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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Vierteljahrs-Wetter-Kundschau der Deutschen Seewarle, Frühling 1886. 
Ganz aufsergewöhnlich günstig, in weniger als 20 Tagen im Durchschnitt, 
legten: „Marie Louise“, „Port Royal“ und „Doris“ ihre Fahrten über den Oceau 
zurück. Die Reisen wurden bei fast ununterbrochen aus westlicher Richtung 
wehenden Winden ausgeführt; nur „Marie Louise“ und „Port Royal“ beobach 
teten au einigen Tagen kurze Zeit anhaltende Ostwinde. Vou nennenswertheu 
Stürmen blieben die Reisen gänzlich verschont. Die Mitsegler befanden sich 
die meiste Zeit in der Nähe eines Hochdruckgebietes, in welchem das Baro 
meter den ungewöhnlich hohen Stand von 781,0 mm erreichte. Als dieser 
beobachtet wurde, herrschten bei allen drei Schilfen Stille oder leichte Ostwinde. 
Letztere waren indessen nur von kurzer Dauer; au ihre Stelle traten bald 
wieder westliche, am Nordrande der Hochdruckgebiete der Karten XIV und XV 
wehende Winde, bei welchen mau in rascher Fahrt zum Kanal segelte. Der 
selbe wurde am 9. und 10. April erreicht. 
Aufserordentlieh viel länger als die vorerwähnten Fahrten waren die 
Reisen der beiden jetzt in der Liste folgenden Schiffe. „Castine“, das eine 
derselben, gebrauchte 37 und „Andromeda“, das andere, gar 42 Tage, um den 
Oceau zu überschreiten. Die Hauptursache der Verzögerung waren die fast 
zwei Wochen anhaltenden, zum Theil stürmisch wehenden Ostwinde, welche 
beide Schiffe nach dem 17. April antrafen. Aufserdem waren aber auch die 
gleich zu Anfang der Reise herrschenden Winde nicht sehr günstig gewesen. 
Am Westrande des grofsen Gebietes hohon Luftdruckes, welches Endo März 
und Anfang April sich bis zur Küste der Union ausdehnte, herrschten leichte 
Süd- und Ostwiude, bei denen beido Schiffe nur geringeu Erfolg erzielen 
konnten, während die weiter ostwärts am Nordrande des Druckgebietes stehen 
den vorerwähnten drei Mitsegler von frischen durchstehenden Westwinden be 
günstigt wurden. Günstige Südwestwinde stellten sich auch für „Castine“ und 
„Andromeda“ ein, nachdem das Hochdruckgebiet seine Gestalt verändert und 
die Einwirkung des auf Karte XV verzeichneten, vom 6. bis 11. April von der 
Küste der Vereinigten Staaten nach den Banken ziehenden Tiefdruckgebietes 
sich geltend gemacht hatte. Als letzteres vorübergezogen war und die Schiffe 
in deu Bereich des nächsten Tiefdruckgebietes geriethen, dessen verschlungene, 
inmitten des Oceans verlaufende Bahn auf Karte XVI verzeichnet ist, begann 
wieder eine Periode sehr langsamen Fortschritts. Am 13. April, als der Wind 
bei „Castine“ schon südöstlich war, wurde „ Andromeda“ noch vou heftig stürmen 
den Nord Westwinden begünstigt. Der Mittelpunkt des erwähnten Tiefdruck 
gebietes lag damals zwischen den beidon Schiffsorten. Am 15. April nahm der 
Wind aber auch bei „Andromeda“ östliche Richtung an, um dieselbe, da das 
Tiefdruckgebiet seinen Ort wenig veränderte und dessen Mittelpunkt stets süd 
lich vom Schiffe blieb, für längere Zeit zu behalten. Auch die auf Karte XVII 
angegebenen Verhältnisse brachten den Schiffen keine günstigen Winde. 
„Castine“ gelangte in die Nähe von Lizard am 5. Mai und „Andromeda“ gar 
erst am 13. Mai. 
Die beiden jetzt folgenden Mitsogler „Magdalene“ und „Savannah“ gingen 
am 8. April, der eine vou New-York, der audere von Philadelphia aus in See. 
Ihre Reisen verliefen günstiger, als die eben vorher behandelten, doch waren 
sie immerhin laug genug. Der erste Thoil der Reise, welcher noch bei Winden 
ausgeführt wurde, die unter dem Einflüsse des auf Karte XV verzeichneten, 
die Küste der Union am 7. April verlassenden Tiefdruckgebietes standen, ver 
lief noch in ziemlich befriedigender Weise. Bald geriethen aber auch diese 
beiden Schiffe in das Gebiet jenes sich so lange inmitten des Oceans haltenden 
Tiefdruckgebietes der Karte XVI, dessen Ostwinde die Reisen von „Castine“ 
und „Andromeda“ so ungemein verlängerten. Entsprechend ihrem Standpunkte 
im nordwestlichen Quadranten wehten die Winde bei „Magdalene“ und „Savannah“ 
meist aus nordöstlicher Richtung, während sie bei jenen Schiffen südöstlich 
waren. Auf den Gründen vor dem Kanal trafen die ersteren beiden Schiffe 
während der ersten Woche im Mai frischo Südostwindo an, welche bedingt 
wurden durch das auf Karte XVIII angegebene, sich in nordöstlicher Richtung 
über Westeuropa erstreckende Hochdruckgebiet. Bei leichtem Ostwiude gelaDg 
es „Magdalene“ am 5. und „Savannah“ am 8. Mai die Kanal - Mündung zu 
erreichen.
	        
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