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Bestimmung des speeifischen Gewichts des Seewassers an Bord.
Ablesung des Aräometers wie Thermometers, sich bei gutem Willen um so
leichter erreichen läfst, als im offenen Ocean diese Aräometerablesung
meist nur einmal täglich erforderlich, und nur bei der Annäherung an
Stromgrenzen eine häufigere (beim Golfstrom, Agulhasstrom u. s. w. selbst
stündliche) Beobachtung erwünscht ist.
Wie wenig aber die bisher vorliegenden, in den Beobachtungsjournalen
an Bord eingetragenen Aräometerablesungen wissenschaftlich verwerthbar sind,
mag nun etwas ausführlicher nachgewiesen werden.
In einem der letzten (7.) Hefte der sogen. „Quadrate“ der Deutschen
Seewarte, welches „Resultate meteorologischer Beobachtungen von deutschen
und holländischen Schiffen für Bingradfelder des Nordatlantischen Oceans“, und
zwar für das Zehngradfeld zwischen 30° und 40° N-Br, 30° und 40° W-Lg (im
Südosten der Azoren) enthält, finden sich, abscbliefsend mit dem 31. Dezember
1884, für das südöstliche Viertel des genannten Raumes (30° — 35° N-Br,
35°—40° W-Lg) allein 367 Aräometerablesungen, von der Seewarte reducirt auf
17.5°, verzeichnet. Als Gesammtmittel derselben ergiebt sich für das ganze
Jahr 1.02741, was einem Salzgehalt von 35.9 Promille entspricht. Aber welche
Unterschiede schon in den Monatsmitteln!
Januar .
11 Beobachtungen = 1.0274
Juli . . .
69 Beobachtungen = 1.027‘8
Februar .
10
. =
August . .
39
„ = 27-9
März . .
16
, = 27-2
September .
22
„ = 284
April. .
41
„ = 274
Oktober . .
24
* = 27-9
Mai . .
38
* = 27-0
November .
10
» = 25-5
Juni . .
47
. - 27-2
Dezember .
40
, = 27-6
Die 69 Beobachtungen, welche der Juli zeigt, vertheilen sich auf die
einzelnen Eingradfelder nach folgendem Schema, wobei die oberen Zahlen
Aräometergrade (279 statt 1.0279) bedeuten, die darunter stehenden (ein-
geklammerten) aber die Zahl der Beobachtungen geben.
4
3° 3
3° 3i
37 o 3
1
i° 35°
O0
27-9
(10)
27-4
№
25'5
(s)
—
—
OiJ-
04
28-2
(n)
28-4
<»)
—
—
—
oo w
26-7
0)
28-4
№
28-3
0)
25-7
0)
—
26-6
«
28-6
(2)
—
284
(i)
32°
ol
30°-
4
290
0)
27'6
(?)
—
—
—
ol
>° 3
)° 3
5° 3
7° 3
3° 3
30°
5°
Die Unterschiede sind unnatürlich grofs, beispielsweise zwischen 30° und
32° N-Br 2'4 Aräometergrade, wo doch 8 bezw. 4 Beobachtungen aus dem
selben Eingradfelde vorliegen. — So divergirende Einzelwerthe können auch
nicht wohl ein verläfsliches Mittel geben, und in der That erscheint das Jahres
mittel des in Rede stehenden Fünfgradfeldes mit 1.027‘4 zu niedrig. Nach
den aus diesem selben Gebiete vorliegenden zuverlässigen Beobachtungen der
Gazelle-Expedition (1876), des Prof. Thoulet (1886), wie meinen eigenen im
August 1889 ergiebt sich aus 22 sehr naho übereinstimmenden Einzelwertlien