Kleine Notizen.
379
6*
Peilung rw. WNW.
vcm Swatow wurde die Barre bei Hochwasser passirt, doch war
jetzt hier nur etwas über 6,7 m (22 Fufs engl.) Wassertiefe
(infolge des mehr nach E und ESE gegangenen Windes); zwei
Stunden nach Hochwasser hätte S. M. S. „Sophie“ nicht mehr
über die Barre fortgehen können.
Für Ein- und Auslaufen wurde ein Lootse genommen mit
Rücksicht auf die schwierige Passage der Barre und im Flufs.
Der Lootse kommt bei Bill Island an Bord, und empfiehlt es
sich für Schiffe, in östlicher Richtung und ungefährem Abstand
von ca 1000 m von dieser Insel ihn zu erwarten. Das Wasser
soll hier überall gleichmäfsig tief und sicher sein; die in der
Karte Tit. XI, No. 30 (Br. Adm.-K. No. 854) in ungefähr nord
nordöstlicher Richtung von Bill Island angegebenen kleinen Flecke
von 5,5 m (3 Fad.) Tiefe sind nach Angabe des Lootsen nicht
vorhanden.
Ueber die Barre in den Sugarloaf-Kann} führt ein gerader
Kurs in mifsweisender Richtung NW'/tN. Als Ansegelungsmarke
dient ein sich gut hervorhebendes, auf der Südseite von Double
Island stehendes gelbes Haus, welches gerade von dem südwest
lichen Abhange der Sugarloaf Island frei und in der genannten
Peilung anzusteuern ist.
18. (D. S.J Ueber den Hafen von Matautu auf
Savai, Samoa-Inseln, berichtet Kapt. H. Dreyer vom deut
schen Dreimastschoner „Neptun“ wie folgt: Am 31. Juli 1888
um ll h a. m. verliefsen wir den Hafen von Apia, bestimmt nach
Matautu, bei mäfsiger Briese und gutem Wetter. Um 9 Uhr
Abends drehten wir aufserhalb des Riffes in der Nähe von
Matautu bei und segelten dann am Morgen des 1. August nach
der Rhede, wo wir um 8 h a. m. mw. SWzW von dem Westende
des Riffes in Vs Sm Abstand auf einer Wassertiefe von 24 m
(13Fad.) ankerten. Bei der Einsegelung mufs man sich mindestens
2‘/4 Kabllg. vom Riffe entfernt halten, denn auf U/s Kabllg. von
demselben entfernt fand ich Wassertiefen von nur 7 bis 9 m
(4 bis 5 Fad.). In demselben Abstande liegt im NWVsN von der
Spitze des Riffes ein Stein, über dem bei Niedrigwasser 4,3 m
(14 Fufs) Wasser stehen bleiben. Die deutsche Bark „Juno“
hat im Juni d. J. auf diesen Stein gestofsen.
Am 20. August war das Schiff segelfertig, mit einer vollen
Ladung von 463 Tonnen Kopra nach Lissabon bestimmt. Tief
gang des Schiffes vorne 13' 3", hinten 14' 2". Während unserer
Anwesenheit in Matautu schwankte die Windrichtung zwischen
SSE und ESE, mit einer mittleren Stärke von 5. Gegen Abend
flaute der Wind, indem er südlich holte, ab, um am folgenden
Morgen etwa um 9 Uhr von ESE wieder aufzufrischen. Das
Wetter war beständig gut und trocken, bei einer mittleren Be
wölkung von 3 bis 5.
19. (D. S.) Neu entdeckte Inselgruppe ostnord
östlich der Insel Sunday im Südlichen Stillen Ocean
nordöstlich von Neu-Seeland. Derselbe Kapitän berichtet
ferner: Am 4. September 1888 peilten wir bei leichten öst
lichen Winden und hoher östlicher Dünung um 8 h a. m. die
Nordspitze der Insel Sunday in einem Abstande von etwa 20 Sm
rw. West. Schon um 7 h a. m. sahen wir in einer etwas nörd
licheren Richtung als die Sunday-lnsel von Deck anscheinend
zwei Inseln, deren geschätzte Entfernung etwa 5 Sm betragen
mochte. Da diese Inseln weder in meiner Karte niedergelegt,
noch in dem „South Pacific Ocean Directory“ von Findlay,
5. Auflage, London 1884, erwähnt sind, so war ihr Erscheinen
mir auffällig. Ich stieg daher in den Mast und entdeckte