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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Bestimmung des specifischen Gewichts des Seewassers an Bord. 
Bequemer und ohne jedesmalige Rechnung mit Logarithmen vollzieht man 
diese Umwandlung, wenn man ein für alle Mal für einen bestimmten Werth 
von also hier für 1.027 aus den Volumverhältnissen die Aenderungen 
des specifischen Gewichts infolge der Temperatur berechnet und dann die 
Differenzen 
4Ä») - s(S) =« 
als Korrektionen in einer Tabelle zusammenstellt. 
Aber thatsächliche Vergleiche der so durch Rechnung aus in 
übergeführten Werthe mit Aräometerablesungen in demselben Seewasser bei 
verschieden hohen Temperaturen ergeben nun nicht die erwünschte Ueberein- 
stimmung, vielmehr wird für Temperaturen, welche weit von 17.5° abliegen, 
der Unterschied sehr merklich gefunden. So zeigt dasselbe Aräometer, welches 
bei 21.0° den Stand 26-3 gab, bei 17.5° in demselben Wasser nur 27-10, nicht 
2707; also bei dem geringen Temperaturunterschied von 3.5° schon um 0 07 zu 
wenig. Hierbei ist nämlich ein bisher noch nicht erwähnter Umstand in Be 
tracht zu ziehen: die Ausdehnung des gläsernen Körpers des Aräometers bei 
der Wärmeänderung. Wäre das Aräometer ganz unveränderlich, so würden jene 
berechneten Korrektionen mit den Beobachtungen stimmen. 
Das Aräometer verdrängt jedesmal soviel Wasser, als seinem unveränder 
lichen Gewicht g entspricht. Wird ein Aräometer in Seewasser von 17.5° ein 
getaucht sein bis zum Theilstrich 27-0 (= 1.027-0), so mufs bei Erwärmung des 
Wassers Folgendes eintreten: Erstlich wird das Wasser leichter, das Aräometer 
sinkt also tiefer ein, um nach wie vor das gleiche Gewicht g des so verdünnten 
Wassers zu verdrängen. Zweitens aber dehnt sich sein eigenes Körpervolum 
aus, verdrängt also seinerseits dabei schon mehr Wasser als vordem. Nun darf 
es aber nur gerade soviel Wasser verdrängen, als eben genügt, um mit der 
dünneren Flüssigkeit ein Volum zu erfüllen, dessen Gewicht genau = g ist. 
Also um ebensoviele Kubikcentimeter (oder Bruchtheile davon), wie das Glas 
aräometer sich ausgedehnt hat, mufs sich die Skala wieder aus dem Wasser 
emporheben. Aus den Volumtabellen berechnet sich als specifisches Gewicht 
bei 25°: 
= 1-027. 
1.002588 
1.004565 
1.024-98. 
Unser Aräometer wird aber diesen Werth bei 25° nicht angeben, sondern 
25‘17. Der Unterschied von 0T9 Aräometergraden in Kubikcentimetern um 
gewandelt wird genau der räumlichen Ausdehnung gleichkommen, die das Aräo 
meter bei Erwärmung von 17.5° auf 25° erlitten hat. Wollten wir also nun 
umgekehrt eine Ablesung an unserem Aräometer S(^s) = 1.025T7 in ¿¡(yyfs) 
umwandeln, so müfsten wir nicht die aus der Volumtafel berechnete Korrektion 
27'0 — 24-98 = 2 02 hinzufügen, sondern 2 - 02 — 0 19 = D83, um wirklich 27 0 
zu erhalten. Der Effekt der Glasausdehnung erscheint also als eine sekundäre 
Korrektion im Werthe von —0-19. 
Bei einer Abkühlung desselben Seewassers auf 0° wird das Wasser 
dichter, das Aräometer hat also jetzt ein kleineres Quantum zu verdrängen, um 
das Gewicht g zu erhalten. Folglich würde sich ein unveränderliches 
Aräometer vom Skalentheil 27‘0 auf 29 - 66 herausheben, denn da Vq» = 1, 
wird hier 
S(l^o) = 1.027.1.002588 = 1.029-66. 
Das in Wirklichkeit aber veränderliche Aräometer zieht sich bei der 
Abkühlung selbst zusammen, das so verkleinerte Volum verdrängt also von der 
dichteren Flüssigkeit weniger, als wenn das Glasvolum unveränderlich bliebe. 
Für jeden Kubikcentimeter dieser Verkleinerung senkt sich also die Skala tiefer 
ins Wasser, und so ergiebt die Ablesung in Wirklichkeit nur 29 21. Hier 
ist also die wahre Korrektion — 2 21 (nämlich 27 - 00 — 29-21) und nicht = 
27-00 — 29'66 = —2‘66. Der Effekt der Glasausdehnung erniedrigt also 
auch hier wiederum die Gesammtkorrektion, und zwar um 0-45. 
Will man demnach eine Tabelle zur Reduktion der am Glasaräometer 
abgelesenen auf entwerfen, so ist an allen aus der Volumtafel
	        
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