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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Strömungen, Temperaturen etc. des Oberfläelienwassers im Golf von Aden. 
Strömungen, Temperaturen und specifische Gewichte des Oberflächen 
wassers im Golf von Aden und dem an diesen grenzenden Theil des 
Indischen Oceans. 
Im Anschlufs an die im vorjährigen Märzhefte der „Annalen der Hydro 
graphie“ veröffentlichten Beiträge zur Meteorologie und Ocoanographie des 
Rothen Meeres und des Golfes von Aden geben wir im Nachfolgenden das 
Wesentlichste aus der von dem Königlich niederländischen meteorologischen 
Institut herausgegebenen Abhandlung: „Stroomen en Temperatuur aan de 
Oppervlakte in de Golf van Aden en den Indischen Oceaan bij Kap Guardafui“. 
Diese Abhandlung beruht auf der eingehenden Diskussion einer grofsen Anzahl 
Beobachtungen, welche von vielen jene Gewässer regelmäfsig befahrenden 
Dampfschiffen gemacht wurden, und giebt in den beigefiigten Karten für jeden 
Monat eine übersichtliche Darstellung der Strömungen, 1 ) Temperaturen und 
specifischen Gewichte des Seewassers. 
Die Karten sind in Felder von je 10° Länge und 10° Breite getheilt, 
in welchen die Richtung und Stärke der Strömungen durch Pfeile angedeutet 
und die Mittel aus den beobachteten Obeiflächentemperaturen und specifischen 
Gewichten des Seewassers nebst Anzahl der Beobachtungen, sowie Maximum 
und Minimum der gemessenen Temperaturen gegeben sind. 
Während des Nordost-Monsuns laufen im Golf von Aden die Strömungen, 
der Richtung des Windes entsprechend, gewöhnlich westlich, doch erfährt diese 
Richtung durch die Nähe und Gestaltung der Küste mancherlei Aenderungen. 
Im östlichen Theile treten Deben den westlichen Strömungen auch östliche auf. 
Die Richtung beider ist etwas nördlich von West bezw. Ost. In der Mitte des 
Golfes wurden Strömungen nach allen Richtungen setzend, meistens aber 
westliche, beobachtet und im westlichen Theil sowohl westliche, als auch 
östliche. In den ersten Monaten des Nordost-Monsuus liefen dieselben südlich 
von West resp. Ost, späterhin aber nach allen Richtungen des Kompasses. In 
der Strafse von Bab-el-Mandeb und in deren Nähe setzt der Strom im Allgemeinen 
nordwärts. Nach der geringen Anzahl von Beobachtungen im südlichen Theil 
des Golfs zu schliefsen, ist der Strom daselbst meistens östlich, wahrscheinlich 
parallel der afrikanischen Küste. Seine Geschwindigkeit ist geringer als die 
der westlichen Strömungen, und diese erreichen selten eine Seemeile in der 
Stunde. 
Im Januar wurden die gröfsten Schwankungen in den Stromgeschwindig 
keiten und die meisten Stromstillen beobachtet. Die Geschwindigkeit des 
Stromes war in der Mitte des Golfs in der Regel gröfser als in der Nähe der 
Küsten. 
Die mittlere Oberflächentemperatur ist im Januar und Februar am 
niedrigsten, ca 25° C., und im Dezember nur wenig höher. In dem südöstlichen 
Theil des Golfs ist das mittlere specifische Gewicht des Wassers fast immer 
etwas gröfser als in den übrigen Theilen desselben, die mittlere Oberflächen 
temperatur hingegen etwas niedriger. Im November beträgt die mittlere Ober 
flächentemperatur im Golfe noch 26,5° C., im westlichen Theil desselben sogar 
etwas mehr. Das specifische Gewicht, ungefähr 1,0285 betragend, ist auch 
gröfser als in den folgenden Monaten. 
Im März nimmt die Oberflächentemperatur mit Ausnahme derjenigen im 
westlichen Theil des Golfs, wo das Wasser etwas kälter wird, wieder zu und 
erreicht einen Mittelwerth von ca 26° 0. Während dieses Monats sind die 
specifischen Gewichte im Allgemeinen klein. 
Im April macht sich der Einflufs der Sonnendeklination in den mittleren 
Temperaturen, welche ca 1,5° höher werden als im März, bereits bemerkbar. 
Auch sind die specifischen Gewichte viel gröfser. 
Während des Nordost-Monsuns ist die Oberflächentemperatur nahe der 
Ostküste Afrikas (von Ras Alulah bis in die Nähe von Kap Guardafui) niedrig 
und das Wasser, welches gewöhnlich eine dunkelblaue Farbe wie die des Golfs 
hat, öfters dunkelgrün. Mit dieser Färbung wurde oft gleichzeitig ein un 
angenehmer Geruch wie feuchte Korallen oder faulige Fische wahrgenommen. 
b Die Strömungen wurden aus den Besteekunterschieden berechnet.
	        
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