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Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Agustina“.
heftigem Regen auf, während in der Zwischenzeit mitunter die Sterne durch
schimmerten. Die Böen kamen alle von Westen herüber, obwohl der Wind
sich von SE hielt. Es konnte freilich von 8 h bis 12 h p. m. nicht bestimmt
werden, aus welcher Richtung genau die Wolken zogen, denn es war alles in
Grau gehüllt; aber vorher und später, als die Böen seltener wurden, liefs es
sich erkennen, dafs sie alle von Westen, vom Lande herkamen. Schon am
Nachmittage, bevor wir die erste leichte Böe erhielten, standen im Süden und
Südosteu einige merkwürdig aussehende Gewitterwolken, über deren Köpfen die
bei Gewittern gewöhnlichen Cirren sich besonders scharf abgrenzten, ganz wie
die Spitzen hoher Berge aussehend, wenn diese aus dichtem Dunst oder Nebel
hervorragen. Ihre Färbung war eine graugelbliche, lehmähnliche, während sie
gewöhnlich weifs sind. Von 8 h bis 12 h p. m. waren die Blitze so häufig, dafs
bei uns das Gefühl der Stockfinsternifs, welches man in der Nacht nach einem
Blitzschlag hat, gar nicht aufkam. Es traten Zickzackblitze, geradlinige und
sich spaltende Blitze auf. Auch wurde von uns Meerleuchten beobachtet,
welches aber vielleicht nur der Schein von entferntem Blitzen gewesen sein mag.
Ein ähnliches Wetter habe ich früher zweimal auf dem La Platä und einmal
in der China-See erlebt, aber in allen diesen Fällen war die Windstärke eine
vergleichsweise geringe.
Bericht des Kapt. G. Schumacher von der deutschen Bark „Agustina“
über seine Reise von Newcastle N.-S.-W. durch die Torres-Strafse
nach Saigon.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
Am Morgen des 19. März 1889 verliefsen wir den Hafen von Newcastle
N.-S.-W., um eine Reise nach Saigon anzutreten. Da ich das Einsetzen des
Südostmonsuns in den nordaustralischen Gewässern gegen Anfang April er
wartete, hatte ich mich entschlossen, die Route durch die Torres-Strafse zu
nehmen. Den ersten Tag hatten wir meistens Mallung; erst gegen 6 Uhr
Abends kam eine frische Briese aus Südost durch, mit der wir von der Küste
bei Port Stephens freisegeln konnten und die bei bedeckter Luft und begleitet
von einer kurzen, lästigen See während der Nacht anhielt. Am 20. März Nach
mittags lief der Wind bei fallendem Barometer nach ENE und Tags darauf
durch N nach NW mit steifer Briese. Nachmittags flaute der Wind ab; zu
gleicher Zeit zeigte sich im Südosten drohendes Gew T ölk, aus welchem es gegen
Abend heftig zu blitzen begann; es war, als ob der ganze Himmel dort in
Flammen stände. Um 9 Uhr kam in das Gewölk, das bis dahin nur langsam
höher gestiegen war, eine raschere Bewegung, und bald darauf brach ein
schweres Gewitter los, wobei der Wind plötzlich aus SE kam und, von Regen
begleitet, als frische Briese wehte. Nach einer kurzen Unterbrechung durch
Wind aus NW, die sich in der Nacht des 26. März unter Begleitung eines
zweiten heftigen Gewitters noch einmal wiederholte, hielt sich der Wind, als
mäfsige bis frische Briese wehend, von nun an beständig in SE bis ENE, so
dafs wir ziemlich rasch vorwärts kamen. Am 22. März befanden wir uns auf
31°3'S-Br und 155° 33' O-Lg, am 27. März auf 21° 7'S-Br und 156° 20'
O-Lg. Dabei herrschte fortwährend das schönste Passatwetter bei hohem
Barometerstände.
Am 3. April passirten wir die Eastern Fields-W\iX& und zwar, abweichend
von der in der Karte empfohlenen Route, an deren Westseite. Von hier setzten
wir den Kurs rw. Nord und verfolgten denselben, bis wir nach meiner Rechnung
die Breite von Bramble Cay um etwa 5 Sin überschritten hatten. Am nächsten
Mittag fanden wir jedoch, dafs ein nordwestlicher Strom uns zu weit nach
Norden versetzt hatte. Wir steuerten deshalb WSW und später SWzW und
kürzten Nachts die Segel, um ein Vorbeisegeln an Bramble Cay oder Auflaufen
auf das Riff zu vermeiden; denn die Insel bei Nacht anzulaufen, ist nicht wohl