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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Vierteljahrs-Wetter-Ru»dsehau der Deutschen Seewarte, Frühling 1886. 
1. Reisen von Ost nach West. 
Von den Schiffen, deren Beobachtungen zu den synoptischen Karten des 
Nordatlantik für den Frühling 1886 benutzt wurden, finden sich 87 in den vier 
vorstehenden Tabellen angegeben, und zwar sind dieselben auf allen vier grofsen 
Routen angenähert gleichmäfsig vertheilt. Die erste Tabelle enthält die Namen 
von 18 Schiffen, welche während der Monate März, April und Mai Reisen zwi 
schen Europa und Nordamerika vollendeten. Von denselben traten vier ihre 
Reisen vom Mittelmeere, zwei vom Norden Schottlands und zwölf vom Kanäle 
an. Das eine dieser letzteren Schiffe hatte New-Orleans als Reiseziel, während 
alle übrigen entweder nach New-York oder nach Philadelphia bestimmt waren. 
Die Reisen, deren mittlere Dauer 38 Tage betrug, nahmen der Jahreszeit ent 
sprechend im Allgemeinen einen rascheren Verlauf, als die des vorhergehenden 
Vierteljahres und waren auch weniger stürmisch. Durch das Passatgebiet 
segelten nur zwei Schiffe, die vom Mittelmeere kommende „ Victoria“ und die 
zum Golf von Mexiko bestimmte „NiagaraBeide fanden dort recht günstige 
Verhältnisse. Die zwei den offenen Ocean vom Norden Schottlands aus be 
tretenden Schiffe erreichten New-York nach einer Reise, deren mittlere Dauer 
35 Tage betrug, die vier vom Mittelmeere herkommenden vollendeten die Fahrt 
über den Ocean in 33 Tagen, die Reiseroute Lizard—Nordamerika wurde von 
11 Schiffen in 34 Tagen zurückgelegt. Wie aus dem Vorstehenden hervorgeht, 
wurden also alle Reisen in recht gleichmäfsiger Weise ausgeführt. Vier Schiffe 
vollendeten ihre Fahrten in der kürzesten Zeit von 29 Tagen, während die 
längste, die der „Cleopatrain 46 Tagen gemacht wurde. 
Die ersten beiden Schiffe, welche die Liste mittheilt, „Cleopatra“ und 
„Dora“, verliefsen den Kanal noch in der zweiten Hälfte des Februar. Ihre 
Reisen nahmen infolge der damals herrschenden günstigen Winde anfänglich 
einen recht befriedigenden Verlauf. Bis zum Mittage des 1. März konnte 
„Cleopatra“ bis nach 43,2° N-Br in 35,5° W-Lg und „Dora“ nach 45,3° N-Br 
in 39,7° W-Lg vorrücken. Nach dieser Zeit wurde der Fortschritt ein lang 
samerer. Während der ersten Hälfte des März traten, wie Karten XI und XII 
zeigen, über und westlich von den Neufundland-Bänken mehrere, sich auf un- 
regelmäfsigen gekrümmten Bahnen bewegende Tiefdruckgebiete auf, deren in 
ihrer südlichen Hälfte vorherrschende Westwinde dem Fortgange der Reisen 
ungünstig waren. Im zweiten Drittel des März wehten die Winde öfters stür 
misch. Ihre Richtung blieb auch dann noch vorherrschend westlich, doch 
wurden an einigen Tagen auch stürmische Ostwinde beobachtet. So war dies 
am 12. und 13. März der Fall, als jenes Tiefdruckgebiet der Karte XII, welches 
vom 9. bis zum 14. März im westlichen und mittleren Theile des Atlantik nach 
Osten zog und mit seinem Mittelpunkte südlich von den beiden Mitseglern blieb. 
Am Mittage des 12. März, als sieh „Cleopatra“ in 39,2° N-Br und 45,4° W-Lg, 
„Dora“ in 40,4° N-Br und 48,3° W-Lg befand, wehte bei jenem Schiffe Süd 
westwind, Stärke 8, bei diesem gleichzeitig Nordwind, Stärke 10. Die Schiffe 
befanden sich damals ganz nahe dem Mittelpunkte des schon erwähnten Tief 
druckgebietes, in welchem „Cleopatra“ mit 740,4 mm den niedrigsten Luftdruck 
beobachtete. Bei der westlicher stehenden „Dora“ fand das Umspringen des 
Windes von Südwest nach Nord um 7*/a Uhr Morgens statt. Nachdem dasselbe 
auch bei „Cleopatra“ erfolgt war, wurden beide Schiffe 24 Stunden lang von 
heftig stürmendem Nordnordostwinde begünstigt. Der Luftdruck nahm dabei 
sehr rasch zu, er stieg bis zum nächsten Tage um 20 mm. Als die Schiffe aber 
am 14. März in den Bereieh eines anderen, von Westen kommenden Tiefdruck 
gebietes geriothen, erfolgte wieder eine ebenso rasche Luftdruckabnahme, und 
da der Mittelpunkt dieses sich mit bedeutender Schnelligkeit vom nördlichen 
Theile der Union zu den Banken und weiter nach Südgrönland bewegenden 
Tiefdruckgebietes weit nördlich von den Schiffen blieb, verliefs der heftig 
stürmende Wind in diesem Falle den westlichen Halbkreis nicht. (Siehe Karte XII.) 
„Cleopatra“ entschlofs sich nun noch, nach Süden abzuhalten, um in etwas süd 
licheren Breiten günstigere Winde aufzusuchen. Zu dem Zwecke segelte sie bis 
nach 31,5° N-Br hinunter, da indessen auch dort das Gewünschte nicht zu finden 
war, blieb sie gegen den Mitsegler, welcher auf der direkten Route geblieben, 
noch mehr zurück. Besonders wurde dies durch die am 17. März von beiden
	        
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