accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

B82

Bestimmung  des  specifischen  Gewichts  des  Seewassers  an  Bord.

das  Wasser  salzhaltig,  also  das  gleiche  Volum  davon  schwerer,  als  das  des
ganz  reinen,  salzfreien  Wassers,  so  sinkt  der  Körper  weniger  tief  ein.  Ein  im
Flufshafen  bei  Hamburg  beladenes  Schiff  hat  in  See  gelangt  leicht  eineu  um
mehrere  Centimeter  geringeren  Tiefgang.  Ebenso  aber  wird  bei  einem  und
demselben  Seewasser  auch  eine  Wärmeänderung  von  Bedeutung  sein:  steigt  die
Temperatur,  so  wird  das  Wasser  dünner,  das  gleiche  Volum  also  weniger  schwor.
Im  Folgenden  soll  die  Temperatur  zunächst  als  unveränderlich  angenommen  und
nur  die  Verschiedenheit  des  Salzgehalts  in  Betracht  gezogen  werden.
Archimedes  benutzte  eiuen  unten  beschwerten  Cylinder  von  polirtem
Silberblech,  an  dessen  AufseDseite  der  Länge  nach  eine  feine  Linie  eingeritzt
war,  welche  ebensoviel  Theile  zeigte,  als  der  Cylinder  Gewichtseinheiten  wog.
Für  zwei  Flüssigkeiten  von  der  verschiedenen  Dichto  D  und  d  ergaben  sich
also  die  zugehörigen  Gewichte  P  und  p  nach  der  Proportion:
D  :  d  —  P:  p.
Wird  nun  D  =  1  gesetzt,  also  die  andere  Dichte  auf  diese,  z.  B.  chemisch
reines  Wasser  bei  4°,  bezogen,  so  wird  dann  das  „specifische  Gewicht“  bezogen
auf  D  als  Einheit:

Aufserdem  ergiebt  sich  noch  eine  andere  Beziehung,  welche  auf  die
Volumina  zweier  Flüssigkeiten  bei  gleichem  absolutem  Gewicht  zurückgeht.
Hier  ist
D  :  d  =  v  :  V,
d.  h.  die  Dichtigkeiten  verhalten  sich  umgekehrt  wie  die  Volumina,  Wird  wie
vorher  D  —  1  gesetzt,  so  ist

v

Ein  einfach  cylindrischer  Körper  ist  aber  nicht  recht  geeignet,  schon
kleine  Dichteunterschiede  ablesbar  zu  machen.  Es  empfiehlt  sich  darum,  dem
eine  gewisse  Schwimmkraft  verbürgenden  cylindrischen  Hohlkörper  eine  viel
dünnere  Röhre,  den  „Hals“,  aufzusetzen,  welche  kleine  Unterschiede  der  EintauchuDgstiefe
  sofort  erkennen  läfst.  Die  Dimensionen  dieses  Halses  richten
sich  nach  dem  speciellen  Zwecke,  dem  das  Instrument  dienen  soll,  also  nach
dem  Spielraum  der  muthmafslich  zu  messenden  Dichtigkeiten.  Für  unsere  Zwecke
wird  das  specifische  Gewicht  vom  salzfreien  Wasser  der  Flufsmündungeu  an
bis  zum  salzreichsten  des  Rothen  Meeres  zwischen  den  äufsersten  Grenzen
1  bis  1.030  zu  erwarten  sein,  während  die  eigentlich  oceanischen  Gewässer  nur
zwischen  1.025  und  1.028  schwanken.  Es  mufs  also  das  specifische  Gewicht
noch  auf  eine  Einheit  der  vierten  Decimale  sicher  bestimmt  werden  können.
Eine  für  alles  vorkommende  Seewasser  brauchbare  Skala  müfste  demnach,  wenn
die  vierte  Decimale  noch  abgelesen  werden  soll,  300  Skalentheile  umfassen,
was,  einen  jeden  durchschnittlich  ’)  zu  1  mm  gesetzt,  eine  ganze  Skalenlänge

l)  Durchschnittlich  ■—  denn  die  Skalentheile  werden  enger  bei  zunehmendem  speciüschem
Gewicht.  Ist  V  das  Volum  des  in  destillirtes  Wasser  eingetauchten  Aräometers  bis  zum  betreffenden
(obersten)  Skalentlieil  1.000,  so  ist  das  in  eine  Seewasserprobe  von  der  Dichtigkeit  s  eingetauehte
Volum  y  —  —.  Den  Zuwachs  (positiv  oder  negativ)  der  y  drücken  die  Aräometergrade  aus,  die
wir  also  Ay  nennen  wollen,  und  einen  Zuwachs  des  specifischen  Gewichts  entsprechend  zl$.
Dann  ist
y:  (y  —  Ay)  =  (s-M$):s

Ay

s  +  As

oder  =

V.As
s(s  ifs)

Von  den  Differenzen  zn  den  Differentialen  übergehend  erhalten  wir

Haben  wir  nun  gleiche  Dichteänderungen  (von  0.0001  etwa)  im  Auge,  so  werden  sieh  also
die  Aräometergrade  verhalten  umgekehrt  wie  die  Quadrate  der  specifischen  Gewichte.  Ist  also
für  s  —  1.0000  ein  Skalentheil  =  1  mm,  so  wird  für  s  —  1.03  derselbe  nur  noch  0.94  sein,  was
für  die  technische  Ausführung  freilich  nicht  sehr  ins  Gewicht  fallen  kann.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.