Aus dem Reiseberichte der Brater eisernen Bark „Auguste“.
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Bericht des Kapt. C. Fesenfeldt von der Braker eisernen Bark
„Auguste“ über seine Reise von Shields nach Sta. Rosalia (Unter-
Californien) und weiter nach Astoria und Portland (Oregon).
(Mittheilung von der Deutschen Seewürfe.)
Wir verliefsen Shields am 22. Juni 1888, hatten in der Nordsee östlichen
Wind und nebeliges Wetter und gelangten am 24. Juni in den Kanal. Bei
Dungeness sahen wir einen grofsen viermastigen Dampfer, wahrscheinlich des
Norddeutschen Lloyd, auf Strand sitzen, wohin derselbe vermuthlich durch den
vorhergehenden dichten Nebel gerathen war. Hier nahm die günstige Gelegen
heit ein Ende, und gegen umlaufende flaue westliche Winde mufsten wir durch
den Kanal arbeiten. Am 30. Juni standen wir in 49° 24'N-Br und 5° 6' W-Lg
auf der Höhe von Lizard. Da der südwestliche Wind vorherrschend blieb,
ging auch die Fahrt im Atlantischen Ocean anfänglich nur langsam von statten,
bis sich schliefslieh der Wind am 6. Juli nach W und NW veränderte, aus
letzterer Richtung allmählich auffrischte und dann durch N nach NE holte,
womit der Passat erreicht war.
Da ich zur Zeit ziemlich weit östlich stand und es meine Absicht war,
die Linie gut luvwärts zu schneiden, auch weiter östlich kräftigeren Südwest
monsun anzutreffen hoffte, so wählte ich die Route östlich der Kapverden. Am
9. Juli sprachen wir die Elsflether Brigg „F. H. Löllingvon Liverpool nach
Rio bestimmt, welche 14 Tage in See war. Am 18. Juli befanden wir uns in
Sicht von Bonavista. Hier wurde der Passat flauer; eigentliche Windstille an
seiner Grenze wurde jedoch nur für einige Stunden aDgetroffen, und am 22. Juli
setzte iu 11,2° N-Br und 24,2° W-Lg der Südweetmousun ein. Dieser wehte
anfangs kräftig und so raum, dafs wir einen rw. Südkurs einlialten konnten;
später wurde er jedoch unbeständig in der Richtung, wenngleich die Stärke
nichts zu wünschen übrig liefs. Wegen der Richtungsänderungen des Windes
mufste mehrmals gewendet werden, zum letzten Male in 3,8° N-Br und 16,3°
W-Lg; südwestwärts segelnd, erhielten wir den Wind dann bald raumer, und
bei kräftigem Passat wurde am 30. Juli, nach einer Reise von 80,5 Tagen von
Lizard, in 21,3° W-Lg die Linie passirt.
Mit dem frisch wehenden Südostpassat konnten wir von unserem öst
lichen Standpunkte aus eine gute Fahrt erzielen. In ungefähr 20° S-Br und
37° W-Lg holte der Wird östlicher, und Wind aus günstiger Richtung begleitete
uus bis 32,5° S-Br und 47,4° W-Lg; wir standen hier am 12. August, hatten
mithin die 2450 Sm von der Linie her in 12,5 Tagen mit einer Durchschnitts-
fahrt von 8,2 Kn durchsegelt. Iu letztgenannter Position lief der Wind süd
westlich und flaute rasch ab. Am 13. August näherte sich uns eine neue De
pression, und holte der Wind damit von E durch S nach SW; sie bewegte sich
also nach Südost, und wir befanden uns an der rechten Seite der Bahn. Der
niedrigste beobachtete Barometerstand war 750 mm (unred.), die gröfste Wind
stärke 8—9. Darauf hatten wir für mehrere Tage ganz flaue, veränderliche
südliche Winde bei sehr hohem Luftdruck. Am 18. August in 37° S-Br und
55° W-Lg sprachen wir das norwegische Vollschiff „Imperatornach Iquique
bestimmt, welches Newcastle 5 Tage vor uns verlassen hatte. Das Schiff war
anscheinend ein besserer Segler wie „Augustehatte aber nach Mittheilung des
Kapitäns die Linie, Maury’s Anweisungen folgend, sehr westlich in 30° W-Lg
geschnitten, war zwar Kap St. Roque freigesegelt, hatte später jedoch, um das
Land zu klaren, auf der Höhe von Pernambuco kreuzen müssen, wodurch der
Aufenthalt entstanden war.
Am 15. August schwankte die Wassertemperatur zwischen 13,5° und
17,7° C. In der folgenden Nacht nahm sie im Laufe einer Wache von 17,7°
bis 8,6° ab und war um 4 b a. m. des 16. bis auf 6,5° C. gesunken. An diesem
Tage bemerkten wir zum ersten Male viele treibende Tangbüschel und kon-
statirten dementsprechend an diesem und dem folgenden Tage eine nördliche