Vierteljahrs-Wetter-Rundseliau dev Deutschen Seewavte, Frühling 1886.
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Schiffen so verschieden angetroffenen Windo verursacht; denn während die in
36° N-Br und 51,5° W-Lg stehende „Cleopatra“ bei heftigem Westwinde an
diesem Tage nur 77 Sm nach Süden gutmachen konnte, legte „Dora“, von
heftigem Oststurm begünstigt, 208 Sm nach Westen zurück. Das letztere Schiff
befand sich damals in geringer Entfernung nördlich vom Mittelpunkte des Tief
druckgebietes, dessen nach Osten gerichtete Balm sich auf Karte XIII vom 16.
bis zum 24. März quer über den ganzen Atlautik verfolgen läfst. Bei der weiter
südwärts stehenden „Dora“ verursachte diese Erscheinung nur mehrere Tage
lang anhaltende stürmische Nordwestwinde. Als die Wirkungen dieses Tiefdruck
gebietes sich nicht mehr bemerkbar machten, hielten die nun flauer gewordenen
Winde sich bei beiden Mitseglern im westlichen Halbkreise. Am Mittage des
27. März befand sich „Cleopatra“ in 33,5° N-Br und 59,2° W-Lg und „Dora“
in 39,7° N-Br und 69,5° W-Lg. Bei jenem Schiffe herrschte Windstille, wäh
rend dieses von einem wenige Wachen vorher durchgekommenen kräftigen Ost
winde, bei welchem man am nächsten Tage New-York erreichte, begünstigt
wurde. Aus der Stille entwickelte sich bei „Cleopatra“ schliefslich ebenfalls
ein südöstlicher Wind, der allmählich auffrischte und mehrere Tage lang anhielt.
Bei kräftigem Nordostwinde gelangte dies Schiff am 4. April zur Mündung des
Delaware.
Von den beiden Schiffen der Tabelle, welche im ersten Drittel des März
den Kanal verliofsen, „Dakota“ und „Hedwig“, war jenes nach New-York und
dieses nach Philadelphia bestimmt. Das Tiefdruckgebiet, welches laut Karte XI
am 5. März gerade vor der Kanalmündung lag, verschaffte in Verbindung mit
dem Hochdruckgebiete der Karte XII, das nach dem 7. März mehrere Tage
lang über dem nordwestlichen Theile Europas lagerte, den beiden Schiffen
zuerst günstige östliche, später südliche Winde. Beide Reisen nahmen infolge
dessen für einige Zeit einen ganz befriedigenden Verlauf; bis zum Mittage des
18. März konnte „Dakota“ nach 44° N-Br in 41° W-Lg und „Hedwig“ nach
43,7° N-Br in 38,3° W-Lg vorrücken. Da das erstere Schiff nach dieser Zeit
aber bedeutend günstigere Verhältnisse antraf, als das letztere, gewann es von
nun an bedeutend. Am 19. März näherte sich ihnen von Westen her das vorher
erwähnte Tiefdruckgebiet der Karte XII, welches vom 16. bis zum 24. März
über die ganze Breite des Oceans zog. Beide Mitsegler geriethen in nächste
Nähe des Mittelpunktes und beobachteten dort ein Sinken des Luftdruckes bis
auf 728,0mm; aber der Unterschied in der Stellung machte, dafs „Dakota“ bei
heftig stürmenden Nordost- und Nordwestwmden 190 Sm nach Westen und
Südwesten zurücklegen konnte, während „Hedwig“ den gröfseren Theil des
Tages wegen Südweststurm beigedreht lag und nach Osten hin zurücktrieb.
Die synoptische Karte vom 19. März zeigt, dafs um 8 Uhr Morgens der Wiud
bei der in 43,5° N-Br und 43° W-Lg stehenden „Dakota“ aus Nord io Stärke 6,
bei „Hedwig“ in 43° N-Br und 39° W-Lg aus Südost mit Stärke 8 und bei
der von New-York kommenden, sich in 41° N-Br und 41° W-Lg befindenden
„Marie“ aus Südwest in Stärke 9 wehte. Während dor folgenden Tage ver
ursachte das sich damals nur langsam nach Osten bewegende Tiefdruckgebiet,
bei beiden Mitseglorn stürmische Gegenwinde, und auch, als die Stärke des
Windes endlich nachgelassen, blieb die Richtung desselben doch fast ununter
brochen westlich, und konnten deshalb die Reisen nur einen langsamen Verlauf
nehmen. Diese westlichen Winde wurden nicht durch Tiefdruckgebiete ver
ursacht, sondern gehörten, wie Karten XIV und XV zeigen, der Nordseite
eines weit ausgedehnten Hochdruckgebietes an. Am Mittage des 3. April be
fand sich „Dakota“ in 41,4° N-Br und 66° W-Lg, „Hedwig“ in 36,7° N-Br und
50,7° W-Lg. Nach dieser Zeit wurde das erstere Schiff von frischem Ostwinde
in wenigen Tagen nach New-York geführt, während das letztere durch schwache
Gegenwinde noch längere Zeit auf See zurückgehalten wurde. Ein leichter Ost
wind führte auch „Hedwig“ am 16. April zur Mündung des Delaware-Flusses.
Am 21. März durchsegelten „Caroline“ nebst „Henry“ und am 26. März
„ Victoria“ die Strafse von Gibraltar. Alle drei Schiffe wurden dabei von öst
lichem Winde begünstigt. Derselbe war jedoch bei den ersten beiden Schiffen
nur von kurzer Dauer, denn, wie Karte XVI es zeigt, war ein durchstehenden
Ostwind bedingendes Hochdruckgebiet des Atlantik am 21. März nicht vorhanden.
Als „Victoria“ am 26. März die Strafse passirte, hatte sich inzwischen ein