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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Kleine  Notizen.

1889  bis  Januar  1890  im  Indischen  Ocean  gemacht  hat.  Auf  der  Reise  dieses
Schiffes  von  Zanzibar  nach  Calcutta  vom  November  bis  Januar  schwankte  die
nach  der  Besteckrechnung  gefundene  Stroinrichtung  bis  zu  74°  O-Lg  zwischen
NzE  und  SEzS,  und  betrug  die  mittlere  tägliche  Geschwindigkeit  des  Stromes
28  Sm.  Von  hier  bis  zu  90°  O-Lg  war  die  Stromrichtung  mit  Ausnahme  von
zwei  Tagen,  an  welchen  zwischen  85°  und  88°  O-Lg  schwache  östliche  Strömungen ­
  beobachtet  wurden,  eine  westliche  und  zeitweise  zwischen  NzW  und
SWzW  schwankende.  Die  mittlere  tägliche  Geschwindigkeit  des  Stromes  war
ungefähr  16  Sm.  Auf  der  Breite  von  Kap  Atchin  war  der  Unterschied  zwischen
der  Beobachtung  und  der  Stromkarte  nahezu  6  Strich.
3.  Strömung  an  der  SO-Küste  von  Nipon  zwischen  Yokohama
und  Oösima.  Auf  der  Reise  von  Yokohama  nach  Kobe  wurde  S.  M.  S.  „Leipzig“
nach  dem  Berichte  des  Kommandanten,  Kapt.  z.  See  Rlüddemann,  in  der
Nacht  vom  4.  zum  5.  Mai  d.  J.  zwischen  Yokohama  und  Osima  10  Sm  nach  NW
versetzt,  während  der  Wind  in  einer  Stärke  von  5  bis  6  von  ENE  über  SE  auf
SW  herumging.  Durch  einen  gleichen  Strom  ging  14  Tage  früher  der  Dampfer
„Ulysses“  (Holt’s  Line)  auf  dem  Äb«ma-Riff  bei  Maivazaki  mura  vollständig
verloren;  derselbe  wurde  in  13  Stunden  14Va  Sm  nach  NNW,  rechtwinkelig  zu
seinem  Kurse,  versetzt.  Nach  Aussage  eines  Postdampfer  -  Kapitäns,  welcher
seit  16  Jahren  an  dieser  Küste  fährt,  sowie  des  Hafenmeisters  von  Kobe,  der
20  Jahre  laDg  diese  Küste  befahren  hat,  tritt  während  der  Sommermonate  einschliefslich
  des  Aprils,  ein  derartiger  NW-Strom  in  der  Stärke  von  1  bis  2  Sm
dio  Stunde  bei  südöstlichen  Winden  mit  Regelmäfsigkeit  auf.
4.  Bemerkungen  über  den  Golf  von  Patras.  Westküste  von
Griechenland.  Ionisches  Meer.  („Hydrographische  Nachricht“  No.  21/154,
Pola  1890.)  Aus  wiederholten  Berichten  der  Führer  von  österreichisch-ungarischen ­
  Lloyd-Dampfern  geht  hervor,  dafs  die  Nordküste  des  Golfes  von  Patras  ! )
und  insbesondere  die  Insel  Oxia  in  der  Br.  Adm.-Karte  1676  (V:  250)  nicht
ganz  richtig  eingetragen  sind.
Es  ist  festgestellt,  dafs  sich  der  Hochgrund  vor  den  Flüssen,  die  aus
dem  Missolongi-See  kommen  und  ebenso  jener  bei  der  Spitze  Scropha  weiter
seewärts  erstreckt,  als  dies  auf  der  Karte  ersichtlich  ist.  Die  zuletzt  erwähnte
Ungenauigkeit  war  der  Grund,  dafs  der  Lloyd-Dampfer  „  Achille“  daselbst  den
Grund  berührte.
5.  Bemerkungen  über  La  Guayra.  Venezuela.  Nach  einem  Berichte ­
  des  Kommandanten  S.  M.  S.  „Ai'iadne'*,  Kapt.  z.  See  Claufsenvon  Finck,
ist  der  zu  La  Guayra  2 )  im  Bau  befindliche  Wellenbrecher  zur  Zeit  in  einer
Länge  von  ca  500  m  fertiggestellt.  Der  Bau  soll  in  ca  V/z  Jahren  vollendet
sein  und  dann  kontraktlich  eine  Länge  von  625  m  haben.  Hinter  dem  Wellenbrecher ­
  ist  ein  vollständig  geschützter  Bootshafen  mit  zwei  Eingängen.  Man
beabsichtigt,  innerhalb  des  Wellenbrechers  noch  zwei  parallele  Molen  zu  bauen,
um  dadurch  die  Quais  zum  direkten  Anlegen  der  Dampfer  zu  vergröfsern.  Schon
jetzt  können  Dampfer  an  der  Innenseite  des  Wellenbrechers  anlegen.  Nach
Fertigstellung  dieser  Hafenanlago  wird  ein  umfangreicher  und  gut  geschützter
Ankerplatz  für  die  Schiffe  geschaffen  sein,  welcher  das  jetzt  durch  den  hohen
Seegang  so  sehr  erschwerte  Laden  und  Löschen  ungemein  erleichtern  wird.
An  dem  Maste  der  Signalstation  wird  alle  Abend  ein  Laternenfeuer 3 )
aufgoheifst;  dasselbe  ist  jedoch  sehr  schwach  und  nur  schwer  von  den  übrigen
Lichtern  der  Stadt  zu  unterscheiden  und  zu  erkennen.
Auf  der  Wurzel  des  Wellenbrechers  steht  ein  Leuchtthurm,  welcher  jedoch ­
  nicht  im  Betriebe  ist.  Der  Thurm  ist  bis  zur  Hälfte  der  Höhe  viereckig,
auf  diesem  erhebt  sich  ein  kegelförmiger  Aufbau  mit  Lcuchtapparat.  Dieser
Thurm  soll  unter  dem  vorigen  Präsidenten  der  Republik  erbaut  und  auch  in
Betrieb  gesetzt  worden  sein;  das  Feuer  ist  später  aber  wieder  gelöscht  und
wird  nicht  mehr  angezündet.
*)  „Mediterranean  Pilot“,  Part  III,  1880,  Seite  320.
*0  „West  India  Pilot“,  Part  I,  1883,  Seite  140;  „Arm.  d.  Hvdr.  etc.“,  1888,  Seite  239,  und
„Nachr.  f.  Seef.“,  1888,  No.  859  u.  1541.
3 )  „  Verz.  d.  Leuchtf.  aller  Meere“,  1890,  VII,  No.  445.
            
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