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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Strömungen, Temperaturen etc. des Oberflächemvassers im Golf von Aden. 
und der Strom lief in der Strafse Bab-el-Mandeb noch südlich, aber die östlichon 
Strömungen weichen bald etwas nach SüdeD, bald etwas nach Norden hin von 
ihrer früheren Richtung ab, und ihre Geschwindigkeit ist viel geringer als im Juli 
und August. Die Temperatur des Seewassers ist sehr hoch, und kommt auch 
zuweilen im Anfang des Monats bei der südwestlichen Küste von Arabien kaltes 
Wasser vor, so ist dies doch sehr selten. Die Temperaturen in den westlichen 
Strömungen sind durchgehend etwas niedriger als die in den Östlichen. Die 
specifischen Gewichte sind ziemlich grofs. 
Die Strömungen im Norden des Kanals und der Inseln sind im Allgemeinen 
nordöstlich und von ziemlicher Geschwindigkeit, doch wurden auch oft südwest 
liche und südöstliche und einige Male nordöstliche Strömungen angetroffen. 
Nördlich und östlich von Sokotra machten sich östliche Strömungen von grofser 
Geschwindigkeit, niedriger Temperatur und kleinem specifischen Gewicht be 
merkbar. An der Ostküste Afrikas laufen noch die kalten kräftigen Strömungen, 
aber die niedrige Temperatur des Wassers wird jetzt viel nördlicher angetroffen, 
und die specifischen Gewichte sind geringer geworden. 
Der Stromwirbel befindet sich ziemlich weit im Norden und verändert, 
wie sich auch aus den Oberflächentemperaturen schliefsen läfst, sehr oft seine 
Position. 
In und bei der Strafse von Bab-el-Mandeb sowie im ganzen Golf von 
Aden kommen öfters Stromkabbolungen, zuweilen von Korallengeruch begleitet, 
vor. Bei der NO-Spitze von Afrika wurden häufig Stromkabbelungen und 
Stromschnellen beobachtet und zuweilen gleichzeitig Aenderung der Farbe des 
Seewassers, sowie unangenehmer Geruch nach Korallen und faulenden Fischen 
bemerkt. Dieselben Erscheinungen wurden ebenfalls im Osten und Südosten 
von Ras Hafun und selbst nördlich von 13° N-Br im Meridian von Kap Guardafui 
sowie östlich von den Inseln im Osten dieses Vorgebirges bemerkt. 
Im Oktober beginnt bereits der NO-Monsun in einzelnen Theilen des 
auf den Karton verzeichneten Gebiets. In der Strafse von Bab-el-Mandeb haben 
die Strömungen bereits eine nördliche Richtung, und im Golf kommen sowohl 
östliche als auch westliche Strömungen vor. Im östlichsten Theile desselben 
sind sie meistens nordöstlich. Der westliche Strom längs der afrikanischen 
Küste macht sich fast gar nicht bemerkbar. Die Oberflächentemperatur nimmt 
nach Osten hin allmählich ab. Im östlichen Theil des Golfs ist das specifische 
Gewicht klein, im übxñgen Theil desselben ziemlich grofs. Die nördlich des 
Kanals mehr oder weniger in westlicher Richtung setzenden Strömungen bringen 
mehr kaltes Wasser in den östlichen Theil des Golfs als in den vorhergehenden 
Monaten. Im Allgemeinen ist bei diesen Strömungen eine nordwestliche 
Richtung vorherrschend, doch wurden auch Strömungen mit südlicher Richtung 
bemerkt. Die Temperaturen des Oberflächenwassers sind, namentlich nördlich 
und östlich von Sokotra im Allgemeinen höher als im September. Oestlich von 
dieser Insel wurde schon vielmals westlicher Strom bemerkt, der zuweilen 
ziemlich kräftig war. Die Temperatur in demselben ist hoch, aber das specifische 
Gewicht seines Wassers noch ziemlich klein. An der Ostküste von Afrika sind 
die Temperaturen schon beträchtlich höher, obwohl der kalte Strom noch sehr 
bemerkbar ist, die specifischen Gewichte noch sehr gering sind und der Strom 
noch mit einigen Ausnahmen etwas nach Ost hin von seiner nördlichen Richtung 
abweicht. Zuweilen fand die Abweichung nach West hin statt. Dieser kalte 
Strom ist zwar noch ziemlich kräftig, aber seine Geschwindigkeiten sind sehr 
veränderlich. 
Der Stromwirbel scheint seine Position sehr oft und in unregelmäfsiger 
Weise zu ändern. Die Temperaturen schwanken beträchtlich. 
Bei Perim wurden viele Stromkabbelungen gesehen, ebenso im östlichen 
Theil des Golfs. Auch Aenderungen in der Farbe des Seewassers und der 
bekannte unangenehme Korallengeruch wurden bemerkt. 
Zwischen Ras Hafún und Kap Guardafui wurden dieselben Erscheinungen 
und zwar bis zu grofser Entfernung von der Küste wahrgenommen. 
In diesem Monat kommt es schon wiederholt vor, dafs sich die bekannte 
plötzliche Temperaturänderung an der Küste von Afrika nicht bemerkbar macht.
	        
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