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Ann. d. Hydr. etc., XVIII. Jaltrg. (1890), Heft IX.
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Beobachtungen S. M. S. „Sophie“ im Bismarck-Archipel und an
der Küste von Kaiser Wilhelms-Land.
Nach dem Berichte des Kommandanten S. M. S. „Sophie“, Korv.-Kapt. Herbing.
Während des Aufenthaltes S. M. S. „Sophie“ in Matupi von 7. bis
13. Februar d. J. wehten leichte Nordost- bis westliche Winde, von häufigen
Stillen besonders in den Abend- und Morgenstuuden unterbrochen; an einzelnen
Tagen waren Regenschauer und allnächtlich starkes Wetterleuchten zu ver
zeichnen. Die Lufttemperatur war durchschnittlich 29° C., dabei aber meist
drückend und schwül. Das Maximum der Lufttemperatur war 31,2° C. ( das
Minimum 26,2° C. Der Luftdruck zeigte sehr geringe tägliche Schwankungen.
Das Maximum wurde mit 762,00 mm, das Minimum mit 758,8 mm verzeichnet.
Beim Ansteuern von Kerawara bieten, wenn man von Süden kommt, die
auf den Inseln Kerawara und Mioko l ) stehenden Gebäude gute Ansteuerungs
marken; von Westen kommend, markiren sich dieselben jedoch erst in unmittel
barer Nähe, da sie vorher durch Buschwerk verdeckt werden.
Auf der Insel Kerawara befindet sich zur Zeit noch die Niederlassung
der „Neu-Guinea-Kompaguie“. Die Häuser derselben leuchten mit ihren weifsen
Wellblechdächern und sind gute Seemarken, doch ist man jetzt schon mit Ab
bruch dieser Gebäude beschäftigt. Kerawara soll aufgegeben und die Station
nach Herberts-Röhe in der Südost-Bucht der Blanche-Bai verlegt werden. Die
abgebrochenen Häuser werden noch herübergeflöfst.
Auf der Iusel Mioko liegen die Häuser der „Deutschen Handels- und
Blantagen-Gesellschaft der Südsee“, deren Dächer roth angestrichen sind.
Auf der Uoberfahrt von Matupi nach Kerawara wurde keine Strom-
Versetzung beobachtet.
Auf der Ueberfahrt nach Finsch- Hafen wurden leichte wechselnde Winde
von Süd über West bis Nord angetroffen. Im Georg-K&nsx\ wurde eine nach
Süd setzende Strömung von 0,8 bis 1,0 Sm pro Stunde beobachtet. Yon Kap
Orford ab machte sich eine nach Ost setzende schwache Strömung von 0,3 bis
0,5 Sm pro Stunde bemerkbar. Auf der ganzen Fahrt wurde zahlreiches Treib
holz angetroffen.
Am 15. Februar 6 h a. m. kam die Küste von Kaiser Wilhelms-Land in
West, 40 Sm ab, in Sicht. Die Bestimmung von Finsch-Hafen 2 ) machte, da das
Wetter klar blieb, keine besonderen Schwierigkeiten. Das Kap Bredow jedoch,
welches die Einfahrt markirt, konnte erst auf 4 Sm gut ausgemacht werden.
Auf 6 Sm Abstand kam die weifse Bake, welche */s Sm südlich des Bredow-
Kaps steht, in Sicht. Das in derselben befindliche schwarze F konnte nicht
erkannt werden. Die früher auf Kap Bredow gewesene Bake ist zusammen
gestürzt und nicht wieder errichtet worden.
Nachdem man frei von Kap Bredow ist, markiren sich die Gebäude der
Ansiedelung gut. Auf der Holz- (Madang-) Insel, welche jetzt durch einen
Erddamm mit dem Hauptlando verbunden ist, befinden sich die Lagerhäuser
t) „Pacific Islands“, Vol, I, 1885, Seite 111.
„South Pacific Ocean Directory“, 1884, Seite 929.
„Austraiia Directory“, Vol. II, 1879, Seite 587.