Das Eis und die Strömlings Verhältnisse des Beringmeeres etc.
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am 8. August, einen Wal festzuwerfen und gerado in dem Augenblick zu tödten,
als er eben im Begriff Stand, sich durch die Flucht in das Eis zu retten. Hier
trat der sehr seltene Fall ein, dafs der getödtetc Wal auf den Meeresgrund
versank. Wir segelten nun bei dem Winde mit dem Schiffe nach dieser Stelle,
nahmen die beiden Leinen, welche vermittelst der Harpunen an dem Wal fest
waren, an Bord nnd schleppten nun denselben über den Boden hinweg, indem
wir bei leichter Segelführung vor dem Winde von dem Eise absteuerten. Um
6 h p. m. hatten wir uns auf diese Weise etwa 3 Sm von der Kante des west
lichen Eises entfernt; aber nach Osten, in unserer Lee, tauchten andere schwere
Eismassen auf. Wir mufsten uns daher zu dem gewagten Unternehmen ent-
schliefsen, den Wal anfzuhieven, was auch gegen Erwarten glückte.
Vom 10. bis 29. August kreuzten wir in der nordwestlichen Einbuchtung
des Eises, welche in 175,2° W-Lg bis nach 70,8° N-Br hinaufreichte, und in der
eine Anzahl Wale von uns erbeutet wurde. In 69,7° N-Br und 171,9° W-Lg
sahen wir bei stürmischem Nordwinde schweres Eis in unserer Lee, zwei Tage
später standen wir auf 70,1° N-Br und 173,6° W-Lg nahe der Grenze des west
lichen Pack, und am folgenden Tage kreuzten wir bei steifem Nordwinde in
einer sogenannten Eisbai. In der ersten Woche des September beobachteten
wir bei schönem Wetter und leichter Briese in der Nähe des westlichen Pack
eises täglich starke westliche Stromversetzungen.
Nach dieser Zeit nahm das Wetter eiuen schlechten Charakter an, stür
mische nordöstliche Winde waren häufig, und die Schneefälle mehrten sich von
Tag zu Tag. Trotzdem wollten wir doch nicht den 'Versuch aufgeben, möglicher
weise noch einen Wal zu fangen. Unser Wunsch sollte denn auch erfüllt werden,
indem wir am 26. September den gröfsten und letzten Bowhead dieses Jahres
erbeuteten. Leider hatten wir hierbei den Tod unseres IV. Steuermannes zu
beklagen, infolge davon, dafs der Wal mit seinem Schwanz dessen Boot voll
ständig zertrümmerte. Die übrige Besatzung des Bootes konnte glücklicherweise
gerettet werden.
Um 4 h a. m. am 28. September liefen wir auf nordwestlichem Kurse an
ein grofses Eisfeld und mufsten wegen des jetzt einsetzenden nordöstlichen
Sturmes Segel pressen, um vom Eise frei zu bleiben. Das stürmische Wetter
mit Winden zwischen N und NE hielt bis zum 30. September an. Indem wir
während dieser Zeit einen ostsüdöstlichen Kurs steuerten, stiefsen wir am
29. September wieder auf Eis, welches uns iudefs keine nennenswerthen Schwierig
keiten bereitete. Am Vormittage des 2. Oktober segelten wir bei frischer
nördlicher Briese längs der Küste von Alaska südwärts und peilten um 12 Uhr
Mittags das Kap Löwenstern mw. 080. In unserer Gesellschaft befanden sich
zwei mitsegelnde Schiffe. Bei einer gemäfsigten Fahrt uud uns dicht an der
Küste haltend, gelangten wir um 12 Uhr Nachts durch die Enge zwischen Kap
Prince of Wales und den Dionieden und setzten dann unter Führung aller Segel
bei leichter nördlicher Briese die Heise durch die Beringstra/se südwärts fort.
Am Vormittage des 4. Oktober, etwa 45 Sm nordwestlich der Insel St. Lorenz,
auf 64,5° N-Br und 171,2° W-Lg, wurde unser Fortschritt nochmals durch
schwere Eisblöcke gehemmt und dann am 5. Oktober Mittags die obengenannte
Insel bol frischem Nordwinde passirt. Am selbigen Nachmittage begegneten
wir einer Schaar Humpbaks (Buckelwale); wir unternahmen eine Verfolgung
derselben, welche aber resultatlos verlief.
Unter stürmischen und steifen nördlichen Winden die Fahrt südwärts
fortsetzend, durchsegelten wir am 9. Oktober die HmowAAta-Passage und langten
dann am 5. November nach einer glücklich vollbrachten Reise wieder in
Honolulu an.
Nachdem der „•Julian“ eine neue Ausrüstung erhalten hatte, traten wir
am 7. Januar 1865 die fünfte Reise auf den Walfang an. Der Anfang dieser
Reise unterschied sich insofern von den vorhergehenden, als wir volle zwei
Wochen bei den Sandivich-lnsehx kreuzten, wobei wir Mühe hatten, uns bei dem
meist steifen Passatwinde und dem starken westlichen Strom in der Nähe dieser
Inseln zu halten. Erst am 25. Januar wurde die Weiterreise nach SW fort
gesetzt.
Von 5° N-Br in 169,7° W-Lg bis 1,7° N-Br in 171,6° W-Lg wurden
folgende Strömungen beobachtot: