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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1889—90. 
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Bericht über die dreizehnte auf der Deutschen Seewarte im 
Winter 1889—90 abgehaltene Konkurrenz-Prüfung von Marine- 
Chronometern. 
An der in Gemäfsheit der von dem Herrn Chef der Kaiserlichen Ad 
miralität unter dem 2. Dezember 1875 erlassenen Instruktion für die Deutsche 
Seewarte, innerhalb der Tage vom 6. November 1889 bis 15. April 1890 in der 
der Leitung der Hamburger Sternwarte unterstellten Abtheilung IV der See 
warte veranstalteten dreizehnten Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern 
hatten sich nachstehende Fabrikanten durch Einlieferung von denselben an 
gefertigter Instrumente betheiligt: 
Fabrikant Wohnort Zahl der Chronometer 
W. Bröcking Hamburg 6 
W. G. Ehrlich Bremerhaven 6 
Gebr. Eppner Berlin 3 
A. Kittel Altona 4 
J. Schnoor Kiel 1 
Im Ganzen 20 Chronometer. 
Bei den eingelieferten Uhren waren alle in dem Konkurreuz-Ausschreiben 
vom August v. J. enthaltenen Bedingungen bezüglich der Konstruktions-Angaben 
und Zeichnungen, des letzten Beinigungstermins u. s. w. erfüllt, und aufserdem 
hatten sämmtliche Herren Fabrikanten die schriftliche Erklärung abgegebon, 
dafs diese Instrumente in ihren wesentlichen Theilen in ihren Werkstätten 
angefertigt seien. 
Die Chronometer wurden während der Untersuchungszeit jeden zweiten 
Tag um 10 Uhr durch den Abtheilungs-Assistenten Herrn Dr. C. Stechert mit 
den Normaluhren der Sternwarte auf chronographischem Wege verglichen; 
aufserdem wurde an jedem Dekadentage durch den Observator der Sternwarte 
Herrn Dr. W. Luther zwischen 10 und 11 Uhr Vormittags eine zweite Ver 
gleichung zur Herstellung einer unabhängigen Kontrolle ausgeführt. Die zur 
Ermittelung des Standes der Normaluhren nothwendigen Zeitbestimmungen wur 
den von Herrn Dr. Stechert am Meridian-Kreise der Sternwarte aDgestellt. 
Das Verfahren bei der Prüfung, insbesondere die Anordnung der Tem 
peratur-Intervalle, war analog dem bei den früher auf der Abtheilung IV 
abgehaltencn Konkurrenz-Prüfungen beobachteten; doch wurden in Gemäfsheit 
der von Seiner Excellcnz dem Herrn Chef der Kaiserlichen Admiralität be 
stätigten Beschlüsse der zweiten im Juli 1887 in Hamburg abgehaltenen 
Chronometer-Konferenz zur Ableitung der für die Güte der Instrumente charak 
teristischen Zahlen nur die während der zwölf Dekaden von 1889 November 26 
bis 1890 März 26 erhaltenen Gänge verwendet. 
Während der ersten beiden Dekaden der Prüfungszeit (1889 November 6 
bis 26) wurden die Instrumente allmählich bis auf 30° C. erwärmt; während 
der beiden letzten Dekaden (1890 März 26 bis April 15) wurde die Temperatur 
langsam von 30° C. bis auf Zimmertemperatur vormindert. Unter Fortfall dieser 
äufsersten hier nicht weiter berücksichtigten Dekaden ergab sich das folgende 
vollständig symmetrische Temperaturschema: 
Dekade 123456789 10 11 12 
Temperatur C. 30°, 25°, 20°, 15°, 10°, 5°, 5°, 10°, 15°, 20°, 25°, 30° 
Da der Winter der Prüfung bei den niedrigen Temperaturen ziemlich 
günstig war, so konnten letztere fast vollkommen erreicht werden. Die niedrigste 
überhaupt beobachtete mittlere Tagestemperatur betrug 4,0°, die höchste 30,1°. 
Arni. d. Hj-dr. etc., 1890, Heft Y1II. 3
	        
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