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Das Kis und die Strömungsverhältmsse des Beringmeeres etc.
0 Vgl. „Arm. d. Hydr. etc.“ 1883 Seite 414.
wir am 24. Juli Nachmittags bei regnerischem Wetter Land im NO, legten des
halb das Schiff bei dem Winde von dem unter der Küste lagernden Eise ab.
Die Küste in der Nachbarschaft von Point Hope, der wir am 31. Juli in einem
kurzen Abstande südwärts entlang segelten, war frei von Eis.
Durch die Erlegung eines Eisbären und eines Walrosses auf dem in
68,2° N-Br und 173,7° W-Lg nahe belegenen westlichen Eise wurde am 3. August
unsere Einförmigkeit auf kurze Zeit in einer angenehmen Weise unterbrochen.
Am 17. August, auf 67,8° N-Br und 166,8° W-Lg, fanden wir das Meer an der
Küste von Amerika eisfrei. Auch im Monat September kreuzten wir wie bisher
in dem freien Bassin, standen bald auf der einen, bald auf der auderen Seite,
hielten uns aber stets länger an der Westseite in einem gemessenen Abstande
vom Packeise auf. Am 1. Oktober stiefsen wir bei einem östlichen Kurse in
67,7° N-Br und 168,2° W-Lg auf Eisschollen, während am folgenden Tage etwa
30 Sm im SSW von Point Hope kein Eis in der Nähe war. Das Wetter war
zur Zeit häufig trübe und regnerisch, doch liefs sich der Schiffsort annähernd
durch das Loth feststellen, zum Mindesten gaben die Tiefen einen Anhalt über
den Abstand vom Lande. Allmählich richteten wir von nun an unseren Kurs
nach der Beringstraße, worauf in der Nacht vom 3. zum 4. Oktober im SSW
Land gesichtet wurde, anscheinend Ostkaj). Das Wetter wurde bald nebelig
und regnerisch, doch als dieses am Morgen gegen 8 Uhr wieder aufklarte, be
fanden wir uns in Peilungen von Ostkap, den Diomeden und Kap Prince of Wales.
Nachdem bald nach Mittag Windstille uud Nebel eingetreten waren, wurde auf
einer Wassertiefe von 35 Fad. geankert. Am 5. Oktober um 5 11 30“ a. m. kam
leichter NW-Wind durch, wir lichteten daher den Anker und steuerten Kurs
nach der Benngstraße. Bei leichter unbeständiger Briese kamen wir am selben
Vormittage durch die Enge zwischen Ostkap und den Diomeden, ohne Eis ge
sehen zu haben. Als um 6 h p. m. Kap Nouniagmo 4 Sm entfernt war und WSW
peilte, trat Windstillo ein, wodurch es nothwendig wurde, auf einer Wassertiefe
von 20 Fad. zu ankern. Am folgenden Morgen gingen wir um 4 Uhr bei steifer
nördlicher Briese wieder ankerauf, liefen die Mündung der St. Lorenz-Bai ein
und nahmen, während das Schiff unter dem obengenannten Kap ab und an lag,
uusern Bedarf an Trinkwasser an Bord. Um ll h a. m., als diese Arbeit beendet
war, setzten wir die Reise bei frischem Nordwinde südwärts längs der Strafse
fort, bis dieselbe am Vormittage des 7. Oktober durchsegelt war. Am Mittage
des letztgenannten Tages befand sich das Schiff auf 63,6° N-Br und 172,2° W-Lg,
von wo aus die Nordwestspitze der St. Lorenz-Insel NNO uud die Südwest
spitze derselben mw. SOzO peilte. Die Insel St. Matthew passirten wir am
nächsten Mittage in einem Abstande von 10 Sm. Nachdem dann am 10. Oktober
die Pribyloff-Inseln bei frischer nordwestlicher Briese passirt waren, standen
wir am 13. Oktober bei eintretender Dunkelheit etwa 20 Sm nördlich von der
riTnowAÄfa-Passage, w 7 eil aber kein Land zu sehen war, so sahen wir uns ge
zwungen, bei der steifen nordöstlichen Briese für die Dauer der Nacht an den
Wind zu legen. Am Mittage des folgenden Tages peilte die Insel Segouam
mw. SSW, 20 Sm entfernt. Bei leichtem Nordwinde war am Abend des letzt
genannten Tages die Amoukhta - Passage durchsegelt, und am 7. November
langten wir nach einer glücklich vollführten Reise wieder in Honolulu an.
Unsere dritte Krouzfahrt, welche ebenfalls von Honolulu angetreteu, in
derselben Weise als die früheren ausgeführt werden sollte, fand im April 1862
durch die Strandung unseres Schiffes in der TW<7ar-Strafse an der Nordküste
der Insel Nipon eine jähe Unterbrechung. 1 )
Nach Deutschland zurückgekehrt, wurde im Frühling 1863 das Schiff
„Julian“ für eine neue Fahrt nach der Südsee ausgerüstet und unter den Befehl
meines früheren Kapitäns gestellt, der mich wieder in seine Dienste nahm.
Am 10. Juli traten wir von Brake aus die Reise nach Honolulu an.
Dieselbe wurde nach Verlauf von 157 Tagen am 15. Dezember beschlossen.
Nachdem die für Honolulu bestimmte Ladung gelöscht und das Schiff für
eine Kreuzfahrt auf den Walfang nach den tropischen Gewässern des Stillen
Oceans und dem nördlichen Eismeere in Stand gesetzt war, gingen wir am
28. Januar 1864 wieder in See und steuerten einen südlichen Kurs. Auf dieser