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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

362 
Sturm vom 25-/26. April 1890. 
Mittlere stündliche Windgeschwindigkeit während des Sturmes vom 25./2G. April 1890 
(Meter per Sekunde). 
25. 
26. 
Stunde 
Brüssel 
Borkum 
Wilhelms 
Keitum 
Hamburg 
Kiel 
Wustrow 
Swine 
Neuf 
haven 
münde 
was 
6—7 h a. m. 
SW 
1 
SW 
6 
SW 
5 
WSW 
2 
WSW 
5 
WSW 
6 
SE 
4 
SSE 
10 
S 
7-8 . 
SW 
2 
SW 
7 
SW 
5 
WSW 
3 
WSW 
6 
WSW 
5 
WSW 
2 
SE 
11 
S 
8-9 , 
NE 
4 
SW 
4 
SW 
4 
WSW 
3 
WSW 
5 
WSW 
5 
WSW 
6 
SSE 
8 
s 
9-10 , 
NW 
3 
SW 
4 
s 
3 
WSW 
4 
SW 
3 
WSW 
5 
w 
8 
S 
8 
SSE 
10-11 » 
WSW 
2 
WSW 
1 
s 
3 
SW 
3 
WSW 
5 
WSW 
5 
w 
5 
SW 
6 
SSE 
11—Mittag 
NW 
5 
NNE 
2 
SE 
3 
SW 
5 
S 
5 
WSW 
4 
w 
4 
SSW 
5 
s 
0—l h p. m. 
WSW 
8 
N 
5 
ESE 
3 
WSW 
5 
SSE 
3 
SSW 
2 
w 
1 
SSW 
4 
SSW 
1-2 , 
WSW 
7 
NNE 
6 
E 
3 
SW 
4 
SSE 
4 
SSW 
3 
w 
1 
SSW 
3 
SSW 
2-3 , 
WSW 
8 
NNE 
9 
NE 
5 
SW 
3 
ESE 
3 
WSW 
2 
w 
0 
s 
4 
s 
3-4 „ 
w 
7 
N 
11 
NE 
7 
SW 
2 
ESE 
5 
NE 
2 
w 
2 
SE 
3 
s 
4-5 . 
SW 
6 
N 
11 
NE 
11 
SW 
0 
ESE 
6 
ENE 
3 
SE 
2 
SE 
4 
s 
5-6 , 
WSW 
6 
NNW 
12 
NNE 
11 
NNE 
3 
ESE 
8 
E 
3 
SE 
2 
ESE 
4 
s 
6—7 , 
WSW 
3 
NE 
11 
NNW 17 
N 
5 
SSW 
12 
E 
5 
SE 
3 
ESE 
5 
s 
7-8 , 
NNE 
2 
NW 
11 
NW 
21 
N 
4 
SSW 
16 
E 
6 
SE 
4 
SSE 
4 
SSE 
8-9 „ 
NE 
2 
NW 
12 
NW 
16 
N 
5 
SW 
23 
SE 
7 
S 
6 
ESE 
6 
s 
9—10 „ 
NE 
2 
NNW 
12 
W 
10 
NE 
6 
SW 
26 
SK 
11 
SW 
10 
SSE 
11 
s 
10—11 » 
NNW 
2 
NNW 
11 
W 
10 
NNW 
5 
WSW 24 
SE 
14 
SW 
8 
S 
8 
s 
11—Mittern. 
NW 
2 
WNW 12 
W 
9 
NNW 
4 
WSW 21 
WSW 10 
SW 
11 
s 
8 
s 
0—l h a. m. 
