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Bestimmung des specifisclien Gewichts des Seewassers an Bord.
verwerfen ist, wie denn auch namentlich in den weit von 17.5° abstehenden
Temperaturen die Karsten’schen Wertho auch für oceanischen Salzgehalt so
stark von allen neueren abweichen, dafs schon Tornöe ihre Verwendbarkeit
zu bestreiten sich entschliefsen mufste.
So lange unmittelbare Untersuchungen der Ausdehnung unseres Ostsee
wassers nicht vorliegen, mufs in anderer Weise Ersatz dafür gewonnen werden,
und zwar mag dies hier folgendermafsen geschehen. Betrachtet man die Volum-
werthe für Ekman’s vier Proben und Rosetti’s destillirtes Wasser für irgend
eine bestimmte Temperatur, etwa 17.5°, so erhält man folgende Reihe, das
Volum bei 0° als Einheit angenommen:
Salzgehalt = 0 20.9 25.9 80.0 35.0 Promille.
Volum bei 17.5° = 1.001125 1.002049 1.002242 1.002409 1.002588
Das jeweilige Volumen läfst sich hier leicht als eine Punktion des Salz
gehalts erkennen und ausdriicken durch eine Formel von der Gestalt:
V t ° — a -j- bp -j- cp 2 ,
wo p den Salzgehalt in Promille bedeutet. Aus den gegebenen fünf Bedingungs
gleichungen ist nach der Methode der kleinsten Quadrate der Werth der Kon
stanten b und c zu finden; denn für p — Null ist. a z= 1.001125 schon gegeben.
Setzt man nun der einfacheren Rechnung wegen statt 1.001125 kürzer 1125,
so erhält man nach Ausführung der Berechnung folgende Formel:
V u » = 1125 -f 47.146 p — 0.1495p 2 ,
und danach die Volumina für die fünf Proben:
Salzgehalt = 0 20.9 25.9 30.0 35.0
Fit.5» = 1125 2046 2245 2405 2593
Wie man sieht, passen die erhaltenen Zahlen zu deu Beobachtungen
Ekman’s sehr befriedigend, und zwar um so besser, je kleiner p ist. Wir
können also diese Interpolationsformel dazu benutzen, auch für die geringeren
Salinitäten unter 20 Promille die Volumwerthe zu berechnen, und zwar mit der
Zuversicht, gerade dafür sehr gute Werthe zu erhalten.
In dieser Weise sind für jeden vollen Grad C. zwischen 1° und 25° aus
fünf Bedingungsgleichungen, für 25° bis 30° aus vieren (hier mit Ausnahme
von Ekman’s Probe C), solche Interpolationsformeln berechnet worden. Diese
findet man mit den Ergebnissen der danach ausgeführten Volumberechnung in
der umstehenden Uebersichtstabelle I, vereinigt mit den übrigen Volumwerthen,
und zwar für destillirtes Wasser nach Rosetti, für die Proben A, B, D nach
Ekman und C nach Thorpe und Rücker.
Die Zahlen hätten sämmtlich auf die fünfte Decimale abgerundet sein
können, denn die sechste hat bei allen Temperaturen, und schon die fünfte an
scheinend hei mehr als 25° keinen Anspruch mehr auf wirkliche Genauigkeit.
Mit Hülfe dieser Volumtabelle kann man nun die bei beliebiger Tempe
ratur erhaltenen specifischen Gewichte auf irgend eine andere Temperatur
folgendermafsen reducireu. Man habe gefunden 1.026 3 oder, wie im Folgenden
der Kürze wegen immer gesetzt sein möge: 26'3, bei 21.0°; es soll auf 17.5°
reducirt werden. Für oceanisches Wasser erhalten wir als Volumverhältnifs:
Uns- — 1.002588.
F 21 o — 1.003453.
Bezeichnen wir nun nach Ekman’s sehr praktischem Vorschläge mit
/S(^) das specifische Gewicht bei der Wassertemperatur t — 17.5°, wobei
destillirtes Wasser von ebenfalls 17.5° als Einheit gesetzt ist, so wird allgemein:
«(*)■
Ko
Vu,
also in diesem Falle:
S t?) = 1-026 3. = 1.027-17.