Bestimmung der erdmagnetischen Elemente im nordwestlichen Deutschland.
365
Punkte gemacht und sich nicht an einem leicht zugänglichen und wieder auf
findbaren, aber näher gelegenen Platz aufgestellt zu haben.
Der Verlauf der Reise war kurz folgender: Am 17. August erfolgte die
Abreise von Wilhelmshaven nach Wangeroog mit dem Dampfer. Am 18. August
wurde auf einer Düne in der Nähe des astronomischen Pfeilers des geodätischen
Instituts beobachtet. Der Vormittag des folgenden Tages diente zur Fahrt
nach Norderney, woselbst im Laufe des Nachmittags die Beobachtung auf einer
der höchsten Dünen der Insel gelang. Am 22. August wurde in Borkum auf
einem Punkte in der Verbindungslinie der beiden Leuchtthürme, etwas näher
dem südlichen, beobachtet. Den folgenden Tag wurde Emden erreicht und auf
der Stelle des Larreiter Deiches beobachtet, wo sich derselbe mit einer Biegung
der Landstrafse nach Larrelt nähert. Von der Benutzung der Lamont’schen
Beobachtungsstelle mufste abgesehen werden, da sich in der Nachbarschaft dieser
Stelle Schienengeleise befanden.
Am 24. August wurde in Meppen an der Hasellüner Landstrafse, etwa
1 km östlich vom Bahnhofe, und aufserdem in Bheine auf einem Hügel, der so
genannten Hünenburg, beobachtet. Am folgenden Tage wurde in Münster
ziemlich genau an der Lamont’schen Beobachtungsstelle — Wiese vor dem Ab
schnittsthor, nahe dem Zoologischen Garten — beobachtet. Nachmittags des
25. August wurde die Weiterreise nach Iserlohn angetreten, woselbst das
Instrument gründlich gereinigt wurde; den 27. August wurde dann in der Nähe
von Iserlohn beobachtet. Auf der nächsten Station, Oberhausen, war die alte
Lamont’sche Beobachtungsstelle nicht auffindbar, und es wurde deshalb auf
einem Felde unfern der Katholischen Kirche und Krankenhaus beobachtet. Am
Nachmittag desselben Tages wurde noch in Bochum eine Beobachtung aus
geführt. In Krefeld wurde am 29. August auf einem Acker der Wittwe Schmitz
beobachtet. Am 30. August wurden auf dem sogenannten Brasserberg bei Cleve
die Beobachtungen angestellt. Deu 31. August wurde auf der Mülheimer Heide
bei Köln beobachtet. In Aachen wurden am 1. September auf dem Lonsberg in
der Nähe der Salvatorkapelle, in Bonn am 2. September im Garten der König
lichen Sternwarte die Beobachtungen ausgeführt. Alsdann folgten die Beob
achtungsstationen: Giefsen (Sept. 4) auf einem Felde am Lechgestner Weg,
Marburg (Sept. 5) auf dem Weinberge in der Nähe des Kuntzbacher Thaies,
Kassel (Sept. 6) ungefähr auf der alten Lamont’schen Station, die sogenannte
Kaffeemühle, Gotha am nordwestlichen Abhange des Seebergs, Halle (Sept. 8)
bei Lehmann’s Garten, da wo unterhalb am rechten Ufer der Saale sich ein
isolirter Porphyrfels erhebt, Leipzig (Sept. 10) im Sternwartengarten.
ln der Zeit vom 12. bis 18. September fand die magnetische Vermessung
des Harzes statt; beobachtet wurde in folgenden 23 Stationen: Bornstedt,
Mansfeld, Eisleben, Clausthal, Zellerfeld, Hammersteinsklippe, Brocken (zwei
Stationen), Hohneklippen, Schnarcherklippen, Blankenburg, Mägdesprung, Ballen
stedt, Harzburg, Langelsheim, Leesen, Horsberg, Ellrich, Benneckenstein, Hassel
felde, Ilfeld, Rossla, Sangerhausen.
Im weiteren Verlauf der Reise folgten: Göttingen (Okt. 2), Garten der
Sternwarte; Hannover (Okt. 4); Detmold (Okt. 5), Hiddeser Berg; Braunschweig
(Okt. 6), Gaufsberg; Magdeburg (Okt. 7), Frohsener Berg. Hamburg (Okt. 11),
Wiese an der Diebsteicher Mühle bei Altona. Am 12. Oktober wurde im
Kompafsobservatorium der Seewarte und am 13. dicht bei Uelzen beobachtet.
In Bremen wurden am 14. Oktober auf dem Jakobsberge und in Oldenburg am
15. Oktober, in Donnerschwee, die Beobachtungen angestellt. In den nächsten
Tagen erfolgten Vergleichungsbeobachtungen im absoluten Observatorium zu
Wilhelmshaven.
Zu bemerken ist noch, dafs stets dem Gestein der Beobachtungsstelle
Aufmerksamkeit geschenkt und Proben desselben auf magnetischen Einflufs
untersucht wurden.
II. Beschreibung der Instrumente und Beobachtungsmethoden.
Bei allen Beobachtungen des Jahres 1888 wurde ein magnetischer Reise
theodolit von 0. Bamberg in Berlin benutzt, der die Beobachtung der drei
Bestimmungsstücke des Erdmagnetismus gestattete.