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Das Eis lind die Strömur.gsverhältnisse des Beringmeeres etc.
Hakodate nach dem Norden fortgesetzt, wo unsere Hauptaufgabe der Jagd des
Polarwals, des sogenannten Bowheads, galt.
Unsere erste Reise im Jahre 1860 ging, mit Rücksicht auf die weit vor
gerückte Jahreszeit, in der wir von Bremen in Honolulu anlangten, direkt nach
dem Norden. Ende April wurde der letztgenannte Hafen verlassen und ein
nordwestlicher Kurs gesteuert. — Wie schon gesagt, fehlen mir die genauen
Daten dieser Reise. — An einem schönen klaren Morgen Mitte Mai sichteten
wir die steile schneebedeckte Küste von Kamschatka in der Nähe des Peter
Pa«Zs-Hafens, welche von einem Saume Landeis eingefafst war. Am folgenden
Tage wurden bei trübem regnerischem Wetter die Inseln Copper und Bering
passirt und dann die Fahrt auf nordöstlichem Kurse fortgesetzt. In der Nähe
von Kap Olgaotorsky (Olutorskoi) wurde das erste Eis angetroffen.
Der Eindruck, den ein Neuling beim Erblicken der Eismassen empfängt,
ist ein gewaltiger. Die verschiedenen Formen, in denen das Eis von blendend
weifser Farbe, die manchmal ins Bläuliche, Grünliche und Röthliche schillert,
auftritt, können die Täuschung hervorrufen, als ob man eine ungeheuere Marmor
werkstätte vor sich habe.
Am selben Tage waren wir gegen Abend so unglücklich, bei einer Fahrt
von etwa 5 Kn auf einen grofsen schweren und harten Eisblock zu stofsen,
wodurch dem Schiffe im Bug ein Leck beigebracht wurde. In den nächsten
Tagen versuchten wir, tiefer in den Pack einzudringen, bis wir uns südöstlich
des Kaps Navarin von mächtigen Eisfoldern fest umschlossen sahen. An einem
schönen hellen Morgen, bei leichter Briese und den ziemlich sicheren Anzeichen,
dafs das Eis nicht so bald auseinander gehen würde, und als das Schiff fast so
ruhig wie in einem Hafen lag, machten wir Anstalten, den Leck im Bug zu
dichten. Zu diesem Zweck wurden zunächst, um denselben über Wasser zu
bekommen, die beiden Buganker auf das Eis gefiert, die Ankerketten und eine
Anzahl gefüllter Wasserfässer auf das Hinterdeck gestaut, wa3 denn auch den
gewünschten Erfolg hatte. Nunmehr konnte die gebrochene eingedrückte Stelle
durch ein angepafstes Stück Eichenholz mit einer Unterlage von getheertem
Segeltuch und einem Beschlag von Kupfer und Plattloth gedichtet werden. In
der Vorpiek stützten wir die gebrochenen Bugspanten gegen die Zwischendecks
balken ab. Die so hergerichtete Reparatur erwies sich auf die Dauer als voll
ständig ausreichend und genügte, ohne irgend welche Besorgnifs aufkommeu
zu lassen, um die unternommene Fahrt nicht unterbrechen zu brauchen. Noch
an demselben Abend war die Arbeit beendet und das Schiff wieder in seine
gewöhnliche Lage gebracht. Der Pack hielt uns noch längere Zeit gefangen,
und es kostete ziemliche Mühe, denselben zu durchbrechen. Am Kap Bering
war das Packeis gegen Ende Mai etwa von der Küste abgesetzt. Hier hatten
wir den ersten Besuch von Tsucksen an Bord, die in ihren grofsen Fellbooten
vom Lande kamen und Thierfelle, namentlich die des weifsen Fuchses, gegen
Tabak und Branntwein zum Tausch anboten. Da bald darauf Windstille eiutrat,
so benutzten wir diese Gelegenheit, um uns von den dicken aus Rennthierfellen
verfertigten Oberröcken der Eingeborenen zu verschaffen, die später bei der
im Herbste zu erwartenden Kälte, besonders während des Ausgucks vom Mast-
head nach Walen, gute Dienste leisten sollten.
Die Küste bis zur Beringstrafse zeigte sich als ganz eisfrei, aber in den
Buchten der letzteren hatte sich das Eis noch nicht gelöst; so in der St. Lorenz-
Bai, woselbst ein dort überwinterndes deutsches Schiff unter hawaiischer Flagge
noch vom Eise gefangen gehalten wurde. An der Ostseite der Strafse bei
Kings Island trafen wir ungeheuere Mengen von Treibholz an, grofse Fichten
bäume, die aus dem Norton Sund herausgetrieben waren. Während das Schiff
vor Anker lag, trieb so viel Holz nordwärts durch die Strömung an demselben
vorbei, dafs es uns möglich war, in einigen Stunden ein solches Quantum davon
an Bord zu nehmen, um unseren ganzen Bedarf an Feuerholz, welcher für einen
Waler nicht gering ist, damit decken zu können. Die Strömung setzte mit einer
bedeutenden Geschwindigkeit durch die Strafse nordwärts. In der folgenden
Nacht trieb das Schiff gegen einen frischen Nordwind, bei dem nur wenige
Segel geführt und sogar manchmal backgelegt wurde, durch die Enge der Strafse
hindurch, etwa 30 Sm nach Norden. Nördlich der Diomeden hatte sich das in
hohen Flöfsen über einander geschichtete Treibholz in solchen Massen an