO und später nach Ost. Am 16. Oktober hatteu wir uns, dem
im Süden lagernden Eise folgend, der Küste bei Point Hope bis auf etwa 20 Sm
genähert. Der Fortgang des Schiffes in dem freien Wasser zwischen der Küste
Ann. d. Hydr. etc., 1890, Heft X. 5