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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Bestimmung des speeifischen Gewichts des Seewassers an Bord. 
Ablesung des Aräometers wie Thermometers, sich bei gutem Willen um so 
leichter erreichen läfst, als im offenen Ocean diese Aräometerablesung 
meist nur einmal täglich erforderlich, und nur bei der Annäherung an 
Stromgrenzen eine häufigere (beim Golfstrom, Agulhasstrom u. s. w. selbst 
stündliche) Beobachtung erwünscht ist. 
Wie wenig aber die bisher vorliegenden, in den Beobachtungsjournalen 
an Bord eingetragenen Aräometerablesungen wissenschaftlich verwerthbar sind, 
mag nun etwas ausführlicher nachgewiesen werden. 
In einem der letzten (7.) Hefte der sogen. „Quadrate“ der Deutschen 
Seewarte, welches „Resultate meteorologischer Beobachtungen von deutschen 
und holländischen Schiffen für Bingradfelder des Nordatlantischen Oceans“, und 
zwar für das Zehngradfeld zwischen 30° und 40° N-Br, 30° und 40° W-Lg (im 
Südosten der Azoren) enthält, finden sich, abscbliefsend mit dem 31. Dezember 
1884, für das südöstliche Viertel des genannten Raumes (30° — 35° N-Br, 
35°—40° W-Lg) allein 367 Aräometerablesungen, von der Seewarte reducirt auf 
17.5°, verzeichnet. Als Gesammtmittel derselben ergiebt sich für das ganze 
Jahr 1.02741, was einem Salzgehalt von 35.9 Promille entspricht. Aber welche 
Unterschiede schon in den Monatsmitteln! 
Januar . 
11 Beobachtungen = 1.0274 
Juli . . . 
69 Beobachtungen = 1.027‘8 
Februar . 
10 
. = 
August . . 
39 
„ = 27-9 
März . . 
16 
, = 27-2 
September . 
22 
„ = 284 
April. . 
41 
„ = 274 
Oktober . . 
24 
* = 27-9 
Mai . . 
38 
* = 27-0 
November . 
10 
» = 25-5 
Juni . . 
47 
. - 27-2 
Dezember . 
40 
, = 27-6 
Die 69 Beobachtungen, welche der Juli zeigt, vertheilen sich auf die 
einzelnen Eingradfelder nach folgendem Schema, wobei die oberen Zahlen 
Aräometergrade (279 statt 1.0279) bedeuten, die darunter stehenden (ein- 
geklammerten) aber die Zahl der Beobachtungen geben. 
4 
3° 3 
3° 3i 
37 o 3 
1 
i° 35° 
O0 
27-9 
(10) 
27-4 
№ 
25'5 
(s) 
— 
— 
OiJ- 
04 
28-2 
(n) 
28-4 
<») 
— 
— 
— 
oo w 
26-7 
0) 
28-4 
№ 
28-3 
0) 
25-7 
0) 
— 
26-6 
« 
28-6 
(2) 
— 
284 
(i) 
32° 
ol 
30°- 
4 
290 
0) 
27'6 
(?) 
— 
— 
— 
ol 
>° 3 
)° 3 
5° 3 
7° 3 
3° 3 
30° 
5° 
Die Unterschiede sind unnatürlich grofs, beispielsweise zwischen 30° und 
32° N-Br 2'4 Aräometergrade, wo doch 8 bezw. 4 Beobachtungen aus dem 
selben Eingradfelde vorliegen. — So divergirende Einzelwerthe können auch 
nicht wohl ein verläfsliches Mittel geben, und in der That erscheint das Jahres 
mittel des in Rede stehenden Fünfgradfeldes mit 1.027‘4 zu niedrig. Nach 
den aus diesem selben Gebiete vorliegenden zuverlässigen Beobachtungen der 
Gazelle-Expedition (1876), des Prof. Thoulet (1886), wie meinen eigenen im 
August 1889 ergiebt sich aus 22 sehr naho übereinstimmenden Einzelwertlien
	        
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