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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Aus dem Keiseberichte der deutschen Bark »Agustina“. 
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Die Dauer unserer Fahrt durch die Strafse war, wie folgt: 
querab von Bramile Gay um 9 h a. m., zu Anker bei Arden-lmA 
um öVi^p. m., Fahrzeit 8 Vs Stunden, 
unter Segel bei Arden-Insel um 7 h a. m., querab von Goode-lmal 
um 4*/2 h p. m., Fahrzeit 9V2 „ 
ganze Zeit unter Segel ~ TA 18 Stunden. 
In der Arafura-See trafen wir den Monsun recht flau und oft von Wind 
stillen unterbrochen, so dafs wir 18 Tage gebrauchten, um nach der Lombok 
Strafse zu gelangen; doch war der Wind alle die Zeit östlich, schwankend 
zwischen SSE und E. Am Morgen des 24. April standen wir vor der Strafse, 
fanden aber in derselben einen sehr starken Gegenstrom und auch nördlichen 
Wind, so dafs wir eine erhebliche Strecke wieder zurückgetrieben wurden. 
Während der folgenden Nacht herrschte sehr böiges Wetter mit Regen. Die 
Böen zogen von AowJoi-Insel herüber und verloren sich im Südwesten. Am 
Morgen des 25. April sahen wir einen Mitsegler, der sich als die Bark „Adonis“ 
aus Brake auswies, die drei Wochen vor uns von Newcastle nach Makassar ab 
gesegelt war. Da ihr die Chartepartie die Ibrm-Strafsen-Route nicht erlaubte, 
war sie um Kap Leeuwin herumgegaBgen und hatte nach Aussage des Kapitäns 
beim Kap wie in der Bass-Strafse sehr böses Wetter gehabt und starke Be 
schädigung erlitten. Die Bark hatte drei Tage lang vergeblich versucht, durch 
die AfZas-Strafse zu kommen. Am nächsten Tage, am 26. April, gelang es uns, 
mit einer mäfsigen südlichen Briese die Lombok - Strafse zu passiren; wir 
waren Vormittags nach der Bafc'-Seite hinüber gedrängt worden und kamen, 
obschon die Briese nur von mäfsiger Stärke war, unter dieser Küste ziemlich 
rasch vorwärts. 
Von der Lom&oß-Strafse steuerten wir für die Insel Kangeang. Wir sahen 
dieselbe am nächsten Tage um 5 h p. m. und setzten dann unsern Kurs zwischen 
dieser Insel und der kleinen Insel Kamirian hindurch, indem ich beabsichtigte, 
bei dem hellen Wetter die Durchfahrt bei Nacht zu versuchen. Gegen 9 h p. m. 
wurde das Wetter jedoch so böig und lagerten sich solch dichte Gewitter 
wolken gerade auf jener Insel, dafs wir beidrehen mufsten, um den Tag ab 
zuwarten. Die ganze Nacht hindurch herrschten Gewitterböen mit Regen. Am 
Vormittage des 28. April gelangten wir durch die erwähnte Passage hindurch 
und steuerten nun den Kurs nach der ATanmaia-Strafse. Schon an demselben 
Nachmittage verliefs uns jedoch der südöstliche Wind; es folgten für längere 
Zeit anhaltende Mallungen und Gewitter mit starken Regenböen, bis am 7. Mai 
gänzliche Windstille eintrat, womit hier der Beginn des Südostmonsuns ge 
kommen zu sein schien. 
In der Nacht vom 4. zum 5. Mai beobachteten wir ein eigentümliches 
Meerleuchten, indem grofse leuchtende Flächen auf dem Wasser sichtbar wurden, 
die mit Zwischenzeiten von ungefähr einer halben Sekunde Dauer um das Schiff 
herum plötzlich hell aufflammten und wieder verschwanden, wobei sie nach und 
nach eine gröfsere Ausdehnung gewannen. Bei der gröfsten Entwickelung be 
deckten diese wie ein Flammenmeer leuchtenden Stellen einen Umkreis von 
etwa 200 m Durchmesser. Das Schiff befand sich dabei nicht im Mittelpunkte 
des Kreises; vielmehr zog sich der letztere vom Vordersteven aus in dem an 
gegebenen Abstande nach beiden Seiten und hinterwärts ums Schiff herum, so 
dafs augenscheinlich das Aufflammen durch die Reibung des Schiffskörpers im 
Wasser hervorgerufen wurde. Vor dem Steven war nichts zu sehen. Eigen 
tümlicherweise war auch das Kielwasser, das sonst bei Meerleuchten als ein 
weithin zu verfolgender feuriger Streifen erscheint, nicht sichtbar. Die Er 
scheinung dauerte ungefähr 3 /r Stunden; das Wetter war zur Zeit sichtig, wenn 
auch nicht gerade sternklar. Ich mufs noch bemerken, dafs ich während meiner 
85jährigen Fahrzeit noch nie ein Gleiches beobachtet habe. 
Mit sehr flauem südöstlichen Winde passirten wir erst am 17. Mai die 
KarimataSlvaSse. Von hier an wurden die Verhältnisse noch schlechter. Tag 
für Tag langsam vorwärts kriechend, gelangten wir endlich am 3. Juni zur 
Mündung des Dormai-Flusses, wo wir einen Lootsen erhielten, der uns am 
5. Juni in Saigon zu Anker brachte.
	        
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