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Sturm vom 25-/26. April 1890.
Mittlere stündliche Windgeschwindigkeit während des Sturmes vom 25./2G. April 1890
(Meter per Sekunde).
25.
26.
Stunde
Brüssel
Borkum
Wilhelms
Keitum
Hamburg
Kiel
Wustrow
Swine
Neuf
haven
münde
was
6—7 h a. m.
SW
1
SW
6
SW
5
WSW
2
WSW
5
WSW
6
SE
4
SSE
10
S
7-8 .
SW
2
SW
7
SW
5
WSW
3
WSW
6
WSW
5
WSW
2
SE
11
S
8-9 ,
NE
4
SW
4
SW
4
WSW
3
WSW
5
WSW
5
WSW
6
SSE
8
s
9-10 ,
NW
3
SW
4
s
3
WSW
4
SW
3
WSW
5
w
8
S
8
SSE
10-11 »
WSW
2
WSW
1
s
3
SW
3
WSW
5
WSW
5
w
5
SW
6
SSE
11—Mittag
NW
5
NNE
2
SE
3
SW
5
S
5
WSW
4
w
4
SSW
5
s
0—l h p. m.
WSW
8
N
5
ESE
3
WSW
5
SSE
3
SSW
2
w
1
SSW
4
SSW
1-2 ,
WSW
7
NNE
6
E
3
SW
4
SSE
4
SSW
3
w
1
SSW
3
SSW
2-3 ,
WSW
8
NNE
9
NE
5
SW
3
ESE
3
WSW
2
w
0
s
4
s
3-4 „
w
7
N
11
NE
7
SW
2
ESE
5
NE
2
w
2
SE
3
s
4-5 .
SW
6
N
11
NE
11
SW
0
ESE
6
ENE
3
SE
2
SE
4
s
5-6 ,
WSW
6
NNW
12
NNE
11
NNE
3
ESE
8
E
3
SE
2
ESE
4
s
6—7 ,
WSW
3
NE
11
NNW 17
N
5
SSW
12
E
5
SE
3
ESE
5
s
7-8 ,
NNE
2
NW
11
NW
21
N
4
SSW
16
E
6
SE
4
SSE
4
SSE
8-9 „
NE
2
NW
12
NW
16
N
5
SW
23
SE
7
S
6
ESE
6
s
9—10 „
NE
2
NNW
12
W
10
NE
6
SW
26
SK
11
SW
10
SSE
11
s
10—11 »
NNW
2
NNW
11
W
10
NNW
5
WSW 24
SE
14
SW
8
S
8
s
11—Mittern.
NW
2
WNW 12
W
9
NNW
4
WSW 21
WSW 10
SW
11
s
8
s
0—l h a. m.
NW
2
WNW 12
WSW
8
NW
3
WSW 17
WSW 11
SW
15
s
11
s
1—2 ,
NW
4
W
11
w
7
NW
4
WSW 14
WSW 17
SW
20
s
10
s
2-3 „
WNW
3
W
11
WSW
7
NW
6
WSW 10
WSW 14
SW
18
s
12
s
3-4 ,
WNW
3
W
12
WSW
7
W
6
WSW 10
SW
11
WSW
18
SSW
12
s
4-5 „
WSW
2
WNW 11
WSW
7
WNW
6
WSW 11
SW
10
WSW 17
SSW
13
s
5—6 ,
WSW
2
WNW 11
WSW
7
w
6
WSW 10
SW
9
w
15
SSW
9
s
6-7 ,
WSW
2
w
10
WSW
6
WNW
5
—
—
WSW 12
SSW
8
s
7-8 ,
WSW
2
w
12
WSW
8
WNW
5
—
—
WSW 12
WSW
8
s
Aus dieser Tabelle geht hervor, dafs in Brüssel, Borkum und Keitum
einerseits und in Swinemünde und Neufahrwasser andererseits stürmische Luft
bewegung nicht stattfand (aufser in Swinemünde am 26. von 4 h bis 5 h p. m.),
wogegen auf der Strecke Wilhelmshaven — Wustrow voller Sturm zur Entwickelung
kam, welcher daselbst überall in heftigen Böen wehte, so dafs die Wind
geschwindigkeit in den einzelnen Stöfsen viel gröfser war, als es in der Tabelle
angegeben ist. Figur 2 veranschaulicht den Gang des Luftdruckes und der
Temperatur sowie der Windrichtung während dieses Sturmes.
Ueber den Charakter dieses Sturmes in Hamburg giebt die Figur 3 ein
anschauliches und detaillirtes Bild. Die Ordinaten der Figur geben den Druck
des Windes, ausgedrückt in Kilogrammen auf 1 Quadratmeter, annähernd an,
während die unteren Zahlen die mittleren stündlichen Windgeschwindigkeiten
bezeichnen.
Der Sturm begann in Hamburg um 6 x /a Uhr Nachmittags und wurde ein
geleitet durch zwei Böen von mäfsiger Stärke, wobei der Wind von ESE nach
SSW drehte. Nach einer Pause von einer Stunde, während welcher das Wetter
ruhig blieb, setzten (7 h 20 m ) die Böen wieder ein, und nun folgten drei heftigere
Böen rasch nach einander, wobei der Wind nach SW ausschofs, um dann wieder
nach SSW zurückzudrehen. Nach einer halbstündigen Unterbrechung traten
wieder rasch auf einander folgende und länger anhaltende Böen ein, von
welchen namentlich zwei durch ihre Heftigkeit sich auszeichneten. Die folgende
Pause, welche etwa um 9 h p. m. eintrat, war kürzer als ihre Vorgänger, und
nun folgten die Böen in ununterbrochener Reihenfolge bis nach Mitternacht, zu
welcher Zeit sich das Wetter wieder beruhigte. Den Höhepunkt erreichte der
Sturm um 8V4 h und zwischen 974 h und 10V4 h p. m. Die mittlere gi öfsto stünd
liche Windgeschwindigkeit betrug über 25 m per Sek., während der Winddruck
100 kg überstiegen haben dürfte, eine Windstärke, welche jedenfalls hinreichend
ist, Verwüstungen herbeizuführen.
Das Sturmfeld war, wie bereits oben erwähnt, auf ein kleines Gebiet
begrenzt; die Fortpflanzung des Sturmfeldes läfst sich an der Hand des reichen,
mir vorliegenden Materials sehr gut verfolgen. Die nördliche und östliche
Grenze des Sturmfeldes waren: um Mittag des 25.: Köln, Marburg, Frankfurt
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