NW 
2 
WNW 12 
WSW 
8 
NW 
3 
WSW 17 
WSW 11 
SW 
15 
s 
11 
s 
1—2 , 
NW 
4 
W 
11 
w 
7 
NW 
4 
WSW 14 
WSW 17 
SW 
20 
s 
10 
s 
2-3 „ 
WNW 
3 
W 
11 
WSW 
7 
NW 
6 
WSW 10 
WSW 14 
SW 
18 
s 
12 
s 
3-4 , 
WNW 
3 
W 
12 
WSW 
7 
W 
6 
WSW 10 
SW 
11 
WSW 
18 
SSW 
12 
s 
4-5 „ 
WSW 
2 
WNW 11 
WSW 
7 
WNW 
6 
WSW 11 
SW 
10 
WSW 17 
SSW 
13 
s 
5—6 , 
WSW 
2 
WNW 11 
WSW 
7 
w 
6 
WSW 10 
SW 
9 
w 
15 
SSW 
9 
s 
6-7 , 
WSW 
2 
w 
10 
WSW 
6 
WNW 
5 
— 
— 
WSW 12 
SSW 
8 
s 
7-8 , 
WSW 
2 
w 
12 
WSW 
8 
WNW 
5 
— 
— 
WSW 12 
WSW 
8 
s 
Aus dieser Tabelle geht hervor, dafs in Brüssel, Borkum und Keitum 
einerseits und in Swinemünde und Neufahrwasser andererseits stürmische Luft 
bewegung nicht stattfand (aufser in Swinemünde am 26. von 4 h bis 5 h p. m.), 
wogegen auf der Strecke Wilhelmshaven — Wustrow voller Sturm zur Entwickelung 
kam, welcher daselbst überall in heftigen Böen wehte, so dafs die Wind 
geschwindigkeit in den einzelnen Stöfsen viel gröfser war, als es in der Tabelle 
angegeben ist. Figur 2 veranschaulicht den Gang des Luftdruckes und der 
Temperatur sowie der Windrichtung während dieses Sturmes. 
Ueber den Charakter dieses Sturmes in Hamburg giebt die Figur 3 ein 
anschauliches und detaillirtes Bild. Die Ordinaten der Figur geben den Druck 
des Windes, ausgedrückt in Kilogrammen auf 1 Quadratmeter, annähernd an, 
während die unteren Zahlen die mittleren stündlichen Windgeschwindigkeiten 
bezeichnen. 
Der Sturm begann in Hamburg um 6 x /a Uhr Nachmittags und wurde ein 
geleitet durch zwei Böen von mäfsiger Stärke, wobei der Wind von ESE nach 
SSW drehte. Nach einer Pause von einer Stunde, während welcher das Wetter 
ruhig blieb, setzten (7 h 20 m ) die Böen wieder ein, und nun folgten drei heftigere 
Böen rasch nach einander, wobei der Wind nach SW ausschofs, um dann wieder 
nach SSW zurückzudrehen. Nach einer halbstündigen Unterbrechung traten 
wieder rasch auf einander folgende und länger anhaltende Böen ein, von 
welchen namentlich zwei durch ihre Heftigkeit sich auszeichneten. Die folgende 
Pause, welche etwa um 9 h p. m. eintrat, war kürzer als ihre Vorgänger, und 
nun folgten die Böen in ununterbrochener Reihenfolge bis nach Mitternacht, zu 
welcher Zeit sich das Wetter wieder beruhigte. Den Höhepunkt erreichte der 
Sturm um 8V4 h und zwischen 974 h und 10V4 h p. m. Die mittlere gi öfsto stünd 
liche Windgeschwindigkeit betrug über 25 m per Sek., während der Winddruck 
100 kg überstiegen haben dürfte, eine Windstärke, welche jedenfalls hinreichend 
ist, Verwüstungen herbeizuführen. 
Das Sturmfeld war, wie bereits oben erwähnt, auf ein kleines Gebiet 
begrenzt; die Fortpflanzung des Sturmfeldes läfst sich an der Hand des reichen, 
mir vorliegenden Materials sehr gut verfolgen. Die nördliche und östliche 
Grenze des Sturmfeldes waren: um Mittag des 25.: Köln, Marburg, Frankfurt 
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