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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Die Ivomoren-Inseln Angasija oder Komoro und Mohilla. 
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vieh soll gehalten worden, doch hat Dr. Schmidt keins gesehen. Er landete 
in einer ¿leinen Rhede an der SW-Ecke der Insel, welche durch unter Wasser 
liegende Korallenriffe einigermafsen geschützt ist. Das östlich von derselben 
an der Küste liegende Nivmaschua, der Hauptort des gleichnamigen Sultanats, 
war von dem Sultan der Nordhälfte (Fumbuni) vollständig zerstört worden. 
Die Einwohner, welche in die Berge geflüchtet waren, stellten sich erst nach 
und nach wieder ein und erbauten an Stelle der zerstörten Steinhäuser zunächst 
Palmblatthütten. 
Die Gezeitenerscheinungen und die Navigirung auf der unteren 
Seine. 1 ) 
Die Mündung der Seine erweitert sich zu einer Bucht, welche ungefähr 
die Gestalt eines Dreiecks hat, als dessen Grundlinie die 4‘/2 Sm lange Linie 
von der Landspitze bei Villerville nach den Molen von Havre angesehen werden 
kann und dessen Spitze im Innern der Bucht bei der Einfahrt in die eingedämmte 
Seine liegt. Diese Einfahrt ist von der Linie Villerville—Havre ungefähr 10 Sm 
entfernt. 
Die Bucht ist so seicht, dafs ein grofser Theil derselben zu Springzeiten 
bei Niedrigwasser trocken fällt. Ihr Grund besteht aus Kimmeridge-Thon, 2 ) 
welcher von einer mächtigen Schicht schlammigen Sandes bedeckt ist. Dieser 
Sand ist fein, ohne Zusammenhang und daher leicht in Bewegung zu versetzen. 
Ungeheure Massen desselben werden, namentlich zur Zeit der Springfluthen und 
bei hohem Wasserstaude der Seine, von den Gezeitenströmungen und den Ge 
wässern des Flusses in wechselnden Richtungen fortbewegt, senken sich während 
Stillwasser ist, und es bilden sich dann Bänke da, wo früher Wasserläufe waren, 
während an anderen Stellen Vertiefungen entstehen. So verändern sich die 
Gestaltung des Grundes und die Tiefen fortwährend bald mehr, bald weniger. 
Wie beträchtlich diese Aenderungen in kurzer Zeit sein können, beweist, dafs 
ein Schiff im Juni 1887 in der Nähe des etwas östlich von Honfieur gelegenen 
Ortes St. Sauveur an einer Stelle passiren konnte, wo drei Wochen vorher eine 
Wiese war, die als Weide benutzt wurde. 
Zur Zeit der Springfluthen erblickt man bei Niedrigwasser eine grofse 
Zahl seichter Kanäle, welche die Bucht nach allen Richtungen durchkreuzen. 
Von diesen Wasserläufen ist derjenige der wichtigste, welcher von der Einfahrt 
der eingedämmten Seine zuweilen in geradem, meistens aber in mehr oder 
weniger gewundenem Laufe die Gewässer der Seine seewärts führt und zwischen 
den in der Oeffnung der Bucht gelegenen Sandbänken l’Amfard und le Ratier 
mündet. Dieser Kanal ist von geringer Breite und Tiefe, denn letztere beträgt 
während Springzeit-Niedrigwasser im Mittel nur ca 1 m. Er ist das einzige 
Fahrwasser nach der eingedämmten Seine, kann aber nur während Hochwasser 
von gröfseren Schiffen benutzt werden. Aber auch dann ist das Befahren des 
selben nicht leicht und ohne Gefahr, weil, abgesehen von seiner geringen Breite, 
die an manchen Stellen zuweilen nur 200 m beträgt, dessen Tiefen und Rich 
tungen häufigen Veränderungen unterworfen sind. Die Lage dieses Kanals 
ändert sich manchmal in kurzer Zeit sehr beträchtlich, wie z. B. die Thatsache 
beweist, dafs er im März 1887 die nördliche Hälfte der Bucht und im darauf 
folgenden Monate den südlichen Theil derselben durchschnitt. Der Kanal, von 
seiner Mündung, zwischen den Bänken Amfard und Ratier, bis zur eingedämmten 
Seine, ist durch schwarze und rothe Tonnen gekennzeichnet. Die ersteren sind 
Nach einem Aufsatz von Vice-Admiral Cloue, „Les Maries de la Basse-Seine“, in der 
.Revue Maritime et Coloniale“, .Jahrgang 1889 und einigen anderen Quellen bearbeitet. 
Der Kimmeridge-Thon gehört zur Juraformation. Die Stellen, welche vom Sande frei 
sind, wie dies im gröfsten Theile der eingedämmten Seine der Fall ist, werden von den Setne- 
Lootsen le Certain genannt.
	        
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