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Full text: 65, 1937

Pogade, G.: Die wissenschaftlichen Grundlagen der Baurschen Zehntage-Vorhersagen. 263 
denen alle sechs Karten mit den jetzigen annähernd übereinstimmen, Für diese 
Fälle werden die Karten des Folgewetters, einschließlich der zehn Wetterkarten 
der Nachdekade genau studiert. Man gewinnt so einen weiteren Einblick in die 
zu erwartende Wetterlage des Vorhersagezeitraumes, Dabei wird genau beachtet, 
in welchen Punkten die herrschende Wetterlage von den früheren abweicht. 
Auch der Druckverlauf an einigen Stationen wird auf Wellen und Rhythmen 
hin untersucht, um hierdurch gegebenenfalls einen weiteren Anhaltspunkt für die 
Weiterentwicklung der Wetterlage zu gewinnen. 
Das letzte und nicht unwesentlichste Kriterium für die zu erwartende Wetter- 
lage bildet dann ein eingehendes Studium der Höhenwetterkarte. In wie 
engem Maße Höhenwetterlage und Großwetterlage gekoppelt sind, habe ich 
bereits oben kurz erwähnt. Ich kann hier nicht näher darauf eingehen. Jedoch 
möchte ich ausdrücklich auf einige kürzlich erschienene Arbeiten verweisen (10, 11), 
da es sich hier um ein Problem handelt, daß auch für den allgemeinen Wetter- 
dienst von allergrößter Bedeutung ist, 
Den Abschluß der Vorarbeiten bildet dann eine Besprechung zwischen dem 
Direktor des Institutes und seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern. In dieser 
Besprechung wird dann der Vorhersagetext zusammengestellt, der gegen 184 
veröffentlicht wird, 
Schlußbemerkängen. 
Es ist im Vorhergehenden versucht worden, einen kleinen Überblick über die 
wissenschaftlichen Grundlagen der Zehntage-Vorhersagen der Forschungs- 
stelle für langfristige Witterungsvorhersage des Reichswetterdienstes 
Bad Homburg, zu geben. Was diese Vorhersagen von anderen langfristigen 
Vorhersagen unterscheidet, ist, daß bei ihnen nicht einseitig nur eine „Methode“ 
Berücksichtigung findet, sondern daß alle einschlägigen Verfahrungsweisen und 
Erkenntnisse herangezogen werden, um zu einer zuverlässigen Vorhersage zu 
kommen, Wenn dabei die Statistik eine besonders große Rolle spielt, so liegt 
das in der Natur der Sache (12), 
Was nun die Eintreffsicherheit der Prognosen betrifft, so gibt Baur 
folgende Zahlen an (129): 
1932 68% 198338 81% 1984 80% 1935 87% 1936 84%. 
Aus den Kreisen der Landwirtschaft (14) ist auf die Brauchbarkeit dieser 
Prognosen hingewiesen worden und die Hoffnung geäußert worden, daß es recht 
bald gelingen möge, diese Vorhersage auf das ganze Jahr, wenigstens aber auf 
das Frühjahr und den Herbst auszudehnen, 
Daß aber in jedem Jahr nur Vorhersagen für wenige Dekaden hinzukommen?), 
zeigt, daß man diesem Wunsche nur soweit nachkommt, wie es die Sicherstellung 
der wissenschaftlichen Grundlagen erlaubt, . 
Literatur-Nachweis, 
i. 6. Hellmann: Über strenge Winter. Sizungsberichte d. königl. Preuß Akademie. Berlin, 1917; 
Über milde Winter, ebenda 1918; Witterungsfolge nach heißen Sommern in Berlin, Tätigkeits- 
bericht d. preuß. met, Instituts, 1911; Über gewisse Gesetzmäßigkeiten im Wechsel der Witterung 
aufeinanderfolgender Jahreszeiten, Sitz’ber. d. preuß, königl. Akad. Berlin, 1885, 
F. Baur: Grundlagen einer Vierteljahrstemperaturvorhersage für Deutschland. Braunschweig, 
1926, (Habilitationsschrift,) 
F. Baur: Zusammenhänge des Witterungscharaktera des März in Deutschland mit der gleich- 
reitigen und der vorausgegangenen Luftdruckverteilung. 1. und 2. Mitteilung, (Gerlands Beiträge 
zur Geophysik, Band 18, 1927, 
F. Baur: Official Weather Forecasting for 10-Day Pericds in Germany. Bulletin of the American 
Meteorological Society. Volume 17, 1936, 
F. Baur: Entwicklung und gegenwärtiger Stand der Großwetterforschung. Die Sterne, Band 15, 
1935, 
F, Baur: Ausschnitte aus der Tätigkeit der staatlichen Forschungsstelle für langfristige Witte- 
rungsvorhersage in den ersten Jahren ibres Bestehens, 1934 (Schreibmaschinendurchschlag) 
Anhang: Der heutige Stand der langfristigen Witterungsvorhersage; S.-A, aus der „Frankfurter 
Zeitung“ vom 9. Oktober 1934, 
F, Baur: Entwicklung und gegenwärtiger Stand der Großwetterforschung, Deutsche Wasser- 
wirtschaft. Band 16, 1936. 
—- 
3. 
; 2) Infolge Erweiterung des Instituts wird es möglich sein, für 1937 die Vorhersagen auf den 
Zeitraum vom 1. Juni bis 30. September auszudehnen (12).
	        
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