Bestimmung des specifisehen Gewichts des Seewassers an Bord.
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28-25 bei 6.7°, giebt red. 26-5 u. s. f. — Der Umfang der lithograpliirten Tafel
wird für don Gebrauch in Nordsee und Ocean wohl ausreichen. — Aehnliche
Darstellungen lassen sich für die übrigen geringeren Salzgehaltsstufen zwar ent
werfen (z. ß. für den Gebrauch in der Ostsee, deren Dichte zwischen 1.005 und
1.015 [bei 17.5°] schwankt, wären zwei solcher Tafeln nöthig), aber für die
Temperaturen zwischen 0° und 5° ist auch bei grofsem Mafsstabe doch eine
sehr schwierige graphische Darstellung die Folge, da sich hier die „Isothermen“
durchkreuzen und auf langen Strecken auch zusamtnenfallen. —
Nachdem so das am Ai-äometer abgelesene specifische Gewicht in
umgewandelt ist, kann nun aus letzterem der Salzgehalt berechnet werden.
Es geschieht das nach der von G. Karsten und H. A. Meyer gegebenen
empirischen Formel:
p = [sßS) -1] isio,
wobei man p wieder in Promille erhält. Die Konstante 1310 ist im Allgemeinen
wohl zutreffend gefunden worden, doch liegen von neueren Prüfungen derselben
nur die selbstständigen Versuche Tornöe’s vor, und dieser kommt zu dem
höheren Werthe 1319. Der Unterschied der letzteren gegenüber der ersteren
Konstante würde den Salzgehalt für Ostseewasser nur um ca 0.1 Promille er
höhen, dagegen für Oceanwasser schon um 0.22 bis 0.25 Promille, was doch
recht erheblich ist. Also auch hier besteht noch eine auffällige Unsicherheit
unserer Kenntnifs, die jedoch nur durch umfangreiche chemische Analysen zu
überwinden ist. Vorerst wird es sich empfehlen, bei der Karsten-Meyer’schen
Konstante 1310 und der danach entworfenen Tabelle ‘) zu bleiben und jeden
falls keine gröfsere Genauigkeit als ±0.1 Promille anzustreben. Der Umstand,
dafs wir, wie oben gezeigt, mit dem Aräometer die specifisehen Gewichte ohne
hin nicht genauer bestimmen können, als auf fünf Einheiten der fünften Decimale,
tritt dem gegenüber zurück, denn der hieraus allein entspringende Fehler des
Salzgehalts wird selten mehr als 0.08 Promille erreichen. —
Zum Schlüsse mag es vielleicht gostattet sein, der Hoffnung Ausdruck zu
verleihen, dafs die oben gegebene Anleitung dazu beitragen möge, den Aräo
meterbeobachtungen an Bord neue Freunde zu erwerben und ihren Eintragungen
in die meteorologischen Schiffsjournale eine wirkliche wissenschaftliche Brauch
barkeit zu sichern.
Kiel, im Sommer 1890.
Hydrographische Beobachtungen S. M. S. „Sophie“, Kommandant
Korv.-Kapt. Herbing, auf der Reise von Hongkong nach Hoihow
und Singapore.
Auf der Fahrt von Hongkong nach Iloihow auf der Insel Hainan wurden
leichte südliche bis südsüdwestliche Winde, in Stärke 1—2, angetroffen. Das
Wetter war heiter, die See ruhig. Bis zur Hafwan-Strafse wurde eine Ver
setzung in westlicher Richtung von 0,8 Sm p. h beobachtet.
Zum Ansteuern der Hainan-Strafse wurden am 2. Juni 2 h a. m. die Taya-
Inseln in WSW'/aW, 23,0 Sm ab, gesichtet, und von hier aus, mit Kurs W’/sS,
Mofou Point angesteuert und derselbe 8 h 20“ passirt. Bis Mofou Point machte
sich eine Versetzung nach West, von 0,7 bis 1,0 Kn Stärke p. h, bemerkbar.
Nach dem Passiren von Mofou Point, bis zum Passiren von Hainan Head,
änderte die Strömung in der Richtung bis NNW und nahm an Stärke bis zu
2,0 Sm p. h zu, als jedoch Hainan Head umdampft war, drehte die Strömung
wieder westlicher und setzte bis flot'ftoty-Rhede mit ungefähr 1 Sm p. h nach
0 Ebenfalls abgedruckt im „Handbuch der nautischen Instrumente“, 2. Aufl., Seite 193.